Ursberg, Günzburg (epd). Am 4. Mai 2027 eröffnet im schwäbischen Ursberg (Landkreis Günzburg) die bayerische Landessausstellung "Schwesterherz! Frauen retten Bayern". Das Haus St. Josef als Ausstellungsort mache sich dafür fit und baue um, teilte die Bildungs- und Kulturwerkstatt Klosterort Ursberg am Montag mit. Die Arbeiten in den historischen Räumen seien anspruchsvoll, aber man liege gut im Zeitplan, sagte der für die Projektsteuerung zuständige Mario Camenzuli.
"Fast 2.000 Quadratmeter Baustelle verteilt auf zwei Etagen, 33 Räume, 78 Fenster und 37 Türen" - so stelle sich aktuell das ehemalige Prämonstratenserkloster dar. Bislang seien dort Klassenzimmer des Gymnasiums, Räume des Klostermuseums und Lagerräume für die Pfarrsakristei untergebracht gewesen. Nun müsse Platz geschaffen werden für die Landesausstellung.
Moderne Anforderungen treffen auf historische Räume
Dabei müssten moderne Anforderungen wie Denkmalschutz, Brandschutz, Einbruchsicherheit oder ein stabiles Raumklima in Einklang gebracht werden mit Stuckdecken, Kreuzgewölben und den wertvollen Solnhofer Platten, sagte Camenzuli. Das Klostergebäude ist 900 Jahre alt: Der Großteil der Anlage sei über die Jahrhunderte zerstört, aufgebaut oder umgebaut worden. Lediglich der westliche Flügel stamme noch aus dem 12. Jahrhundert.
Über den Solnhofer Platten und dem Echtholzparkett lägen derzeit zum Schutz Vliesdecken, heißt es weiter. Auf die Exponate der Landesausstellung dürfe nicht ungehindert Tageslicht einfallen, daher würden die zum Teil rundbogigen Fenster passgenau verdunkelt. Für den Umbau würden vor allem örtliche Handwerksbetriebe und die Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt.
Bei der Landessausstellung in Ursberg und Dillingen an der Donau vom 4. Mai bis 7. November 2027 stehen bedeutende Frauen Bayerns der vergangenen 200 Jahre im Mittelpunkt. Gezeigt werden etwa die Lebensgeschichten der Frauenrechtlerin Anita Augspurg, der Gründerin der Bahnhofsmission, Ellen Amman, der Lazarettschwester Paula Schlier und der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl.