Hannover, München (epd). In der Hospizarbeit und Palliativversorgung bestehen nach Auffassung des Münchner Soziologen Niklas Barth ganz unterschiedliche und teils widersprüchliche Vorstellungen davon, was ein gutes Sterben ist. Deshalb müssten alle Beteiligten in jedem Einzelfall neu aushandeln, wie das Lebensende gelingend begleitet werden könne, sagte der Wissenschaftler der Ludwig-Maximilian-Universität München am Mittwochabend in Hannover. Barth diskutierte unter anderem mit dem evangelischen Landesbischof Ralf Meister, der früheren niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) und Experten der Hospiz- und Palliativarbeit über ethische Fragen am Lebensende.

Meister lobte die heute mögliche Palliativversorgung und das Hospizwesen. Sie seien wichtige Zeichen einer barmherzigen, liebevollen Begleitung im Sterben. "Gutes Sterben kann dann gelingen, wenn wir auch im Sterben nicht voneinander weichen", sagte Meister. Die meisten Menschen hätten große Angst vor dem Tod. Nachdenken über gutes Sterben sei deshalb lebenslang wichtig.

Anlass der Diskussion war das Themenjahr "Was ist gutes Sterben?", das der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen, der Hospiz- und Palliativverband Niedersachsen sowie die Hospiz-Stiftung Niedersachsen ausgerufen hatten. Nach Ansicht von Ex-Ministerin Rundt werden in Niedersachsen die Hospizarbeit und die Palliativversorgung gut von der Politik unterstützt: "Wir schaffen Rahmenbedingungen, damit jeder einzelne Bürger am Lebensende gut versorgt und begleitet wird."

Die Vorsitzende des Landesstützpunktes, Marlies Wegner, rief dazu auf, die Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer nicht zu scheuen. Es sei wichtig, Vorsorge für das Lebensende zu treffen und am gesellschaftlichen Wandel mitzuwirken.

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