4.11.2020
Corona

Corona-Skeptiker geben Demo in München als Gottesdienst aus: Bischöfin kritisiert Vorgehen scharf

Die Initiative "Querdenken" meldete eine Demonstration gegen Corona-Maßnahmen als Gottesdienst und umging damit die aktuellen Vorschriften. Auf diese Weise wurden Proteste mit rund 1900 Teilnehmern ermöglicht. Die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover kritisiert das Vorgehen.

Die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover kritisiert die Initiative "Querdenken", die eine Demonstration von Corona-Skeptikern in München als Gottesdienst ausgegeben hatte.

"Das ist ein abstoßender Missbrauch eines hohen Rechtsgutes", schrieb Regionalbischöfin Bahr am Montag auf Twitter zu der Aktion der Initiative "Querdenken".

Wer nun allerdings fordere, ein Recht müsse ganz abgeschafft werden, weil es missbraucht worden sei, der argumentiere "zutiefst illiberal", erklärte die Theologin. "Ich finde das verstörend." Bahr ist Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Die Proteste

Am Sonntagnachmittag hatten sich auf der Theresienwiese in München rund 1.900 Gegner der Corona-Beschränkungen zu Protesten versammelt.

Weil die Polizei und Gerichte jedoch nur 1.000 Teilnehmer zugelassen hatten statt der angemeldeten 5.000, erklärten die Organisatoren die Versammlung kurz vorher zum Gottesdienst.

Schlupfloch in der bayerischen Corona-Verordnung

Sie nutzten damit offenbar ein Schlupfloch in der bayrischen Corona-Verordnung, die für Gottesdienste im Freien keine Teilnehmer-Obergrenze vorsieht.

Auf der Bühne sprachen unter anderem ein Pastor einer Freikirche und der ehemalige Fernsehpfarrer Jürgen Fliege. Zudem waren dort am katholischen Allerheiligentag Kreuze und Grablichter aufgebaut.

Die Polizei ließ die Versammlung zunächst laufen, beendete sie aber gegen Abend, da sich die Veranstaltung immer mehr zu einem Konzert entwickelt habe. 

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