Nackt und allein sitzt ein Mensch auf der Erde. Der Mensch. Friert nicht, schwitzt nicht, sieht nur das Land und den Strom und sonst nichts. Weil sonst noch nichts ist. 

Aber vom Nichts, davon gibt’s sehr viel. Und der Mensch ist der Einzige weit und breit. Es könnte ihm alles gehören, all die feuchte Erde und der weite Himmel. Wenn er wüsste, was das ist, Besitz. Weiß er aber nicht. Weil es keinen Unterschied macht, ob ich alles oder nichts besitze, wenn ich allein bin auf der Welt. Weil da niemand ist, der sieht, was ich habe und ob ich vor allem mehr habe als andere. 

Der Mensch ist aus der Erde geschaffen, auf der er sitzt. Erde, aus der ein Strom emporsteigt und das Land tränkt. Aus dieser feuchten Erde ist der Mensch geformt. Hände, Füße, Kopf, Rumpf – alles meisterlich geschaffen. Und dann mit Gottes Seelenatem belebt. 

Wasser, Erde und Luft hat Gott zusammengebracht, und ein atmendes Leben aus Himmel und Erde erschaffen. Ein Himmelserdenkind. So allein, und doch nicht mutterseelenallein, denn die Ewige ist da. Ohne den Seelenatem der Ewigen wäre das Himmelserdenkind nicht.

Ein atmender Erdenkloß Gottes allein im weltweiten Raum. Alles gehört ihm und nichts. Alles gehört einem und zugleich der gesamten Menschheit. Denn die ganze Menschheit ist eins in Adam, ein Mensch. 

Nun legte die Ewige einen Garten in Eden an, das ist im Osten, und setzte das gerade geformte Menschenwesen dort hinein. Aus dem Acker ließ Gott sodann alle Bäume aufsprießen, reizvoll zum Ansehen und gut zum Essen, samt dem Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. (Gen 1,8-9)

Das perfekte Leben als Einzelgänger

Alles ein großes Geschenk. Gott legt für Mensch einen Garten an. Wie ein perfekter Landschaftsarchitekt plant und pflanzt Gott einen Garten, ganz ohne Warten. Die Bäume stehen gleich in voller Pracht. Das erste Menschlein muss nicht jahrelang gießen und bangen, ob der Apfelbaum wirklich mal tragen wird und die Kirsche ihr Versprechen hält. Der Rasen wächst und der Acker bringt Frucht. Mensch wird von Gott ernährt, ohne schweißtreibende Arbeit. Noch hat der Magen vom Menschen nie geknurrt, noch kennt er keinen Durst, keine Schufterei und keine Missernte.

Es ist das perfekte Leben für einen ultimativen Einzelgänger, der sich selbst genug ist. Nur um sich selbst könnte er sich sorgen und auch das hat er wahrscheinlich noch gar nicht gelernt beim göttlichen All-Inclusive-Versorgungspaket. Sorglos lebt Mensch vor sich hin, ohne Aufgabe, ohne Ziel, ohne Sinn. Und das geht nun nicht. Also handelt Gott.

Die Ewige nahm das Menschenwesen und brachte es in den Garten Eden, ihn zu bearbeiten und zu beaufsichtigen. (Gen 1,15)

Mensch hat nun eine Aufgabe, eine echte Arbeit mit viel Macht. Schlafen, Essen, Arbeiten, sein eigener Chef sein, keine nervigen Mitarbeiter, keine Familie, die sich ständig beschwert, dass man zu wenig Zeit mit ihr verbringt. Es ist der scheinbare Paradieszustand des erfolgreichen Mannes. Nur die Anerkennung durch andere, die fehlt. 

Dann sagte Gott: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will für ihn eine Hilfe machen, so etwas wie ein Gegenüber." Da bildete die Ewige aus Ackererde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zum Menschen, um zu beobachten, wie er sie nennen würde. Ganz so wie der Mensch – das atmende Leben – sie nennen würde, so sollte ihr Name sein. Da gab der Mensch allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen. Aber für das Menschenwesen fand sich keine Hilfe, die so etwas wie ein Gegenüber wäre. (Gen 1,18-20)

Da fehlt noch was

Wann ist ein Mensch ein Mensch? 

