Nürnberg (epd). Für den Schutz des freien Sonntags macht sich der Leiter des evangelischen kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (kda), Johannes Rehm, stark. Anlässlich des Internationalen Tags des freien Sonntags (3. März) rief er am Donnerstag dazu auf, "die Sonntagsruhe zu bewahren". Mit dem Tag wollten Kirchen und Gewerkschaften deutlich machen, "wie unverzichtbar der Tag gerade in unserer hektischen Zeit ist", sagte der evangelische Pfarrer. Die Sonntagsruhe werde auch in Bayern durch immer neue Ausnahmeregelungen in Frage gestellt. "Wenn wir im Einzelhandel und in anderen Branchen immer mehr Sonntagsarbeit erlauben, gibt es am Ende nur noch sieben Werktage für alle. Das kann doch niemand wollen", sagte der kda-Leiter.

Vom freien Sonntag profitierten nicht nur Christinnen und Christen. Je mehr die Menschen im digitalen Zeitalter permanent aktiv seien, desto dringender brauchten sie einen Tag zum gemeinsamen Abschalten. "Der arbeitsfreie Sonntag ist eine geniale Antwort auf die Ruhelosigkeit unserer Zeit", sagte Rehm. Aus religiöser Sicht habe der Sonntag eine doppelte Bedeutung. In der Tradition des jüdischen Sabbats erinnere er an die Schöpfungsgeschichte, als Tag der Auferstehung gebe der Sonntag Hoffnung auf die Wiederkunft Christi.

Schon seit über 1.700 Jahren stehe der Sonntag unter staatlichem Schutz, erläuterte Rehm. Am 3. März 321 habe der römische Kaiser Konstantin den Sonntag erstmals für arbeitsfrei erklärt.