München (epd). Den Bayerischen Buchpreis 2026 erhalten die Autorinnen Shida Bazyar und Susanne Heim. Bazyar wurde in der Kategorie für ihren Roman "Die Lücken ausgezeichnet und Heim in der Kategorie Sachbuch für ihr Buch "Die Abschottung der Welt", wie die Veranstalter am späten Donnerstagabend in München mitteilten. Der Journalist Stefan Aust erhielt den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten, der Bayern2-Publikumspreis ging an die Autorin Annette Dittert für ihr Buch "Dear Britain".

Bei der Veranstaltung am Donnerstagabend in der Münchner Residenz diskutierte die Buchpreis-Jury live und in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren sowie vor geladenem Publikum. Zur Debatte standen drei Romane und drei Sachbücher, bis die Wahl auf Bazyar und Heim fiel. Die Preisträgerinnen erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan. Die Jury bestand aus Mal Maja Beckers ("Die Zeit"), Andreas Platthaus ("Frankfurter Allgemeine Zeitung") und Marie Schoeß (Bayerischer Rundfunk).

Facettenreich und akribisch recherchiert

Die Jury urteilte, dass Bazyars Roman "Die Lücken" an Facettenreichtum "kaum zu überbieten" sei. Aus individuellen Schicksalen werde über einen Zeitraum von 90 Jahren das Bild einer deutschen Kleinstadt zusammengesetzt. Bedrückend werde die Kontinuität der Ausgrenzung beschrieben. Heims "Die Abschottung der Welt" ist laut Jury "der Musterfall eines Sachbuchs". Auf der Basis akribischer Recherche werde ebenso erzählt, was aus dem NS-Regime fliehende Juden in anderen Staaten erwartete.

Der Bayerische Buchpreis wurde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche vergeben, gefördert wird er von der Bayerischen Staatskanzlei. Der Radiosender Bayern2 ist Medienpartner.