Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Doch wie kommen wir dahin? Unser Newsticker liefert aktuelle Nachrichten und informiert über neue Projekte und Initiativen zum Klimaschutz in Deutschland.

Klima-Label-Anbieter weist Vorwürfe von Foodwatch zurück

Samstag, 26. November 2022: Der Klima-Siegel-Anbieter Climate Partner hat Vorwürfe der Verbraucherorganisation Foodwatch zur Vergabe von Klimaschutz-Labeln zurückgewiesen. Das unter anderem von Foodwatch geforderte Verbot der werblichen Nutzung des Begriffs "klimaneutral” und entsprechender Label greife zu kurz, erklärte das Unternehmen am Freitag in München. Eine Debatte in dieser verkürzten Form sei "nicht zielführend".

"Denn eines hat die Weltklimakonferenz COP27 gezeigt: Ohne das freiwillige Engagement von Unternehmen kommen wir beim Kampf gegen die Erderwärmung nicht weiter", erklärte Climate Partner. Die von Foodwatch geäußerten Vorwürfe zur Wirksamkeit des freiwilligen Klimaschutzes seien veraltet. Zum Teil würden Fakten "bewusst verkürzt dargestellt".

Foodwatch hatte am Donnerstag ein Verbot irreführender Klimaschutz-Werbung auf Lebensmitteln gefordert. Begriffe wie "CO2-neutral" oder "klimapositiv" sagten nichts darüber aus, wie klimafreundlich ein Produkt tatsächlich sei, es gehe nur um Greenwashing. Die meisten Siegel-Anbieter wie Climate Partner oder Myclimate machten die Reduktion von CO2 gar nicht zur Bedingung.

Diskussionen über Klimaschutz auf der bayerischen Landessynode 

25. November 2022: Auf der Herbsttagung der bayerischen Landessynode ist viel über Klimaschutz gesprochen worden. Die Synodalen hatten wichtige Entscheidungen zur finanziellen und strukturellen Ausrichtung des Klimaschutzes zu treffen. Dabei begann die Landessynode Planungen für ein neues Klimaschutzgesetz. 

Der Plan basiert auf der zuvor festgelegten Richtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein. Zentraler Bestandteil des Klimaschutzgesetzes  der bayerischen Landessynode ist die Absenkung der landeskirchlichen Treibhausgasemissionen bis 2035 auf zehn Prozent des Werts vom 1. Januar 2023. Bis Ende 2045 soll sogar eine völlige Klimaneutralität erreicht werden. Dafür sollen Erhaltungs-, Sanierungs- und Baumaßnahmen nur mit Fördermitteln bedacht werden, wenn sie geeignet sind, die Klimaschutzziele zu erreichen. 100 Millionen sind bis 2030 für Klimaschutzprojekte vorgesehen.

Im Sonntags-Blatt-Interview erklärte der zuständige Oberkirchenrat Stefan Blumtritt außerdem, dass es im Bereich Klimaschutz nur um ein Miteinander gehe und lobt ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich sowie bereits bestehende Klimaschutz-Projekte wie den "Grünen Gockel".

Auch Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sieht die Kirche in der Verantwortung, da die Frage des Klimawandels auch eine geistliche sei, wie er im Interview mit Sonntagsblatt.de betonte. Darüber hinaus rief er im Rahmen der Landessynode  zu mehr Solidarität mit Ländern, wie beispielsweise Tansania, die bereits heute vom Klimawandel betroffen sind, auf. Auch erklärte der Bischof , dass man mit jungen Klimaaktivisti*innen vermehrt ins Gespräch kommen müsse, anstatt sie zu verhaften .

Ein Sonntagsblatt-Artikel analysiert ausführlicher, wie die selbstgesteckten Ziele der bayerischen Landeskirche erreicht werden können.

