Der Münchner Rat der Religionen feiert sein 10-jähriges Bestehen mit einem Friedensgebet. Unter dem Leitwort "Zehn Jahre zusammen unterwegs" seien Gläubige aller Religionsgemeinschaften am Dienstagabend (29. September) in die ehemalige Karmeliterkirche eingeladen, teilten Ordinariat und Dekanat in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Zum Jubiläum werde Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) ein Grußwort sprechen. Der Rat der Religionen wurde laut Mitteilung 2016 gegründet, "um die Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften vor Ort zu stärken und durch Dialog und Beratung das gegenseitige Verständnis und Zusammenleben in der Stadtgesellschaft zu verbessern".
Zum Münchner Rat der Religionen gehören neben den Protestanten, Katholiken und verschiedenen orthodoxen Kirchen auch das Münchner Forum für Islam und der Muslimrat, die Liberale Jüdische Gemeinde, die Buddhistische Gemeinschaft, die Aleviten und Bahai sowie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.
Gemeinsame Zeichen für den Frieden
Der Rat habe sich in den letzten zehn Jahren immer wieder durch gemeinsame Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen zu Wort gemeldet "und wichtige Zeichen gesetzt, dass die Religionsgemeinschaften in München gemeinsam für den Frieden eintreten", sagte Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, laut Mitteilung. Ein regelmäßiger Dialog sei "die entscheidende Basis dafür". Der evangelische Stadtdekan Bernhard Liess betonte: "Wo Religionen einander friedlich begegnen und aufeinander hören, wird die Gesellschaft menschlicher."
Klingan verwies allerdings auch auf "Zerwürfnisse zwischen einzelnen Partnern" als Folge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Man wolle "weiter daran arbeiten, dass wieder alle Religionsgemeinschaften in München an einem Tisch sitzen können".