München (epd). Der Oberste Rechnungshof in Bayern (ORH) hat dem Bayerischen Rundfunk (BR) erhebliche finanzielle Herausforderungen attestiert. Auf Basis des geltenden Rundfunkbeitrags errechne sich bis zum 31. Dezember 2028 ein Fehlbetrag von 106,4 Millionen Euro, heißt es im Bericht des ORH, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Sender solle deshalb "seine Sparbemühungen weiter entschlossen vorantreiben" und Maßnahmen zur strukturellen Verschlankung "konsequent umsetzen". Der Oberste Rechnungshof erstattet alle vier Jahre einen Bericht zur finanziellen Situation des BR an den bayerischen Landtag.
Zwar habe der Bayerische Rundfunk in den letzten Jahren wichtige Reformschritte eingeleitet, dennoch sei er im Betrachtungszeitraum "durchgehend bilanziell überschuldet" gewesen. Dank gesperrter Beitragsmehrerträge habe er zum Stichtag 31. Dezember 2024 trotzdem über einen Finanzmittelbestand von 226,4 Millionen Euro verfügt, heißt es im Bericht. Aber: "Ende 2028 werden diese Reserven vollständig aufgebraucht sein."
Stellenabbau und effizientere Strukturen
Die Lücke im Deckungsstock zur Altersvorsorge belaufe sich auf 512,8 Millionen Euro, teilte der ORH mit. Die Erträge reichten "in keinem der betrachteten Jahre aus, um die Rentenzahlungen zu finanzieren". Kritisch betrachtete die Behörde die wirtschaftliche Entwicklung der Bavaria Film GmbH, an der der BR beteiligt ist. Trotz fortgesetzt rückläufiger Konzernergebnisse seien hier "jedes Jahr Gewinne in unveränderter Höhe ausgeschüttet" worden. Zudem sei die Veröffentlichung der Geschäftsführerbezüge nicht transparent.
Der Bericht des Obersten Rechnungshofs empfahl der Sendeanstalt eine weitere Stellenreduktion, dazu eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Landesrundfunkanstalten sowie effizientere Strukturen bei der Prozesssteuerung von Auslandskorrespondenten, Telemedien oder der BR-Radltour.