Augsburg, München (epd). 40 Meter lang, eine Spannweite von mehr als 17 Metern und rund 80.000 Lego-Steine: Gerald Lasser will einen Weltrekord aufstellen. Der 55-jährige Münchner tüftelt seit fünf Jahren an seiner Lego-Brücke. Anders als beim bisherigen Rekord soll seine Konstruktion durchgehend sein - damit ein Lego-Zug darüberfahren kann. Am 31. Oktober wird es ernst: Dann soll die Schrägseilbrücke bei der Lego-Fan-Ausstellung von Bricking Bavaria in Augsburg vor Publikum aufgebaut werden und den bisherigen Rekord für die freie Spannweite übertreffen. Wie er sich vorbereitet, erzählt der gebürtige Österreicher im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

epd: Herr Lasser, wie sind Sie auf die Idee gekommen, die längste Lego-Brücke der Welt zu bauen?

Gerald Lasser: Lego ist mein Hobby, und ich verfolge schon länger einige Weltrekorde. Der bisherige Rekord für eine Hängebrücke mit freier Spannweite von 16,9 Metern hat für mich einen kleinen Schönheitsfehler: Über die Brücke konnte kein Zug fahren, weil in der Mitte eine Lücke war. Für mich war klar: Eine richtige Brücke muss durchgehend sein - da muss etwas drüberfahren können. Das Problem: Damit eine Hängebrücke stabil bleibt, braucht sie an ihren Enden schwere Verankerungen. Deshalb habe ich mich für eine Schrägseilbrücke entschieden, bei der die Kräfte über die Seile in die Konstruktion geleitet werden. Ein reales Vorbild gibt es für meine Brücke nicht. Seit fünf Jahren plane ich die Brücke und sammle nach und nach die Steine zusammen.

epd: Haben Sie ein paar Zahlen und Fakten zu Ihrem Bauwerk?

Lasser: Die Brücke ist am Computer komplett digital geplant und besteht aus rund 80.000 Lego-Teilen. Insgesamt wird sie 40 Meter lang sein, und zwischen den Pfeilern liegen mehr als 17 Meter - damit wollen wir den bisherigen Rekord übertreffen. Im Hobbyraum habe ich einzelne Abschnitte aufgebaut, mehr als acht Meter waren dort aber kaum möglich. Die gesamte Brücke hat deshalb noch nie am Stück gestanden. Am Veranstaltungsort müssen mein Sohn und ich die Teile zusammensetzen. Das wollen wir an einem Tag schaffen.

Ein gewisses Risiko bleibt immer

epd: Wie aufgeregt sind Sie vor dem großen Tag - und was machen Sie eigentlich beruflich?

Lasser: Ich bin Projektleiter in der IT. Der Brückenbau ist also mein Hobby. Schon als Kind habe ich am liebsten Lego-Technik gebaut, zum Beispiel Züge, Traktoren und Gabelstapler. Jetzt bin ich gespannt und aufgeregt, ob alles klappt. Die Konstruktion muss stabil sein und sich schnell zusammensetzen lassen - ein gewisses Risiko bleibt immer. Spannend wird es, wenn die Brücke zum ersten Mal in ihrer ganzen Dimension vor mir steht. Das wird ein Riesending! Für die offizielle Anerkennung eines Guinness-Weltrekords braucht es außerdem genaue Vermessungen, Videoaufnahmen und unabhängige Zeugen. Und natürlich muss alles aus originalen, unveränderten Lego-Bausteinen bestehen.