Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Doch wie kommen wir dahin? Unser Newsticker liefert aktuelle Nachrichten und informiert über neue Projekte und Initiativen zum Klimaschutz in Deutschland.

UN-Vollversammlung: Deutschland unterzeichnet Meeresschutzabkommen

Freitag, 22.September 2023: Die Bundesregierung hat bei der UN-Vollversammlung in New York ein internationales Abkommen zum Schutz der Weltmeere unterzeichnet. Bisher galt die hohe See als rechtsfreier Raum, daher sei die neue Vereinbarung „ein Hoffnungsschimmer für die Meere dieser Welt, ein Hoffnungsschimmer für die Menschen auf dieser Welt, aber auch ein Hoffnungsschimmer für die Vereinten Nationen“, wie Außenministerin Annalena Baerbock am Mittwoch betonte.

Auch Umweltministerin Steffi Lemke sprach von einem "historischen Tag". Der Pakt ermöglicht es beispielsweise große Schutzgebiete in den Ozeanen auszuweisen, in denen Fische und andere Meeresbewohner sich vollkommen ungestört von anthropogenen Einflüssen vermehren und erholen können. Zudem wird festgelegt, wie wirtschaftliche Projekte, Expeditionen und andere Aktivitäten in den Meeren zukünftig geprüft werden müssen um als umweltverträglich zu gelten.

Nach jahrelangen Verhandlungen haben nun 80 Staaten den Vertrag unterzeichnet - 60 waren nötig, damit er in Kraft treten konnte. Wenn alle 60 Länder das Gesetz nun ratifiziert haben und ihre Ratifizierungsurkunden bei der UN hinterlegt haben, können die Regeln 120 Tage später final in Kraft treten. In Deutschland sollte dies kein Problem sein, da laut Lemke alle demokratischen Parteien hinter dem Gesetz stünden.

Umweltgruppen geben an, dass das Gesetz, welches seit fast 20 Jahren in Vorbereitung ist, bis spätestens 2025 in Kraft treten müsse, damit das sogenannte "30 by 30"-Ziel erreicht werde. Bei dieser Initiative geht es darum bis 2030 30 Prozent der Land- und Meeresfläche als Schutzgebiete auszuweisen.

Die Meeresexpertin von Greenpeace Deutschland, Franziska Saalmann, erklärte, die Bundesregierung setze mit der Unterzeichnung des UN-Abkommens „ein wichtiges Zeichen für Meeresschutz“. Die Ozeane müssten „vor Ausbeutung geschützt werden, auch weil sie unser Klima stabilisieren“.

Fridays for Future rufen zum Globalen Streik auf

Freitag, 15. September 2023: Heute ruft die Organisation Fridays for Future weltweit zu Demonstrationen für mehr Klimaschutz auf. Allein in Deutschland sind an fast 250 Orten Demonstrationen geplant. Besonders viele Teilnehmer werden in den Millionenstädten erwartet. In Hamburg ist sogar ein Auftritt von Herbert Grönemeyer geplant und in Berlin soll die Popband Juli spielen, wie die "Tagesschau" berichtet.

Die Streikenden fordern von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Konkret heißt das, die Einführung eines Klimageldes, welches steigende Preise für den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen sozial ausgleichen soll, sowie eine Verschärfung des Klimaschutzgesetzes. Das geltende Gesetz sieht vor, die klimaschädlichen Emissionen bis 2030 um 65 Prozent, verglichen mit 1990, zu senken. Aktuell beträgt die Minderung laut Umweltbundesamt 41 Prozent.

Der heutige Streiktag ist der dreizehnte, der global stattfindet. Von Freitag bis Sonntag sind Hunderte weitere Demonstrationen und Protestaktionen auf der ganzen Welt geplant und Millionen Menschen werden erwartet. Die Aktion richtet sich auch an den Klimagipfel in New York am 20. September, zu dem UN-Generalsekretär António Guterres eingeladen hat.

