München (epd). Gegen die Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer an weiteren bayerischen Hochschulen wehrt sich der bayerische Landesstudierendenrat. Solche Pläne "müssen vom Tisch", teilte das Gremium am Freitag in München und forderte ein "gebührenfreies Studium für alle". Anlass sind Erwägungen der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), ebenfalls Gebühren für Studierende einzuführen, die nicht aus EU-Staaten kommen. Einige bayerische Hochschulen erheben diese bereits. Landesstudierendenrat und LMU-Studierendenvertretung (Stuve) rufen für diesen Samstag (07.11.) zur Demonstration in München auf.

Die Pläne der LMU-Hochschulleitung seien ein Angriff auf das Recht auf Bildung für alle und gefährdeten die Vielfalt an der Universität, argumentierte die Stuve: "Statt neue Barrieren zu schaffen, muss Bildung unabhängig von Herkunft oder finanziellen Mitteln für alle zugänglich bleiben." Die Situation internationaler Studierender sei bereits angespannt, da sie fürs Studium finanzielle Rücklagen nachweisen müssen. Zusätzliche Gebühren würden ihren Zugang massiv erschweren.

"Staatsregierung muss Grundfinanzierung sicherstellen"

"Die Staatsregierung muss eine ausreichende Grundfinanzierung der Hochschulen sicherstellen", so der Landesstudierendenrat, sie dürfe Studierende nicht zusätzlich belasten. Er forderte, die gesetzliche Möglichkeit zur Gebührenerhebung zurückzunehmen - "auch aus Respekt vor dem erfolgreichen Volksbegehren von 2013", nach dem Bayern die allgemeinen Studiengebühren abgeschafft hatte. Das bayerische Hochschulinnovationsgesetz erlaubt es, Gebühren für Nicht-EU-Studierende zu erheben, wenngleich mit einigen Ausnahmen.

Die Technische Universität München (TUM) hat zum Wintersemester 2024/2025 Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende eingeführt. Deren Anteil an den TUM-Studierenden beträgt rund 35 Prozent. An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zahlen ab dem Sommersemester 2027 neu immatrikulierte Nicht-EU-Studierende je nach Studiengang zwischen 1.000 und 6.000 Euro pro Semester.

Andere Universitäten verzichten bislang

Die Universität Passau verzichtet bislang auf Gebühren für internationale Studierende, ebenso die Universitäten in Bamberg, Bayreuth, Regensburg und Würzburg. Von den Technischen Hochschulen verlangen einige moderate Summen - so etwa die Technische Hochschule Ingolstadt seit dem Sommer zwischen 800 und 1.200 Euro pro Semester.

Der Gebührentrend unter den Hochschulen senkt aus Sicht des Landesstudierendenrats die Attraktivität des Hochschulstandorts Bayern für internationale Studieninteressierte. Zudem führe dies zu sozialer Selektion, da es Studierende aus einkommensschwachen Familien, aus Konfliktregionen und aus dem Globalen Süden ausschließe.