München (epd). Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat in ihrem dritten Arbeitsbericht Gebiete in Schwaben sowie Unter- und Oberfranken als geeignete Orte für Atommüll-Endlager ausgeschlossen. Das sei eine gute Nachricht für die Menschen in den betroffenen Regionen, erklärte der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Allerdings könne 2027 noch ein Teilgebiet in Ostbayern als möglicher Standort vorgeschlagen werden.

Die Staatsregierung erwarte vom Bund, dass diese "aus unserer Sicht ungeeigneten Regionen schnell aus dem weiteren Verfahren genommen werden", sagte Glauber. Der Mitteilung zufolge handelt es sich dabei um die Kristallin-Gebiete in den östlichen Landesteilen der Oberpfalz und von Niederbayern. Glauber betonte, dass Sicherheit bei der Endlager-Suche an erster Stelle stehen müsse. Gesteinsformationen, die hochradioaktive Abfälle für eine Million Jahre sicher einschließen könnten, seien in Bayern nach derzeitiger Erkenntnis nicht vorhanden.

Geologie vor Politik

Auf den Sicherheitsaspekt verwies auch der Sprecher für Energie und Klimaschutz der Landtags-Grünen, Martin Stümpfing: Für die betroffenen Regionen zähle allein, welcher Standort die größtmögliche Sicherheit für Menschen und Umwelt biete. "Die Geologie muss entscheiden, nicht die Politik", sagte Stümpfing in einer Presseerklärung vom Dienstag.

Die bisherigen Regionalkonferenzen zur Bürgerbeteiligung kritisierte der Grünen-Sprecher jedoch als "viel zu dürftig". Die Menschen bräuchten Zeit, um Untersuchungen zu prüfen und wissenschaftliche Expertise einzuholen.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte am Dienstag letztmalig einen aktuellen Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlicht. Ende 2027 sollen dann die Standortregionen für die Erkundung vorgeschlagen werden. Mit dem aktuellen Arbeitsstand reduziere die BGE die weiterhin in Frage kommende Fläche auf weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes, heißt es auf der Homepage.