Würzburg (epd). Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, hat die Kirchen aufgefordert, im Kampf gegen Rechtsextremismus stärker auf die Gefühle der Menschen einzugehen. Die Kirchen hätten in seltener Einigkeit auf christliche Werte wie Menschenwürde, Gleichheit und Minderheitenschutz verwiesen, sagte Meister am Freitag in Würzburg zur Eröffnung der 7. Tagung der 13. Generalsynode der Lutheraner. Doch müsse die Frage gestellt werden, ob sie damit diejenigen erreicht hätten, die sie eigentlich erreichen wollten.

Politische Entscheidungen und Zugehörigkeitsgefühle würden weit weniger von Argumenten geleitet als gemeinhin angenommen, sagte Meister. Insbesondere Wut werde für politische Ziele instrumentalisiert. Die Kirchen müssten deshalb nicht nur gegen Hass und Ausgrenzung argumentieren, sondern Hoffnung, Mitgefühl und Nächstenliebe als gelebtes Gegenmodell sichtbar machen.

Schwerpunktthema "Demokratie"

Mit den Beratungen der Lutheraner beginnt traditionell die Jahrestagung protestantischer Kirchenparlamente. Bis Mittwoch beraten die Delegierten in Würzburg, Schwerpunktthema ist "Demokratie". Für Dienstag wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erwartet.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands ist ein Zusammenschluss von sieben evangelisch-lutherischen Landeskirchen mit etwa sieben Millionen Mitgliedern, die zugleich der EKD angehören. Sie hat die Aufgabe, die lutherische Stimme in der Vielfalt des Protestantismus zu stärken.