Augsburg (epd). Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte seiner Vorgängerorganisationen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gestartet. In insgesamt acht Projekten wird die Geschichte im Zeitraum 1907 bis 1945 untersucht, teilte das DLR am Freitag mit. "Das DLR ist sich seiner Vergangenheit bewusst und stellt sich dieser", sagte Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla laut Mitteilung.

Für die Untersuchung und Analyse seien renommierte Forscher der deutschen Luft- und Raumfahrtgeschichte beauftragt worden, hieß es. So beschäftige sich Neumannn & Kamp Historische Projekte in München mit dem Themengebiet "Zwangsarbeit, Menschenversuche und der Umgang mit jüdischen Mitarbeitern und politisch verfolgten Personen in den Vorgängerorganisationen des DLR von 1933 bis 1945". Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Ersten Weltkrieg und der Zeit der Weimarer Republik. An der Bearbeitung sind außerdem Helmuth Trischler, Forschungsleiter am Deutschen Museum München, sowie das Kölner Geschichtsbüro Reder, Roeseling & Prüfer beteiligt.

Wie alle deutschen Forschungseinrichtungen, die in den 30er und 40er Jahren bestanden, seien die Vorgängerorganisationen gleichgeschaltet und in die Kriegsanstrengungen des Dritten Reichs eingebunden gewesen, so die Mitteilung weiter. Die Forschungen dieser Zeit hätten das Vorbereiten und Führen eines Angriffskriegs unterstützt. Zudem seien während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter in den Vorgängerorganisationen des DLR eingesetzt gewesen.