Die 27. UN-Klimakonferenz endet mit nur wenigen konkreten Ergebnissen und Kritik am Gastgeberland Ägypten

21. November 2022: Der Weltklimagipfel im ägyptischen Scharm el Scheich ist nach zweiwöchigen Verhandlungen mit dem Bekenntnis zu einem Klimafonds für ärmere Länder zu Ende gegangen. Das ist der größte Erfolg des Gipfels. Die übrige Bilanz ist durchwachsen. 

Viele Länder hatten auf dem Gipfel den Ausstieg aus allen fossilen Energien gefordert. Das ist allerdings am Widerstand von Ländern wie Saudi-Arabien gescheitert. In dem "Umsetzungsplan" von Scharm el Scheich ist lediglich von einem Herunterfahren der Kohleenergie die Rede und vom Ausstieg aus "ineffizienten" fossilen Energiesubventionen.

Die Industrieländer halten nach wie vor ihr Versprechen nicht ein, jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung in armen Ländern bereitzustellen. Beobachtern zufolge ließen sie beim Klimagipfel zuletzt Passagen aus den Entwürfen streichen, die sie dazu verpflichtet hätten, die bisherigen Versäumnisse in den Folgejahren durch höhere Beiträge auszugleichen.

Am Rande der Konferenz wurde Kritik am Gastgeberland laut. Manche bezeichneten den Gipfel als die bislang am schlechtesten organisierte Klimakonferenz. Nach und nach festigte sich überdies der Eindruck, dass der Gastgeber Ägypten zulasten der Mehrheit intransparent und interessengeleitet agierte.

Landeskomitee der Katholiken Bayern fordert gemeinsame Klimastrategie

19. November 2022: Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern dringt beim Thema Klimawandel auf eine verstärkte Zusammenarbeit. Wolle die katholische Kirche in Bayern aktiv gestalten, müsse sie in ihrem gesamten Verantwortungsbereich die Klimaneutralität zur Chefsache machen, heißt es in einem Beschluss der obersten bayerischen katholischen Laienorganisation.

Mittlerweile könne jede bayerische Diözese auf eine "ganze Reihe beeindruckender Leuchtturmprojekte" verweisen. Doch diese Einzelbeispiele müssten nun flächendeckend Realität werden. Als Sofortmaßnahmen sprach sich das Landeskomitee unter anderem dafür aus, bis Ende 2023 die Stromverträge sämtlicher kirchlicher Einrichtungen in Bayern auf Ökostrom umzustellen. Zudem sei die Umstellung kirchlicher Küchen hin zu saisonalen Gerichten aus der Region, mehr Vollwert- und Biokost und weniger Fleisch ohne größeren finanziellen Mehraufwand möglich, heißt es.

Artenschutzkonferenz in Panama ist "Schicksalswoche"

18.November 2022: Bis zum 25. November findet in Panama-Stadt die 19. CITES-Artenschutzkonferenz statt. Vertreter aus 185 Ländern, Naturschutz-Experten und NGOs nehmen an der elftägigen Veranstaltung teil. Bei der CITES-Konferenz liegt ein besonderer Fokus auf dem Tierhandel. Die Teilnehmer haben es sich zur Aufgabe gemacht, negative Auswirkungen des Handels auf Tiere und Pflanzen zu vermeiden.

Konkret wird nach Lösungen zur gemeinsamen Finanzierung von Projekten gesucht, sowie weiteren Möglichkeiten zum Schutz bedrohter Tierarten wie Flusspferden, Haien und Leoparden. Neben der Tierwelt sollen auch Abkommen zum Handel von Pflanzen, wie beispielsweise Tropenhölzern, ausgeweitet werden. 

Das Abkommen zum internationalen Handel von bedrohten Tier- und Pflanzenarten besteht seit 1975. Heute sind knapp 6000 Tier- und 30.000 Pflanzenarten durch das Abkommen geschützt. Erster Unterzeichner-Staat in Europa war Deutschland. Aus deutscher Sicht wird die Konferenz maßgeblich vom deutschen Naturschutzbund (NABU) begleitet, der in Bezug auf die Konferenz von "Schicksalswochen für Tiere und Pflanzen" spricht. 

