Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) will Kandidierende der Kommunalwahlen im März 2026 auf Social Media mit gezielten Lovestorms unterstützen. "Wir müssen als Christen und Christinnen klar Stellung beziehen und für unsere Werte und die Demokratie eintreten", betonte der Vorsitzende der EJB-Landesjugendkammer, Malte Scholz, beim jährlichen Landesjugendkonvent in Nürnberg. Die Sozialen Medien dürfe man nicht "den Hetzern, Rechtsextremen und falschen Predigern" überlassen, sagte Scholz in seinem Jahresbericht. Gemeinsam mit dem Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern starte die EJB deshalb die Kampagne "Ein JA(hr) für Demokratie!".

Victoria Altschäffel, Referentin für Jugendpolitik bei der EJB, erklärte dazu beim "zett-Magazin": "Der Fokus liegt nicht darauf zu erklären, was Hate Speech ist, warum dies schlecht ist oder einfach Fakten zu vermitteln." Natürlich bekämen die Aktiven Infos, Tipps und Tricks, aber der Fokus liege auf dem Tun. "Wir werden aktiv, die Aktion wird sichtbar im Netz. Es geht von der Theorie ins praktische Handeln."

Sie fügte hinzu: "Wir hoffen, dass wir möglichst viele Menschen motivieren können, sich der Aktion anzuschließen, sodass viele positive Kommentare und Unterstützung für demokratisch Kandidierende entstehen." Und vielleicht inspiriere man ja die eine oder den anderen auch unabhängig vom Lovestorm zur digitalen Zivilcourage.

Debatte um Wehrpflicht

Auch die Debatte zur Wehrpflicht war Thema bei der Vollversammlung der Ehrenamtlichen. Wer engagierte junge Menschen für die Gesellschaft gewinnen wolle, müsse "auf echte Einbindung, Respekt und Freiwilligkeit setzen", betonte Scholz. Freiwilligendienste übernähmen schon jetzt "wertvolle gesellschaftliche Aufgaben", sagte der 24-jährige Sozialarbeiter. Das müsse gestärkt werden, statt parallele Pflichtstrukturen zu schaffen.

Von der Landeskirche forderte Scholz klare Zusagen für die Zukunft der Jugendarbeit. Die Landessynode müsse ihren Beschluss von 2019 zur "Stärkung und Förderung von Kinder- und Jugendarbeit" bestätigen. "Kinder- und Jugendarbeit muss weiterhin ein Schwerpunkt bleiben und darf nicht den zukünftigen Kürzungen zum Opfer fallen", mahnte der Vorsitzende. Deshalb brauche es eine Selbstverpflichtung der Dekanate, ihre Ressourcen "schwerpunktmäßig für die junge Generation einzusetzen".

Die Landesjugendkammer ist das höchste Entscheidungsgremium der Evangelischen Jugend in Bayern. Ihr Vorsitzender Malte Scholz wurde 2024 für drei Jahre in seinem Ehrenamt bestätigt.