Die biblische Urgeschichte leuchtet diese Frage aus. Ist ein beatmeter und beseelter Erdenklumpen ein Mensch? Macht die Macht über die Natur den Menschen aus? Oder erst die Fähigkeit, Tiere zu benennen und sich vor ihnen zu schützen, sie zu beherrschen und zu jagen? 

Das alles, so erzählt es die Bibel, ist nicht hinreichend. Das Alleinsein tut dem Menschen nicht gut. Er braucht einen anderen Menschen, einen Freund auf Augenhöhe, einen, der mit anpackt und hilft. 

Tiere sind naheliegend. Ochse und Esel, die geduldig schleppen, was ihm zu schwer ist. Dazu Hund und Katze, die so viel Liebe zeigen und stundenlang gekuschelt werden wollen. Ein paar bunte Schmetterlinge für die Augen und Kolibris und Pfauen, einfach, weil sie schön sind. 

Doch nichts davon reicht aus. Kein Tier ist ein echtes Gegenüber für Adam. Wenn er abends dem Hund vom Tag erzählt, lauscht dieser mit großen Ohren und guckt so verständig. Könnte er doch reden. Könnte er doch seine eigenen Geschichten erzählen und ihn zum Lachen bringen.

Adam hat alle Hilfe, die er körperlich braucht. Und doch fehlt da wer.

Da ließ Gott einen Tiefschlaf auf das Menschenwesen fallen, dass es einschlief, nahm eine von seinen Seiten und verschloss die Stelle mit Fleisch. Dann formte die Ewige die Seite, die sie dem Menschenwesen entnommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu Adam, dem Rest des Menschenwesens. (Gen 1,21-22)

Verletzlich-glückliche Menschheit

Adam spendet einen Teil seines Körpers, um ein anderes Leben möglich zu machen und um selbst zum Mann zu werden. Der Mensch muss sich verletzlich machen, um ganz Mensch sein zu können. Das spürt Adam sofort. Wie in einem Spiegel erkennt er die Frau als ebenbürtig und gleichwertig. Jetzt erst werden aus einem Menschen Mann und Frau. Und nun ist die Menschheit komplett. 

Da sagte der Mensch als Mann: "Dieses Mal ist es Knochen von meinen Knochen, und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll Ischscha, Frau, genannt werden, denn vom Isch, vom Mann, wurde die genommen!" Und obwohl die beiden nichts anhatten, der Mensch als Mann und seine Frau, schämten sie sich nicht. (Gen 1,23-25)

Nichts ist den beiden fremd oder unangenehm. Sie sind die Schönsten auf der Welt. Stolz und aufrecht laufen sie, küssen und lieben sich. Es gibt niemanden, mit dem sie sich messen müssten, keine Frau mit schönerem Busen oder volleren Lippen oder schlankerer Taille. Keinen Mann mit mehr Muskeln und weniger Bauchfett. Adam und Eva sind perfekt, weil sie der Maßstab sind. Sie teilen alles, selbst ihre Knochen und ihr Fleisch. Da ist nichts, was sie voreinander verbergen müssten. Vollkommen verletzlich sind sie und genau deshalb vollkommen verbunden. Füreinander zur Hilfe geschaffen, ohne Unterordnung. 

Dass die Frau dem Mann dienen solle, erzählt diese Geschichte nicht.  Zur Hilfe kommt dem Menschen Gott in den Geschichten des Alten Testaments. Und das würde sicherlich niemand als göttliche Unterordnung interpretieren.

Wann ist ein Mensch ein Mensch?

Zwei Menschen sitzen im Paradies. Sie frieren nicht, sie schwitzen nicht, sie haben nichts und doch alles, was sie brauchen. Denn sie haben einander und eine gemeinsame Zukunft. Die Welt gehört ihnen, sonst ist da ja niemand. Außer Gott natürlich, aber der hält sich raus aus der menschlichen Zweisamkeit.

