Unter dem Motto "Mit Jesus durch die Krise" feierten Christen an Fronleichnam den Christustag. Neben einem Digitalprogramm fanden an sechs Orten in Bayern Glaubenskonferenzen statt. Wozu dabei aufgerufen wurde.

Der Christustag ist an Fronleichnam unter dem Motto "Mit Jesu durch die Krise" gestanden.

Neben einem Digitalprogramm riefen bei Glaubenskonferenzen an sechs Orten in Bayern die Prediger zu geistlicher Erneuerung der Kirche und Rückbesinnung auf die Botschaft von Jesus Christus auf, von der die Menschen gerade in Krisen getragen werden können.

Dekan Till Roth: In der Krise bei Jesus Christus bleiben

In seiner Predigt in Lohr am Main sagte Dekan Till Roth, dass es bei vielen Kirchenmitgliedern bis mitten in die Theologie "weitreichende Zweifel an der Bedeutung Jesu" gebe.

Die Zahl der Kirchenmitglieder gehe kontinuierlich zurück, Konfirmanden hätten zum großen Teil erschreckend wenig Vorwissen über die Bibel und den christlichen Glauben. In dieser Krise müsse es der Kirche klar sein, "dass wir vor allem bei Jesus Christus bleiben und weiter von ihm lernen wollen, dann wird es mit ihm durch die Krise in seine Zukunft gehen", sagte der Dekan, der auch Vorsitzender des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) ist, der zum Christustag eingeladen hatte.

Rolf Hille sieht in Kirchenkrise Chance zur Erneuerung 

Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Rolf Hille, betonte bei dem Lohrer Christustag, dass ein Ruck durch die Kirche gehen müsse: "Wir müssen vom Beamtendenken und der Versorgungsmentalität weg kommen hin zu einer vom Pioniergeist erfüllten Kirche."

Deshalb könne die Kirchenkrise auch eine "Chance zur Erneuerung und inneren Wandlung" sein. Denn die Menschen bräuchten die Gewissheit ethischer Orientierung und "Halt und Trost in der Bindung an einen lebendigen Gott".

Wolfgang Becker: Glaube an Christus gibt Halt 

In seiner Christustags-Predigt in Unterschwaningen sagte Wolfgang Becker, Rektor des breitgefächerten Diakoniewerks Hensoltshöhe, dass es ein entscheidender Unterschied sei, wenn Menschen in Corona-Krise mit Jesus unterwegs sind.

Auch Christen könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, in ihren Dienst in der Pflege, der Kindererziehung oder der Unternehmensleitung an ihre Grenzen kommen. Aber Jesus rufe ihnen zu, dass er trotzdem für sie da sei. Mit Jesus an ihrer Seite könnten die Menschen auch die Unsicherheiten der Krise aushalten.

Pfarrer Dirk Acksteiner sieht Zukunft für Kirche

Im oberfränkischen Lichtenfels sagte Pfarrer Dirk Acksteiner, dass sich die Kirche nicht von Zahlen treiben lassen sollte.

In Bayern gehöre die Hälfte der Bevölkerung immer noch einer christlichen Kirche an. Die Saat des Glauben sei aufgegangen und wachse weiter. "Wir können darauf vertrauen, dass Jesus seine Kirche erhält", sagte der Theologe.

Der Christustag wurde zum ersten Mal gemeinsam von dem bayerischen ABC und der ChristusBewegung lebendige Gemeinde Württemberg und der ChristusBewegung Baden veranstaltet. Die Christustage in Württemberg haben eine deutlich längere Tradition: dort werden bereits seit mehr als 50 Jahren Bibel- und Glaubenskonferenzen unter diesem Titel veranstaltet.

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