Kulturministerin Roth lädt ein zum Klimatreffen für Kultureinrichtungen

15. November 2022: Die Bundeskulturministerin Claudia Roth lädt ein zu einer "Plattform der Potentiale" am Freitag, dem 18. November 2022 um 16:30 Uhr in das Haus der Berliner Festspiele ein. Die Tagung will Ideen vorstellen, wie Kultur und Medien nachhaltiger gestaltet werden können. 

Außerdem wird der Leitfaden "Green Culture" vorgestellt, der Tipps enthält, wie Kultureinrichtungen etwa Strom und Wasser sparen können. Ziel sei es, dass Kultureinrichtungen konkrete Maßnahmen und Meilensteine erarbeiten, heißt es in der Einladung.

Diese fünf Influencerinnen zum Klimaschutz sollte jeder kennen

11. November.2022: Wer ist auf Instagram unterwegs zum Thema Klimaschutz? In unserem Artikel stellen wir fünf Influencerinnen vor, die jeder kennen sollte. Diese widmen sich Alltagsthemen und geben konkrete Tipps zum Umgang mit unserer Umwelt. Mal geht es um das verpackte Gemüse im Supermarkt, mal um die Fast-Fashion Industrie, oder aber um das Vorgehen der Großkonzerne in Bezug auf die Klimakrise. 

Die Synode endet mit einem Tempolimit und einer Solidaritätsbekundung für Klima-Aktivist*innen:

10.Novemeber 2022: Gestern wurde die Synode in Magdeburg beendet. Neben Ergebnissen zu Themen wie Migration und Finanzen, war ein besonderer Schwerpunkt der Klimaschutz. Dabei legten sich die Synodalen auf zwei wichtige Beschlüsse fest.

Die Synode stellt sich zum einen hinter politische Bemühungen um ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Straßen. Dieses solle höchstens 120 km/h betragen, heißt es in dem Beschluss, der bei einer Nein-Stimme und wenigen Enthaltungen angenommen wurde. Zugleich soll bei Fahrten im kirchlichen Kontext ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen eingehalten werden. Auf der nächsten Synodentagung im November 2023 soll das Thema Klimaschutz und Mobilität auf die Agenda.

Zum anderen hat die Synode in einem Beschluss die 20 evangelischen Landeskirchen dazu aufgefordert, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Zudem soll der Synode jährlich über Fortschritte berichtet werden. Die Delegierten erwarten laut dem einstimmigen Beschluss, dass die Fortschrittsberichte konkrete Maßnahmen benennen, wie mögliche Umsetzungsrückstände zeitnah aufgeholt werden können.

Im Rahmen der Synode kam es zusätzlich zu einer Solidaritätsbekundung der Synodalen mit Klimaaktivist*innen. Aimée von Baalen von "Letzte Generation" appelliert am Dienstag an die evangelische Kirche, die Klimabewegung intensiver zu unterstützen. 

Der 27. UN-Klimagipfel hat begonnen-"Kooperieren oder umkommen"

07. November 2022: Die 27. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 27) hat gestern im ägyptischen Scham El-Scheich begonnen. Knapp zwei Woche lang diskutieren internationale Politker*innen, Wirtschaftsvertreter*innen und Aktivist*innen über Klimaschutzmaßnahmen. Themenschwerpunkte der diesjährigen Konferenz sind der finanzielle Ausgleich von Klimaschäden sowie gemäß dem Motto des Gipfels "Gemeinsam für die Umsetzung" konkrete Maßnahmen, wie man CO2 vermieden kann.

Nach der letztjährigen Klimakonferenz in Glasgow ist die Kooperation zwischen den einzelnen Staaten untereinander von zentraler Bedeutung. Besonders die Klima-Zusammenarbeit zwischen den USA und China wird ein großes Thema sein. Selbsterklärtes Ziel des Gipfels ist es, "in Verhandlungen den größtmöglichen Fortschritt zu erzielen" und dabei Entscheidungen auf "vertrauenswürdigster wissenschaftlicher Grundlage" zu treffen.

