München (epd). An den Beginn der systematischen Judenvernichtung erinnern der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Kardinal Reinhard Marx, und Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde mit einer Gedenkveranstaltung am Samstag (20. November) auf dem Vorplatz des Gymnasiums München-Nord. Vor 80 Jahren wurden am 20. November 1941 die ersten Münchner Jüdinnen und Juden vom Stadtteil Milbertshofen aus in ein Vernichtungslager nach Kaunas in Litauen deportiert, teilte die Gemeinschaft Sant'Egidio mit. Alle 998 Menschen seien dort zwei Tage nach Ankunft ermordet worden.

"Es war der Anfang der systematischen Judenvernichtung mit bis zu sechs Millionen Toten in der Zeit des Nationalsozialismus", so die Gemeinschaft, die das Gedenken zusammen mit der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), dem NS-Dokumentationszentrum und der Stadt veranstaltet. Als Zeitzeuge werde Ernst Grube sprechen, einer der letzten Überlebenden des "Judenlagers Milbertshofen".

Schon vor Beginn der offiziellen Gedenkveranstaltung präsentieren ab 17 Uhr Jugendliche des Projekts "always remember. never forget" von "Spielen in der Stadt e. V." eine Installation auf dem Gelände des ehemaligen "Judenlagers" an der Troppauerstraße/Knorrstraße. "Federbetten nur für Kinder" heißt die Performance und nimmt damit Bezug auf ein offizielles Schreiben an die jüdischen Münchnerinnen und Münchner, die sich im Lager einfinden mussten.

Dieser "weiche und zugleich so harte Satz" habe die Gruppe sehr bewegt, sagt die künstlerische Leiterin Dorothee Janssen gegenüber epd: "Weil er uns bewusst macht, dass auch viele Kinder in dem Lager leben mussten - und wie die Zustände dort gewesen sein mussten, wenn nur den Kindern Federbetten erlaubt waren." Unter den 998 deportierten Menschen des 20. Novembers waren 150 Kinder.