München (epd). Mit einer Petition und einem Aktionstag in München und anderen deutschen Städten will die Initiative "Grundgesetz für alle" für den Schutz sexueller und geschlechtlicher Identität in der Verfassung werben. Dies soll durch eine Änderung des Artikels 3 Grundgesetz erreicht werden, teilte die Initiative am Dienstag in München mit. Zur Veranstaltung auf dem Münchner Karlsplatz am Sonntag (19. September ab 14 Uhr) werden unter anderem die zweite Bürgermeisterin der Stadt, Katrin Habenschaden (Grüne), sowie Vertreter der queeren Community, der Religionsgemeinschaften, von Verbänden und aus der Kultur erwartet.

"Wir wollen ein lautstarkes Zeichen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans, Inter und Queeren Menschen setzen", sagte Christian Gaa, Initiator des Aktionstags. Er wisse selbst, was es heiße, als schwuler Mann auch in Deutschland Diskriminierung und Gewalt zu erfahren: Er sei schon körperlich angegriffen worden, beim Blutspenden abgelehnt und ihm sei mehrmals angeraten worden, sich "heilen" zu lassen.

Per Artikel 3 des Grundgesetzes ist die Diskriminierung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale wie Geschlecht oder Religion verboten. Doch Menschen vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten fänden darin bis heute keine Erwähnung, kritisiert die Initiative "Grundgesetz für alle". Der Zusammenschluss von etwa 200 bundesweit tätigen queeren Organisationen, Großunternehmen und Prominenten wie Anne Will oder Udo Lindenberg sowie zahlreichen Abgeordneten fordert daher einen expliziten Schutz durch eine Ergänzung der Verfassung. Eine entsprechende Online-Petition (https://www.change.org/grundgesetz-fuer-alle) wurde innerhalb der ersten 24 Stunden nach Freischaltung bereits von knapp 13.000 Menschen unterzeichnet (Stand: 14. September, 10:30 Uhr).

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