Füreinander sind sie nun da, umeinander sorgen sie sich. Denn allein sein, das wollen sie auf keinen Fall. Mensch weiß noch, wie einsam das war. Damals hatte Adam alle Zeit der Welt zum Grübeln über seine Existenz. Jetzt gilt seine Hauptsorge Eva und Eva geht es genauso. Adam merkt, wie gut es tut, sich um andere zu sorgen statt um sich selbst. Wenn Eva hustet, kocht er ihr einen Tee und massiert ihr den Rücken mit Kräutern ein. Wenn er mit Fieber darniederliegt, macht ihm Eva kalte Wadenwickel und legt ihre kühle Hand auf seine heiße Stirn. Kranksein ist viel weniger schlimm, wenn sich wer kümmert. Gemeinsam fühlt sich das Leben sicher an.

Sicherheit durch andere

Wenn ich an Sicherheit denke, dann ist das oft ehrlicherweise eher materieller Natur. Da geht es um Gehalt und Lebenshaltungskosten, um Vorsorge und Rentenpunkte und um die Hoffnung, nie von jemandem finanziell abhängig sein zu müssen. Weder von meinem Partner noch von meinen Eltern oder Kindern oder dem Staat. Mit gewissem Stolz denke ich daran, dass ich meinen Lebensunterhalt seit dem Abitur selbst bestritten habe mit Stipendien und vielen Nebenjobs. Bis ich kurz nach meinem Studienabschluss meine Tochter gebar. Und plötzlich auf so viel Hilfe angewiesen war. 

Mein Partner studierte gerade noch im Ausland und so zog ich wie selbstverständlich wieder zuhause bei meiner Mutter ein. Beim Jobcenter musste ich Hartz IV beantragen und war dankbar über einen Zuschuss der Caritas zur Erstausstattung fürs Baby. Für einige Monate habe ich erlebt, wie überlebensnotwendig strukturelle und familiäre Solidarität sind und wie schnell ich nicht mehr allein für mich selbst sorgen kann. Wenn da nämlich ein Minimensch ist, der all meine Fürsorge braucht und das, was ich habe, nicht mehr ausreicht. Dann brauche ich andere, die mich tragen und für mich sorgen. 

Ernten, was andere gepflanzt habe

Von einem schweigt die Paradieserzählung gänzlich: vom Besitz. Gerade nachdem so viel von Sorge, Hilfe und Solidarität erzählt wurde, fällt das auf. Adam und Eva bekommen den Garten nicht überschrieben. Es gibt keine Grundbucheintragung.

Mensch darf leben, essen, staunen, arbeiten. Eigentümer sind die beiden nicht, eher Gärtner*innen auf Zeit. Eingesetzt, um zu bebauen und zu bewahren. Sie wohnen quasi zur Miete. 

In unserem Pfarrgarten wird mir das sehr deutlich. Alles, was da wächst, haben andere gepflanzt. Als wir einzogen, stand gerade der Pfirsichbaum in voller Ernte, wir kamen kaum hinterher mit dem Marmelade einkochen und essen immer noch davon, heute, 4 Jahre später. Unsere Vorgänger*innen und ihre Familien haben jeweils Spuren hinterlassen. Die eine hat einen Apfelbaum gepflanzt vor 8 Jahren, die andere den Garten mal so angelegt, dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht. Wir haben die Sitzecke vergrößert und Wegplatten verlegt zum Fahrradschuppen. Wer nach uns kommt, wird eigene Akzente setzen. Unser Pfarrhaus ist unser Zuhause auf Zeit. Wir mieten es und tragen Verantwortung für seinen Erhalt. Solange, bis ich die Pfarrstelle wechsle. Dann ziehen wir weiter und neue Menschen werden hier leben. 

