München (epd). Laut dem Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags, Uwe Brandl (CSU), ist die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler ab diesem Schuljahr eine "große Kraftanstrengung". Man habe in Teilbereichen die Infrastruktur noch nicht gehabt, außerdem sei die Nachfrage sehr schwer abzuschätzen gewesen, sagte Brandl am Dienstag dem Radiosender Bayern 2. Durch große Flexibilität, was die Räumlichkeiten und auch die Qualifikation des Personals angehe, habe man nun jedoch flächendeckend den Betreuungsanspruch für Erstklässler sicherstellen können.
Brandl forderte mehr Geld vom Bund für die Finanzierung des Betreuungsanspruchs, da sich eine Lücke von einer halben Milliarde Euro ergebe, die die Kommunen schultern müssten: "Und da arbeiten wir dran, dass da nachgebessert wird."
Nachfrage sehr unterschiedlich
Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung ist laut Brandl örtlich sehr unterschiedlich - sie reiche von nahezu 100 Prozent bis zu 20 bis 30 Prozent. Trotzdem müsse man für jedes Kind, das den Anspruch habe, tatsächlich einen Betreuungsplatz schaffen.
Für den Fall, dass nicht alle Familien einen Platz bekommen, befürchtet Brandl jedoch keine Klagewelle. "Auch in der Vergangenheit gab es ja bei den unter Dreijährigen diesen Rechtsanspruch. Und auch da wurden die Klagemöglichkeiten nur sehr spärlich in Anspruch genommen."
Der Bayerische Gemeindetag ist nach eigenen Angaben der mitgliederstärkste kommunale Spitzenverband in Bayern. Mitglieder sind alle 2.031 kreisangehörigen Städte, Märkte und Gemeinden Bayerns sowie alle Verwaltungsgemeinschaften, aber auch hunderte Zweckverbände und kommunal beherrschte juristische Personen.