Eichstätt, München, Mainz (epd). Mehr Kinder aus bildungsferneren Familien würden eine Kindertageseinrichtung besuchen, wenn ihre Eltern bei der Bewerbung unterstützt würden. Dieses Resultat eines Feldexperiments von Forschern der Hochschule Eichstätt, der Uni Mainz, des Deutsches Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) Hannover und der TU München hat die Universität Eichstätt am Dienstag mitgeteilt. Das Ergebnis sei deshalb wichtig, weil Kinder aus bildungsferneren Familien besonders stark vom Besuch einer Kita profitieren könnten, diese aber deutlich seltener besuchten, so die Wissenschaftler.

An der Studie hätten in Rheinland-Pfalz über 600 Familien mit Kindern unter drei Jahren teilgenommen, hieß es. Zufällig ausgewählte Familien erhielten Informationen und wurden bei der Kita-Bewerbung besonders unterstützt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich bildungsfernere Familien um einen Kitaplatz bewarben, sei dadurch um 21 Prozentpunkte gestiegen, so ein Ergebnis. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kitaplatz tatsächlich in Anspruch genommen werde, habe sich für diese Familien um 16 Prozentpunkte erhöht. Auf bildungsnähere Familien hätten die Maßnahme hingegen keine Auswirkungen gezeigt.

Zwar habe in Deutschland jedes Kind ab dem Alter von einem Jahr einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung, so die Wissenschaftler. Der Kita-Bewerbungsprozess sei jedoch komplex. Um einen Kitaplatz zu erhalten, müssten sich Eltern früh informieren, Formulare fristgerecht einreichen und Termine zum persönlichen Kennenlernen der Kita-Leitungen wahrnehmen. Solche Barrieren müssten beispielsweise durch leicht verständlicher Informationen abgebaut werden, damit alle Familien gleichen Zugang zu frühkindlicher Betreuung in Kitas hätten.

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