In einem großen Pfarrhaus zu wohnen, ist ein riesiges Privileg. In Deutschland leben Hunderttausende Menschen ohne eigene gesicherte Wohnung. Und noch viel mehr leben so beengt, dass Zuhause kein Schutzraum mehr ist: fast jedes fünfte minderjährige Kind wohnt in einer Wohnung mit zu wenigen Zimmern. Da fehlt dann nicht nur Quadratmeterzahl. Da fehlt Ruhe. Ein Platz für Hausaufgaben. Ein Ort, an dem niemand sofort alles mitbekommt. Armut greift nach dem Selbstwert, macht einsam und klein und lässt Menschen dauernd rechnen, verzichten, erklären. Aber kein Mensch ist weniger Mensch, weil das Geld nicht reicht. Kein Kind ist weniger gewollt, weil sein Zimmer fehlt. 

Schäme dich nicht

Wie sehr sind arme Menschen auf tragfähige Netze angewiesen: Familie, Freund*innen, Nachbarschaft, Kirche, Sozialstaat. Ohne solche Hilfe wird aus einem knappen Monat schnell ein beschämendes Lebensgefühl.

Bevor wir nach Nürnberg gezogen sind, haben wir dreieinhalb Jahre in Kalifornien in den USA gelebt. Ein wunderschöner Flecken Erde, dem Paradies sehr nah mit allem, was das Herz begehrt. Obst und Gemüse wächst in rauen Mengen, es gibt Meer und Berge, ich kann an einem Tag surfen und am nächsten Ski fahren. Dazu herrliche Vegetation, gute Schulen und fantastische Theater. Herrlich. Und herrlich teuer. Einigermaßen naiv zogen wir hin und merkten nach wenigen Wochen: Unser Geld reicht hinten und vorne nicht. Mein Gehalt als Auslandsvikarin deckte kaum die Kitakosten unseres Sohnes. 

Also suchte ich nach Möglichkeiten, Geld zu sparen. Ich fand eine sehr aktive Foodsharing Community und radelte ab da fast täglich durch die Stadt, um Essen von Restaurants und Bäckereien abzuholen und weiter zu verteilen. Es war eine Win-Win-Situation: ich konnte Essen vor der Tonne retten, anderen Menschen Gutes tun und für meine eigene Familie sorgen. 

Auf Facebook wurde ich Mitglied der Gruppe "Buy Nothing", auf Deutsch: Kauf nichts. Im Umkreis von 1 km waren da Nachbar*innen drin, die einander aushalfen. Wer etwas zu verschenken hatte, bot es an. Wer etwas brauchte, durfte danach fragen. Es gab kein "zu viel fragen" oder "zu viel geschenkt bekommen". Jede bekam, was sie brauchte. Jede gab, was sie hatte. Ich bot meine Zeit als Seelsorgerin an und Menschen nahmen es dankbar an.

Wir wurden wir Teil einer Nachbarschaftsgemeinschaft, lernten Menschen kennen und fühlten uns gesehen, unterstützt und gebraucht.

Später wechselte ich die Stelle und verdiente gut als Pfarrerin. Was habe ich es genossen, nun endlich auch etwas verschenken zu können und großzügig zu sein. 

Diese Jahre haben mich viel gelehrt. 

Da war erstmal die riesige Scham, die es zu überwinden galt. Arm zu sein fühlt sich schnell selbstverschuldet an. Es ist peinlich, zugeben zu müssen, sich nicht den Restaurantbesuch mit Freundinnen leisten zu können oder den Drink nach der Arbeit. Es ist geradezu beschämend, auf Essenspenden angewiesen zu sein. 

Diese Scham kam von innen, aus mir heraus. Denn meine Umgebung tat nichts, um dieses Gefühl zu schüren. Im Gegenteil. Wir trafen auf so viele hilfsbereite, großzügige Menschen in Kirche, Nachbarschaft und Schule. Die Kita unseres Sohnes packte uns selbstverständlich die Reste vom Mittagessen ein und bedankte sich noch, dass wir das Essen retten würden. Freunde zahlten unseren Kindern die Sportkurse und liehen uns ihre Autos. Niemand machte uns einen Vorwurf daraus, uns dieses teure Leben nicht leisten zu können. Viele hatten selbst schon diese Erfahrung gemacht.

