München (epd). Vor der Präsentation des Gutachtens zu sexualisierter Gewalt im Erzbistum München und Freising an diesem Donnerstag gibt es auf dem Münchner Marienplatz eine Kunstaktion. Gespräche Interessierter mit Betroffenen und Überlebenden sexueller Gewalt seien dort möglich, teilten die Initiatoren am Dienstag mit. Die Aktion der die Betroffeneninitiative Süddeutschland und des Aktionsbündnisses der Betroffeneninitiativen in Deutschland mit Unterstützung der Giordano-Bruno-Stiftung ist von Mittwoch bis Freitag (19. bis 21. Januar) geplant.

Es brauche endlich eine garantiert unabhängige Aufklärung und Aufarbeitung des Missbrauchs durch den Staat, so die Betroffeneninitiativen "Eckiger Tisch". Die bisherige "Aufarbeitung nach Gutdünken" durch eigene Gutachten der Kirchen wie in Köln und München, die "jedenfalls nur den Willen der kirchlichen Auftraggeber repräsentieren" und "immer nur so viel Klarheit und Wahrheit zulassen, wie ohnehin schon durch Betroffene und Presse aufgedeckt wurden", müsse ein Ende haben.

Das lange erwartete Gutachten der Anwaltskanzlei "Westpfahl Spilker Wastl" (WSW) soll am kommenden Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Präsentation findet per Livestream ab 11 Uhr statt. Das Erzbistum München und Freising wird eine Woche später (27. Januar, 11 Uhr) erstmals inhaltlich Stellung nehmen.