In Bayern lassen sich weiterhin drei von vier evangelischen Jugendlichen konfirmieren. Im Jahr 2025 waren es 15.064 junge Menschen, wie das Konfi-Lab der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) mitteilt. Allerdings sinkt die Beteiligungsquote seit Jahren. Nach Angaben der Fachstelle geht sie mit jedem Jahrgang um etwa ein bis 1,5 Prozent zurück.

Der Rückgang der absoluten Konfirmationszahlen habe zwei Gründe: Zum einen gibt es weniger evangelische Jugendliche, zum anderen entscheiden sich anteilig weniger von ihnen für die Konfirmation. Die Konfi-Arbeit steht damit vor der Herausforderung, junge Menschen weiterhin zu erreichen und für Kirche und Glauben zu interessieren.

EKD stärkt lebensweltorientierte Konfi-Arbeit

Neue Unterstützung dafür kommt von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Deren Kirchenleitung hat unter dem Titel "Glauben entfalten, Segen empfangen, Welt gestalten" neue Grundlinien für die Konfirmandenarbeit veröffentlicht. Sie greifen Erkenntnisse aus der dritten bundesweiten Konfi-Studie von 2021/2022 auf und benennen erstmals in einem kirchenleitenden Grundlagentext die wissenschaftlich entwickelten Qualitätsdimensionen guter Konfi-Arbeit.

Dazu gehören die Orientierung an der Lebenswelt und den Fragen der Jugendlichen, die Förderung ihrer persönlichen Entwicklung, Inklusion und der Aufbau verlässlicher Beziehungen. Auch die Verbindung von Konfi- und Jugendarbeit, die Qualifizierung der Mitarbeitenden sowie die personellen und finanziellen Rahmenbedingungen werden thematisiert.

Für Bayern bedeuten die Grundlinien nach Einschätzung des Konfi-Lab keine grundsätzliche Neuausrichtung. Die Landeskirche habe sich bereits 1998 darauf verständigt, die Erfahrungen und Fragen der Jugendlichen zum Ausgangspunkt der Konfi-Arbeit zu machen. Die 2021 beschlossenen bayerischen Rahmenrichtlinien bauen darauf auf. "Die Empfehlungen gehen nicht über die Rahmenrichtlinien in unserer ELKB hinaus, sondern bestätigen unseren Ansatz in vollem Umfang", erklärt Michael Stein vom Konfi-Lab auf Sonntags-Anfrage.

Deutlicher als bisher werde in den EKD-Grundlinien allerdings herausgestellt, dass Jugendliche selbst aktiv in Kirche und Gesellschaft mitwirken sollen. Der Text könne Verantwortlichen in den Gemeinden zusätzliche Argumente liefern, um lebensweltorientierte Konfi-Angebote gegenüber Leitungsgremien und in der Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitenden durchzusetzen.

Gemeinschaft und Erlebnisse machen die Konfi-Zeit attraktiv

Warum sich weiterhin so viele Jugendliche für die Konfirmation entscheiden, erklärt das Konfi-Lab vor allem mit den Erfahrungen während der Konfi-Zeit. Gemeinschaft, Freizeiten, Camps und besondere Veranstaltungen spielten dabei eine wichtige Rolle. Hinzu komme das Gefühl, dass sich Menschen für einen persönlich interessieren und man so angenommen werde, wie man ist.

Die Kirche will diese Angebote künftig auch stärker sichtbar machen. Dazu bereitet die EKD die bundesweite Kampagne #deinekonfizeit vor. Sie soll 12- bis 14-Jährige über soziale Medien auf die Konfi-Zeit aufmerksam machen und sie über eine zentrale Internetseite zu den Gemeinden vor Ort führen.

Ab Mitte Dezember 2026 sollen Gemeinden Plakate, Flyer, Banner und digitale Materialien nutzen können. Nach Ostern 2027 ist der Start der Social-Media-Kampagne geplant. Das Konfi-Lab empfiehlt den Gemeinden, bis dahin ihre Internetseiten mit aktuellen Informationen, Ansprechpersonen und Anmeldemöglichkeiten zu aktualisieren.