Passau (epd). Über die Bedeutung der Menschenrechte und ihre Verbindung zum christlichen Glauben spricht der frühere bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Reformationstag in Passau. Seine Kanzelrede unter dem Titel "Gelebte Menschenrechte" beginnt am 31. Oktober um 19 Uhr in der Evangelischen Stadtpfarrkirche St. Matthäus.

Bedford-Strohm wolle dabei der Frage nachgehen, wie Menschenrechte im Alltag tatsächlich gelebt werden können, teilte das evangelische Dekanat Passau am Mittwoch mit. Freiheit, Gleichheit und Würde seien jedem Menschen aufgrund seines Menschseins gegeben. Zugleich verweist der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland auf die biblischen Wurzeln des Menschenrechtsgedankens, insbesondere auf die Gottebenbildlichkeit des Menschen und das Gebot der Nächstenliebe.

Kritik an Instrumentalisierung

Kritisch blickt Bedford-Strohm auf den Umgang der Kirchen mit den Menschenrechten in der Vergangenheit. "Es hat lange gedauert, bis die Kirchen ein klares Ja zu den Menschenrechten gesagt haben, anstatt sie als säkulare Zeitgeisterscheinung abzutun", erklärte er im Vorfeld der Veranstaltung.

Heute würden Menschenrechte vielfach vor allem dann bemüht, wenn es darum gehe, politische Gegner zu kritisieren. Die Kanzelrede soll deshalb auch der Frage nachgehen, was die Kirchen einer solchen Instrumentalisierung entgegensetzen können. Besonderes Augenmerk gilt der Weltkirche und dem Weltkirchenrat und deren Engagement für die Menschenrechte.

Teil der "Wochen zur Demokratie Passau"

Die Veranstaltung mit Bedford-Strohm findet zum 55-jährigen Bestehen der Passauer Gruppe von Amnesty International statt und ist Teil der "Wochen zur Demokratie Passau". Am 1. November wird Bedford-Strohm zudem den Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Matthäus gestalten.