Am heutigen Tag findet zunächst eine Plenumsdikussion statt, gefolgt von verschiedenen "Runden Tischen" zu Themen wie Ernährungssicherheit und Klimainvestitionen. Jeder einzelne Tag der Konferenz ist einem bestimmten Schwerpunkt untergeordnet. So gibt es einen Tag zu Finanzen, einen zu Wasser und einen zu Biodiversität. 

Petition: Bündnis aus 90 kirchliche Organisationen fordert bessere Klimapolitik für globalen Süden

04. November 2022: Eine vom Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit initiierte Petition für verbesserten Klimaschutz wurde der Staatsekretärin für internationale Klimapolitik, Jennifer Morgan, übergeben. Knapp 2000 Menschen haben die Petition online unterzeichnet, wobei Hilfswerke wie "Brot für die Welt", christliche Jugendverbände und Landeskirchen die Forderungen unterstützen.

Sie kritisieren vor allem die Verfehlung der Klimaziele und die zu langsame Reduzierung der C02-Emmissionen und fordern, dass grundsätzlich mehr Mittel für Klimaschutz-Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden sollen. Speziell Länder im Süden, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, müssten noch weiter unterstützt werden, um die von der Bundesregierung gemachten Klimazusagen einzuhalten, heißt es von den Organisator*innen.

Die Petition ist für die deutsche Delegation der 27. UN-Klimakonferenz bestimmt. Mit den Forderungen der 90 Organisationen im Gepäck werden die Politiker*innen am kommenden Sonntag nach Scharm asch-Shaich (Ägypten) reisen. 

Erste Fairtrade - Kirchengemeinde in Oberbayern wird geehrt

 02. November. 2022: Fairer Handel ist evangelischen Kirchen besonders wichtig. Die Kirchengemeinde Burgkirchen ist die erste Fairtrade-Kirchengemeinde in Oberbayern. Regionalbischof Christian Kopp gratulierte ihr dazu in dem Festgottesdienst am 30.Oktober. Ihm ist es wichtig, dass die Kirchengemeinde in Burgkirchen durch ihre Zertifizierung ein Zeichen setzt.

Bei dem Zertifikat "Gemeinde: Fair und nachhaltig" handelt es sich um eine Auszeichnung für bayrische evangelische Kirchengemeinden, die sich im fairen Handel engagieren. Es ist eine Kooperation der Institutionen "Mission Eine Welt", "Brot für die Welt" und dem Umwelt-Management der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Ausstellung "Klimawissen schaffen - Was die Vergangenheit über die Zukunft weiß" in Frankfurt

28. Oktober 2022: Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt zeigt bis 16. Juli 2023 eine Ausstellung über die Paläoklimatologie. Thematisch befasst sich die Ausstellung damit, wie naturwissenschaftliches Arbeiten funktioniert, verlässliches Klimawissen geschaffen wird und wie Wissenschaftskommunikation im Museum funktioniert. Es werden darüber hinaus Forschungsergebnisse zu den Warmzeiten in den zwei Erdzeitaltern der späten Kreidezeit und dem Eozän vorgestellt. Die Ausstellung ist Teil des Projekts VeWA – Vergangene Warmzeiten als natürliche Analoge unserer hoch CO2-Klimazukunft von Klimaforscher*innen der Goethe-Universität Frankfurt und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. 

Ausstellung "Mission 2030 – globale Ziele erleben" in München

27. Oktober 2022:  Was sind die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen? Das erklärt eine Ausstellung im Museum Mensch & Natur in Schloss Nymphenburg in München, die von 28. Oktober bis 26. Februar 2023 zu sehen ist. Die Ausstellung der Kinderrechtsorganisation Plan International beschäftigt sich mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Diese werden in neun multimedialen Ausstellungsmodulen anschaulich erklärt. 

Die Besucher*innen können virtuell in verschiedene Länder reisen oder interaktiv die Rolle eines Delegierten einer internationalen Konferenz einnehmen und lernen, wie sie nach Lösungsansätzen im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele suchen können. 
Die SDGs dienen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung und beschäftigen sich unter anderem mit der Schaffung von Chancengleichheit um dem Erhalt der Ökosysteme. 

