München, Fürth (epd). Beschäftigte mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten haben aufgrund der Digitalisierung rund 20 Prozent mehr Krankentage als Beschäftigte in klassischen Bürojobs. Dies zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Münchner ifo Instituts in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz. Eine mögliche Erklärung dafür sei "Technostress", also die Belastung durch digitale Anforderungen, wenn Beschäftigten die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit ihnen fehlen.
Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass der digitale Wandel bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verstärken könnte, heißt es. Beschäftigte mit körperlichen Tätigkeiten und niedriger formaler Bildung seien ohnehin bereits häufiger gesundheitlich belastet. Für beide der in der Studie untersuchten Gruppen würden die Aufgaben bei der Arbeit durch die Digitalisierung komplexer und der Zeit- und Leistungsdruck nehme zu, so die Forschenden. Bei den Büro- und Wissensberufen zeigte sich jedoch keine nachweisbare negative Auswirkung auf den Gesundheitszustand. Gezielte Digital-Trainings und Unterstützung seitens der Arbeitgeber könnten den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Krankentagen abmildern.