Würzburg, München (epd). Mediziner, Naturschützer und kommunale Vertreter haben an die bayerische Staatsregierung und den Bund appelliert, sich bei Klimaschutz und Klimaanpassung stärker einzubringen. Vor allem finanzielle Hilfe für die klammen Kommunen sei dringend nötig, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Stadt Würzburg zusammen mit dem Bund Naturschutz (BN) und der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG).
Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt wurden im Sommer 2026 in allen sieben Regierungsbezirken neue Höchstwerte bei der Zahl der Hitzetage erreicht. Dazu fiel in Bayern rund ein Drittel weniger Regen als im Durchschnitt. Da die Folgen von Hitze vor allem ältere Menschen, Kinder und sozial Schwache träfen, seien Schutz- und Anpassungsmaßnahmen vor allem eine soziale Frage. Die Politik müsse "den Turbo anschalten", auch um das Vertrauen in die Demokratie nicht weiter zu destabilisieren, sagte der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe.
Kommunen fehlt das Geld für Hitzeanpassung
Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Bündnis 90/Die Grünen) verwies auf die notorische Geldknappheit der Kommunen. Städte müssten sich an die zunehmende Hitze anpassen können, "doch viele haben dafür kaum noch Geld". Für den Schutz der Menschen bräuchten die Kommunen deshalb verlässliche finanzielle und unbürokratische Hilfe von Bund und Freistaat. Schulen und Pflegeeinrichtungen zu klimatisieren und zu sanieren, sei teuer.