3.11.2019
Tiere

Insektensterben: Studie belegt dramatischen Schwund in Deutschland

Das Insektensterben ist viel größer als bislang vermutet. Das belegt eine neue Studie aus München.
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Der Insektenrückgang ist in Deutschland gravierender als bisher vermutet. Auf vielen Flächen schwirren und kriechen heute etwa ein Drittel weniger Insektenarten als noch vor einem Jahrzehnt. Das gehe aus der Untersuchung eines Forschungsteams hervor, das die Technische Universität München (TUM) anführte, teilte die TUM mit. Vom Artenschwund betroffen seien vor allem Wiesen, die sich in einer stark landwirtschaftlich genutzten Umgebung befinden würden, aber auch Wald- und Schutzgebiete.

Bisherige Studien hätten sich entweder auf das Gesamtgewicht aller Insekten, die Biomasse, bezogen, oder auf einzelne Arten oder Artengruppen. Tatsächlich sei ein Großteil aller Insektengruppen betroffen, erklärte Sebastian Seibold, Forscher am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TUM.

Insektengruppen  - Biomasse geht um 40 Prozent zurück

Die Wissenschaftler hätten zwischen 2008 und 2017 viele Insektengruppen in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg erfasst. Die Auswertung der Studienergebnisse stellten sie nun in der Fachzeitschrift "Nature" vor. Das Team stellte fest, dass die Biomasse der Insekten in den untersuchten Wäldern seit 2008 um etwa 40 Prozent zurückgegangen ist.
 
Im Grünland hatte sich am Ende des Untersuchungszeitraums die Insektenbiomasse auf nur ein Drittel ihres früheren Niveaus verringert. Um den Rückgang aufzuhalten, müssten nach Meinung der Forscher Initiativen auf regionaler und nationaler Ebene stärker abgestimmt und koordiniert werden. Betroffen seien alle untersuchten Wald- und Wiesenflächen, hieß es: Schafweiden, Wiesen, die drei bis viermal jährlich gemäht und gedüngt wurden, forstwirtschaftlich geprägte Nadelwälder und auch ungenutzte Wälder in Schutzgebieten. Die Studie wurde laut Mitteilung in einem deutschlandweiten Verbundprojekt durchgeführt. Die offene Forschungsplattform werde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Insekten: Rote Liste der gefährdeten Tierarten

Insekten sind die artenreichste Gruppe aller Lebewesen und stellen gut 70 % der Tierarten weltweit. Sie sind damit ein wesentlicher Bestandteil der biologischen Vielfalt. Man findet Insekten in nahezu jedem Lebensraum.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sowohl die Artenvielfalt der Insekten als auch deren Häufigkeit abgenommen. Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichten Roten Listen der gefährdeten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland  belegen diese negative Entwicklung für mehr als 3.000 Insektenarten anhand von bundesweit repräsentativen Daten.

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Paul McCartney
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Paul McCartney schreibt ein Buch über Klima- und Tierschutz. Die Kurzformel "Less meat, less heat" (zu Deutsch: weniger Fleisch, weniger Erwärmung) soll ein "Rezept für unseren Planeten" sein, wie der Untertitel des im Claudius-Verlag erschienenen Werks vermitteln will. Reiht sich der Ex-Beatle da in die Riege der Promis ein, die auf den Wohltätigkeitstrip geraten sind? Mitnichten. McCartneys Werk spiegelt die in über 40 Jahren gereiften Überzeugungen des britischen Musikers wider, deren Wurzeln im Ende der größten Band der Welt zu finden sind.