München (epd). 20 Tonnen Stahl, 32 Meter Höhe, 156 Stufen: Mit einer begehbaren Metallskulptur zeigt die Erzdiözese München und Freising im neuen Münchner Stadtteil Freiham künftig Präsenz. Das Kunstwerk soll helfen herauszufinden, "was die Bedarfe der Menschen im Stadtteil sind", sagte Pastoralreferent Johannes van Kruijsbergen vom Pfarrverband München-West am Donnerstag. Errichtet wurde die Skulptur "SICHTUNG V" Anfang September, ab Oktober ist sie bei Führungen zugänglich.
Der Turm an der Albert-Camus-Straße steht auf einer der letzten unbebauten Wiesen in Freiham. Das 5.000 Quadratmeter große Grundstück gehört der Erzdiözese, die es in seiner Naturbelassenheit erhalten will: "Wir wollen die Wiese nicht plattmachen", sagte Marinus Kohlhauf, der im Erzbischöflichen Ordinariat das Bauwesen leitet. Das Kunstwerk soll dazu dienen, gemeinsam mit den Menschen "den Ort zu erforschen".
Kirchenneubau "macht keinen Sinn"
25.000 Menschen sollen künftig in Freiham leben, 2019 zogen die ersten Bewohner hierher. Ein Kirchenneubau ist nicht geplant und macht laut van Kruijsbergen "keinen Sinn". Die katholische St.-Markus-Kirche im angrenzenden Stadtteil Neuaubing ist nur wenige hundert Meter entfernt und wird auch von Freihamern besucht. Wie Kirche hier künftig präsent sein kann, soll gemeinsam mit den Bürgern herausgefunden werden - auch über Perspektivwechsel, die gelingen sollen, indem das Kunstwerk bestiegen wird.
"SICHTUNG V" wurde von den bayerischen Kunstschaffenden Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier angefertigt und besteht aus gestapelten Stahlkuben mit rostiger Patina. Die Stufen der Treppe klingen beim Betreten, Fensteröffnungen ermöglichen Blicke auf das Neubaugebiet und bis in die Berge.
Freiham ist der fünfte Standort
Ehrenamtliche führen durch die Skulptur, auch Veranstaltungen sollen dort stattfinden - ein Jahr lang, dann zieht sie weiter. Das lateinische "V" steht für den fünften Standort, nachdem sie bereits unter anderem in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zu sehen war. 2027 will die Erzdiözese zusätzlich einen Versammlungspavillon auf der Wiese aufbauen, um mit Menschen seelsorgerlich ins Gespräch zu kommen.