Deutschland steigert Klima-Hilfen für arme Länder auf 5,34 Milliarden

20. Oktober 2022: Deutschland hat seine internationale Klimafinanzierung 2021 deutlich gesteigert. Wie das Entwicklungsministerium in Berlin mitteilte, wurden für Klimaprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern im vergangenen Jahr 5,34 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt. Damit sei ein neues Höchstniveau erreicht. Der überwiegende Teil der Mittel (88 Prozent) stammt den Angaben nach aus dem Entwicklungsetat. Die Bundesregierung hat versprochen, die Klimafinanzierung aus Haushaltsmitteln perspektivisch von zuletzt vier auf mindestens sechs Milliarden Euro jährlich bis 2025 zu erhöhen.

Die Industriestaaten haben auf der Pariser Klimakonferenz 2015 versprochen, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden US-Dollar an staatlichen und privaten Mitteln für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bereitzustellen. Da dieses Versprechen zunächst nicht erfüllt wurde, legten reiche Länder wie Deutschland nach.

Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Jochen Flasbarth, erklärte: "Die meisten Entwicklungsländer haben fast nichts zum Klimawandel beigetragen, aber viele von ihnen leiden besonders stark unter den Folgen." Darum seien vor allem die Industrieländer in der Verantwortung, Unterstützung zu leisten. Deutschland wolle dabei seine Klimafinanzierung ausgewogen ausgeben: eine Hälfte für Emissionsminderung, die andere zur Anpassung an den Klimawandel. Dies sei 2021 erstmals gelungen, hieß es. Dennoch müssten die Anstrengungen weiter erhöht werden, fügte Flasbarth hinzu. Das müsse sich auch im Bundeshaushalt der kommenden Jahre widerspiegeln.

Kunst zu Klimawandel erhält Förderung

19. Oktober 2022: Kunstprojekte zum Thema Klimawandel und zur Kooperation mit ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern fördert das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Der Innovationsfonds Kunst 2022 sei mit rund 1,5 Millionen Euro ausgestattet und werde 41 innovative Projekte unterstützen, teilte das Ministerium in Stuttgart mit. Eine Jury suchte sie aus 130 Anträgen aus.

Eine 50.000-Euro-Förderug erhält beispielsweise das Podium Musikstiftung Esslingen für das Projekt "Last Chance to hear - musikalische Mahnmale gegen Artensterben". Mit dem Projekt soll vom Aussterben bedrohten Tierarten musikalische Denk- und Mahnmale gesetzt werden.Das Literaturhaus Freiburg erhält rund 28.700 Euro für sein Projekt "Kawacaj mit Schere und Papier". Dabei können sich deutsch- und ukrainischsprachige Kinder sowie ihre Familien in Buch- und Druckwerkstätten kreativ betätigen.

Tag der Alleen: Bäume wichtig für Artenvielfalt und Klimaschutz

19. Oktober 2022: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) macht zum Tag der Alleen am 20. Oktober auf die Bedeutung der Baumreihen an Straßenrändern aufmerksam. Sie verbesserten die klimatischen Bedingungen, filterten die Luft in Städten und trügen zur Artenvielfalt bei, sagte Maximilian Hempel, DBU-Abteilungsleiter für Umweltforschung und Naturschutz in Osnabrück. "Außerdem sind die teils jahrhundertealten Bäume landschaftsprägend und besonders wertvolles Kulturgut."

Dennoch seien einer Studie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zufolge nur zehn Prozent der Straßen in Deutschland mit Alleebäumen bepflanzt. Seit den 1940er Jahren würden kaum mehr junge Alleebäume an neu entstehenden Straßen gepflanzt, erläuterte der Leiter der von der DBU geförderten Studie, Professor Jürgen Peters. Neue Vorgaben zur Verkehrssicherheit erschwerten die Nachpflanzung. Nährstoff- und Wassermangel oder die Belastung mit Streusalz an den Wegrändern führten zudem zum Absterben alter Alleebäume.