Trotz aller Klimaschutz-Versprechen der vergangenen Jahre gab es 2022 erneut einen Höchststand beim Emissionsausstoß, wie die Internationale Energie-Agentur mitteilt. "Nie war es wichtiger als in dieser Zeit, dass Menschen mit uns auf die Straße gehen, um gemeinsam für die Vision einer besseren Zukunft einzustehen", betont die Fridays-for-Future-Aktivistin Annika Rittmann gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Klimastreik – Evangelische Kirche: Klimawandel "entschlossen entgegentreten"

Freitag, 8. September 2023:  Anlässlich des bevorstehenden Klimastreiks am 15. September ruft die evangelische Kirche nach Angaben der Pressestelle der EKD dazu auf, dem Klimawandel entschieden entgegenzutreten. "Die ungebremste Erderhitzung setzt die Bedingung der Möglichkeit menschlichen Lebens aufs Spiel", so die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus.

Die Präses der Synode der EKD, Anna-Nicole Heinrich, wird am Klimastreiktag an einer Andacht in der Nürnberger Kirche St. Lorenz mitwirken.

"Es braucht klare Worte, entschlossene Hoffnung und eine klare Richtung in unserem Handeln, und es braucht sie jetzt", so Anna-Nicole Heinrich (Pressestelle der EKD)

An den Demonstrationen am 15. September werden außerdem erneut die evangelischen Landeskirchen und die Initiativen "Churches for Future" sowie "Christans für Future" beteiligen.

Verfassungsexpert*innen fordern von Bundesregierung wirksamen Klimaschutz

Donnerstag, 31. August 2023: 60 Expertinnen und Experten für Verfassung und Völkerrecht unterstützen die Forderung der "Letzten Generation" an die Bundesregierung, ausreichende Maßnahmen zu ergreifen, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Diese Forderung ergebe sich aus dem Grundgesetz, schrieben die Unterzeichnenden in einem offenen Brief, der am Donnerstag auf dem "Verfassungsblog” veröffentlicht wurde. Markus Krajewski, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität Nürnberg, beteiligte sich am Siegestor in München mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an einer entsprechenden Kundgebung der "Letzten Generation".

Das Bundesverfassungsgericht habe im März 2021 klargestellt, dass das Grundgesetz zu wirksamen Maßnahmen gegen die Erderwärmung verpflichte, so der offene Brief. Hierfür seien im Bundes-Klimaschutzgesetz konkrete Ziele sowie Mechanismen festgelegt. Gegenwärtig sei aber eine Novelle geplant, die die sektorspezifischen Ziele schwäche. Damit seien die Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts in Gefahr.

Sie verlangten "dass frühzeitig transparente Maßgaben für die weitere Ausgestaltung der Treibhausgasreduktion formuliert werden, die für die erforderlichen Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse Orientierung bieten und diesen ein hinreichendes Maß an Entwicklungsdruck und Planungssicherheit vermitteln".

Laut den Experten schütze das Versammlungsrecht auch Protestformen, die disruptiv wirken und von der Mehrheit als Störung empfunden werden, wie etwa Straßenblockaden. Sie forderten die gesetzgebenden Organe des Bundes auf, das Klimaschutzgesetz nicht abzuschwächen und ein effektives Klimaschutzprogramm mit ausreichenden Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaschutzziele zu beschließen.

Zu den Unterzeichnenden zählen unter anderem Susanne Baer, bis Februar 2023 als Verfassungsrichterin in Karlsruhe berufen, Felix Ekardt und Remo Klinger, beide Beschwerdeführer im Klimaurteil 2021, sowie Anna Katharina Mangold, Professorin für Europa- und Völkerrecht an der Universität Flensburg.

Naturschutzverbände bereiten Protestaktionen gegen IAA vor

Dienstag, 29. August 2023: Vor der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) vom 5. bis 10. September in München bereiten verschiedene Naturschutzverbände Protestaktionen vor. Am 3. September startet ein Bündnis unter dem Motto "Raus auf die Straße – für weniger Autos, für mehr Leben!" mit einer Kundgebung in die Protestwoche gegen die IAA, teilte die globalisierungskritische Organisation Attac mit. Zu dem Bündnis gehören unter anderem der Bund Naturschutz Bayern, Greenpeace und der Verkehrsclub Deutschland (VCD).

"Fridays For Future" (FFF) München haben laut eigenen Angaben zusammen mit Greenpeace, der "Letzten Generation", der Jugendorganisation des Bund Naturschutz und anderen Gruppen für den 2. September um 13 Uhr auf einer Bühne am Karlsplatz eine öffentliche Podiumsdiskussion unter dem Thema "Wie schaffen wir eine klimagerechte Mobilitätswende?" geplant. Auch der Verband der Automobilindustrie habe einer Teilnahme zugesagt.

