München, Ebersberg (epd). Acht Chöre und Musikvereinigungen aus Bayern, die seit mehr als 100 Jahren bestehen, sind heuer mit Zelter- und Pro Musica-Plaketten ausgezeichnet worden. Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) verlieh die Plaketten und zehn Ehrenamtsmedaillen für Laienmusik am Samstag im oberbayerischen Ebersberg. "Heute zeigt das Musikland Bayern seine stärkste Besetzung", sagte Blume laut Mitteilung. Die Plaketten stünden "für 800 Jahre gelebte Musikgeschichte in Summe" und die Medaillen "für die Menschen, die diese Geschichte Tag für Tag engagiert weitertragen".
Der Präsident des Bayerischen Musikrates, Bernd Sibler, sagte: "Wer in einem Chor singt oder in einer Kapelle musiziert, schafft weit mehr als Klang: Er schafft Zusammenhalt, Heimat und kulturelle Identität." Die Ensembles bewiesen, dass musikalische Größe "durch Ausdauer, Leidenschaft und Zusammenhalt" entstehe, so Blume.
Die Plaketten sind Auszeichnungen des Bundespräsidenten
Die Zelter-Plakette ging an sechs Gesangsensembles: Männergesangverein Falkendorf (Erlangen-Höchstadt), Madrigalchor bei St. Anna (Augsburg), Neuer Chor Anzingen (Ebersberg), Männergesangverein Igensdorf-Mitteldorf (Forchheim), MGV "Edelweiß" Lindelbach-Stöckach (Forchheim), Sängervereinigung Burkardroth (Bad Kissingen).
Die Pro Musica-Plakette erhielten zwei Instrumentalgruppen: Musikverein Harmonie Dettingen/Main (Aschaffenburg), Evangelischer Posaunenchor Wunsiedel. Zudem wurden zehn Menschen mit der Ehrenamtsmedaille ausgezeichnet.
Stiftungen des Bundespräsidenten
Die Zelter-Plakette wurde 1956 von Bundespräsident Theodor Heuss als staatliche Auszeichnung für Chorvereinigungen gestiftet und ist nach dem Laienchor-Pionier Carl Friedrich Zelter benannt. Die Pro Musica-Plakette wurde 1968 von Bundespräsident Heinrich Lübke für Instrumentalgruppen eingeführt - ebenfalls aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens. Die Ehrenamtsmedaille wird seit 2021 alle zwei Jahre durch das bayerische Kunstministerium verliehen.