Dann war da die Frage: Wie kann ich die Großzügigkeit annehmen, ohne sie direkt zurückgeben zu können? Ich habe gelernt, was es heißt, beschenkt zu werden. Dass ein Geschenk zu nichts verpflichtet und keine Gegenleistung erwartet. Wie wundervoll sich das anfühlt.

Ich habe gelernt: Was ich heute nicht brauche, kann ich verschenken. Was ich morgen brauche, wird mir ein anderer schenken. Das ist erprobtes Vertrauen auf die Fürsorge anderer. Ohne schlechtes Gewissen. Sorglos leben und für andere sorgen, wenn ich kann. 

Du kannst dich bei mir anlehnen, dich auf mich verlassen. Lean on me! Ich werde da sein, wenn du dich schwach fühlst. Überwinde deinen Stolz! 

Deine Not ist meine Not

Wann ist ein Mensch ein Mensch? 

Wenn Menschen aufeinander angewiesen sind und sich aufeinander verlassen können. Das ist es, was das Paradies zum Paradies macht. Hundertprozentige Solidarität unter Menschen. Niemand muss alles allein hinkriegen. Stärke heißt, zu erkennen, wo ich Hilfe brauche. Und sie dann annehmen. Das schafft Sicherheit in allen Lebenslagen. 

Dann ist die Not des Einzelnen keine Katastrophe, sondern ein Auftrag. Helft einander. Dafür seid ihr nämlich geschaffen. Zur Hilfe hat Gott die eine Menschheit geschaffen. Zur gegenseitigen Unterstützung in schweren Zeiten. Nicht individuelle Armut ist dann das Problem, sondern dass Menschen einander die Hilfe verweigern, die sie selbst irgendwann brauchen werden. Denn niemand lebt aus eigener Kraft. Nicht mal die, die gerade meinen, sie hätten alles im Griff.

Die Paradieserzählung erzählt die hoffnungsstiftende Gegengeschichte zum Faschismus. Wo die Rechtsextremen Angst und Ausgrenzung als Lösung anbieten, schenkt Gott der Menschheit alles, was sie braucht. Einen Garten und vor allem, andere Menschen. In den wenigen biblischen Versen liegt das Geheimnis des Zusammenlebens. Einander helfen ohne Scham, ganz ebenbürtig. So hat Gott sich das gedacht.

Der Schlüssel fürs Leben

Aus einem einzigen Menschen werden Adam und Eva. Aus einem Leib kommt die gesamte Menschheit ins Leben. Dass sie füreinander zur Hilfe geschaffen sind, gerät so schnell immer wieder in Vergessenheit.  Adam und Evas Kinder bekämpfen und töten einander über das leidige Thema des Besitzes, der Anerkennung, der Macht.  

Jesus Christus ist der neue Adam, das biblische Bild für Erlösung. Er ist der, in dem die vielen verstreuten Menschen wieder zu einem Leib werden, zu einer Menschheit, die miteinander teilt und füreinander einsteht. Zu Menschen, die einander fragen: Was brauchst du? Und: Was kannst und möchtest du beitragen? Denn Gemeinschaft entsteht da, wo möglichst viele erleben: Ich gehöre dazu. Ich kann dir eine Hilfe sein und ich kann deine Hilfe annehmen. 

Dafür wurde die Menschheit von Gott in Adam und Eva erschaffen und sie schämten sich nicht voreinander. Sie sorgten füreinander. Darin liegt der Schlüssel fürs Leben. Vielleicht wird es paradiesisch.

Die Evangelische Morgenfeier

"Eine halbe Stunde zum Atemholen, Nachdenken und Besinnen" - der Radiosender Bayern 1 spielt die Evangelische Morgenfeier für seine Hörer:innen immer sonntags von 10.05 bis 10.30 Uhr. Dabei haben Pfarrer:innen aus ganz Bayern das Wort. "Es geht um persönliche Erfahrungen mit dem Glauben, die Dinge des Lebens - um Gott und die Welt."

Sonntagsblatt.de veröffentlicht die Evangelische Morgenfeier im Wortlaut jeden Sonntagvormittag an dieser Stelle.