München (epd). Die Wälder in Deutschland sind laut dem Biologen und Umweltexperten Pierre Ibisch in einem sehr kritischen Zustand. "Auch zwischen Naturschützern, Förstern und Waldbesitzern, da gibt es viel Einigkeit: Wir haben einen kritischen Moment", sagte der Professor an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde im Interview der Woche auf BR24 aktuell (Samstag). In den vergangenen Jahren hätten extreme Wetterlagen wie Dürre und extreme Temperaturen den Bäumen zugesetzt. Dennoch werde zu wenig getan, um die Wälder fit zu machen für ihre Aufgaben als Klimastabilisatoren.

Die Klimakrise bedrohe den Wald immens, sagte Ibisch weiter. Der Wald sei ein wichtiger Verbündeter, ein Ökosystem, das extreme Bedingungen gerade in Hitzeperioden und in Dürrezeiten abmildern könne. Doch wegen der witterungsbedingten Schäden und der dennoch intensiven Nutzung laufe der Wald inzwischen Gefahr, selbst zum Opfer der Klimakrise zu werden. "Wenn wir auf anderen Feldern den Klimaschutz nicht voranbringen, wenn wir die globale Erwärmung nicht abbremsen, dann wird es eng für den Wald", mahnte Ibisch. Aber über den richtigen Umgang mit dem Wald werde zurzeit noch gestritten.