München (epd). Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, nach der jüngsten Morddrohung gegen sie die volle Solidarität der Bundesregierung ausgesprochen. Bei einem Gespräch am Dienstagmorgen in München habe er ihr versichert, "zusammenzustehen mit allen Jüdinnen und Juden in München, Bayern, Deutschland und der ganzen Welt", sagte Wadephul bei einer Pressekonferenz nach der Ministerratssitzung des bayerischen Kabinetts in München. Das Gespräch habe ihn tief bewegt, so der Außenminister.

"Jüdinnen und Juden dürfen niemals mehr in Angst leben in Deutschland, dafür steht diese Bundesregierung", sagte Wadephul. "Wir stehen für ein weltoffenes Deutschland, das fest in einem geeinten Europa und im transatlantischen Bündnis verankert ist, das sich nicht nach innen wendet, das verlässlich ist und sich auf seine Verbündeten verlassen kann."

Staatsschutz ermittelt

Am Freitag war bekannt geworden, dass Unbekannte im Englischen Garten in München eine schriftliche Morddrohung gegen Knobloch hinterlassen hatten. Laut Medienberichten bezog sich das Graffiti direkt auf den jüngsten Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt, den Knobloch zuvor scharf kritisiert hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft München und der Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen.