München (epd). Vier von zehn Studierenden geht es laut einer Befragung nicht gut. Rund 42 Prozent bewerten ihr Wohlbefinden als schlecht oder eingeschränkt, wie die Krankenkasse Barmer am Freitag in München mitteilte. Lediglich 37 Prozent schätzten es als gut bis sehr gut ein. Dies zeige eine bundesweite, repräsentative Befragung. Besonders häufig beschäftigten die Befragten ihre finanzielle Situation und die Anforderungen des Studienalltags.

Die Studienzeit sei für viele junge Erwachsene eine Weichenstellung, sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Alfred Kindshofer. Zugleich träfen zahlreiche Anforderungen aufeinander. Wenn daraus dauerhaft Belastungen entstehen, könne das Wohlbefinden oder gar die Gesundheit leiden.

Zehn Prozent waren "nur gelegentlich" gut gelaunt

Zwar geben 48 Prozent der Studierenden an, in den vergangenen Wochen meistens guter Stimmung gewesen zu sein. Rund zehn Prozent jedoch berichten, nur gelegentlich froh gewesen zu sein. Zudem sagen lediglich 43 Prozent, dass ihr Studium ihren Idealvorstellungen weitgehend entspricht. Für 31 Prozent trifft dies nicht zu.

Als wichtigste Gründe für Unzufriedenheit nennen die Befragten fehlende Motivation (42,5 Prozent), Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Studium und Nebenjob (38,9 Prozent) und eine hohe Studienbelastung (37,1 Prozent).

Schlechteres Wohlbefinden als Gesamtbevölkerung

Studierende schneiden beim Wohlbefinden schlechter ab als die Gesamtbevölkerung. Auf dem "Well-Being-Index" erreichen sie 54 von 100 Punkten, die Gesamtbevölkerung rund 60 Punkte. Laut Barmer weisen erst Werte ab 60 Punkten auf ein gutes Wohlbefinden hin. Zudem bewerten Studierende in den ersten vier Semestern bewerten ihre Situation positiver als Studierende in höheren Semestern.

Im Auftrag der Barmer befragte die Kommunikationsagentur We are Family im Zeitraum von 27. Februar bis 12. März bundesweit 752 Studentinnen und Studenten. Dabei wurde das Wohlbefinden gemäß dem Well-Being-Index der der World Health Organization (WHO) gemessen.