Die Wissenschaftler machen Vorschläge zum Erhalt und Schutz von Alleen. Sie nennen zudem Finanzierungsquellen für die Neupflanzung. Dieser Leitfaden solle Kommunen dabei helfen, neue Alleen einfacher zu pflanzen und zu pflegen.

Junge Klimaschützer und Umwelthilfe ziehen vor europäisches Gericht

18. Oktober 2022: Mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte will die Deutsche Umwelthilfe die Bundesregierung zu mehr Klimaschutz zwingen. Die Umwelthilfe unterstützt dabei neun Jugendliche und junge Erwachsene, die mit diesem Ziel vor den Gerichtshof in Straßburg ziehen, wie der Verein mit Sitz in Hannover am Dienstag in Berlin mitteilte. Sie wollen damit einen Beitrag leisten, die Freiheit und Lebensgrundlagen junger Menschen und aller künftiger Generationen zu erhalten. Die Regierung solle verpflichtet werden, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten.

"Ein Jahr nach der Bundestagswahl ist von der selbsternannten Klima-Regierung nichts zu erkennen", sagte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch. Dramatisch sei das Versagen etwa im Verkehrssektor. Dort fehle etwa weiterhin ein Tempolimit, mit dem sich jedes Jahr über neun Millionen Tonnen CO2 sparen ließen.

Es ist das erste Klimaschutz-Verfahren deutscher Beschwerdeführender gegen die Bundesregierung vor dem Menschenrechtsgerichtshof. Erst im vergangenen Jahr hatten die neun jungen Beschwerdeführer mit Unterstützung der Umwelthilfe den historischen Klima-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts erstritten. Die Bundesregierung musste daraufhin das Bundesklimaschutzgesetz nachbessern.

Doch die Überarbeitung sei unzureichend, erklärte die Umwelthilfe. Das Gesetz genüge nach wie vor nicht, um das für Deutschland zur Verfügung stehende CO2-Restbudget und damit das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. Die Maßnahmen der Ampel-Koalition blieben sogar noch weiter dahinter zurück, während die Klimakrise sich weiter verschärfe.

Damit verstoße die Bundesregierung "eklatant gegen Gesetze und die Grundrechte, insbesondere künftiger Generationen". Weil das Bundesverfassungsgericht im Sommer eine weitere Verfassungsbeschwerde gegen das Bundesklimaschutzgesetz nicht angenommen hatte, wenden sich die jungen Leute nun an das europäische Gericht.

Lagois Fotowettbewerb 2023 Klimagerechtigkeit
Der bundesweite Lagois-Fotowettbewerb 2023 widmet sich dem Thema Klimagerechtigkeit.

Lagois-Fotowettbewerb "Klimagerecht leben"

Der Lagois-Fotowettbewerb ist mit 5.000,- Euro dotiert. Gesucht werden Fotoreportagen über Menschen oder Gruppierungen, die Klimagerechtigkeit leben. Kleine und große Held*innen, die sich furchtlos für Umweltschutz und gegen die Erderwärmung einsetzen, die Verantwortung übernehmen und einen gesellschaftspolitischen Wandel vorantreiben.

Der Lagois-Fotowettbewerb will Ursachen und Folgen des Klimawandels sichtbar machen und Lösungen aufzeigen - ob beim Anbau regionaler Lebensmittel, dem Ausbau von Grünflächen in der Stadt oder der Herstellung nachhaltiger Produkte. Die Reportagen können sich aber auch anderen Themen widmen wie Mobilität, soziale Gerechtigkeit, Naturschutz, Wasser, Biodiversität oder Upcycling.
Der Fotopreis wird in zwei Kategorien vergeben und richtet sich an Profifotografen sowie an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren. Die besten Fotos werden in einer Wanderausstellung in ganz Deutschland präsentiert, außerdem erscheint ein Bildband zum Thema.

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