Die Jugendorganisation des Bund Naturschutz ruft außerdem zu einem Aktionswochenende auf. Im Angesicht der Klimakrise sei es unverhältnismäßig, dass die Autoindustrie öffentliche Plätze als Werbeflächen benutzen darf, teilte der Bund Naturschutz am Dienstag mit. Die Jugendorganisation fordert eine "Verkehrswende für alle, weg vom Individualverkehr hin zu Bus und Bahn", und lade deswegen zum "BUNDjugend-IAA Camp" von 8. bis 10. September ein.

Für den 10. September rufen Attac, die Gewerkschaft ver.di., FFF München und rund 30 weiteren Gruppen zur Großdemonstration "#blockIAA" in München auf. Sie beginnt um 11 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Obelisk im Luitpoldpark nahe dem dortigen Mobilitätswendecamp der IAA-Gegner. Die Demo richte sich nicht nur gegen die IAA, sondern

"gegen eine Politik, die Konzerninteressen über Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe stellt", teilte Attac mit. 

Studie: Berichte über Windkraft hemmen Energiewandel

Donnerstag, 24. August 2023: Bei vielen Medienberichten über Windenergie steht laut einer Studie Emotionalisierung vor Faktentreue und adäquater Wiedergabe des wissenschaftlichen Standes. Die Medien verstärkten damit einen scheinbaren Zielkonflikt zwischen der Umstellung auf klimaschonende Energiequellen und dem Schutz von Natur, Tradition und Wohlstand, heißt es in dem am Donnerstag von der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung in Frankfurt veröffentlichten Arbeitspapier "Vom Winde verdreht?".

Studienautorin Georgiana Banita von der Universität Bamberg untersuchte ausgewählte Medienberichte aus "Frankfurter Allgemeiner Zeitung", "Welt", "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung". Sie identifiziert einen "Krieg der Werte", bei dem sich zwei Lager herausgebildet hätten: Auf der einen Seite stehen jene, die einen Erhalt heimatlicher Natur betonen und das Thema zuweilen in einen nationalistischen Diskurs überführen. Demgegenüber stehen Befürworter der Wind-Wende, die sich für den Klimaschutz einsetzen und dem technologischen Fortschritt optimistisch begegnen.

"Die Berichterstattung über Windenergie spiegelt eine anhaltende gesellschaftliche Spaltung wider", schreibt die Kulturwissenschaftlerin Banita. "Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die eigene Widerspruchs- und Debattenkultur. Die untersuchten Artikel bemühen sich kaum, die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen oder die Leser vor eine Wahl zu stellen." Über Lagergrenzen hinweg sei allen Artikeln gemeinsam, "dass sie mit faktischen Ungewissheiten nicht souverän umgehen können", heißt es im Vorwort der Studie. Nur selten werde eine ausgewogene Perspektive auf nicht abschließend messbare Sachverhalte oder unklare Datenlagen eingenommen.

Greenpeace demonstriert mit Flut-Wohnung für mehr Klimaschutz

Mittwoch, 16. August 2023: Mit einer durch Hochwasser zerstörten Wohnung demonstriert Greenpeace am Mittwoch in München für mehr Anstrengungen im Klimaschutz. Die "katastrophale Bilanz" des aktuellen bayerischen Klimaberichts zeige, dass die bayerische Staatsregierung seit Jahren beim Klimaschutz versage, sagte Greenpeace-Sprecherin Nina Noelle. Die Umweltschutzorganisation fordert von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) "eine Klimapolitik, die sich konsequent am 1,5 Grad-Ziel orientiert".

Zunehmende Trockenheit und schlagartige Regenfälle sieht der Deutsche Wetterdienst den Angaben zufolge für Mitteleuropa als eine der Folgen der Klimakatastrophe. Die auf dem Münchner Karlsplatz nachgebaute 38 Quadratmeter große Flutwohnung bestehe aus verschlammten originalen Möbeln und Inventar, das aus Überflutungsgebieten der italienischen Emilia-Romagna und dem Ahrtal stammt, hieß es weiter. Auf Videos und Texttafeln schilderten die ehemaligen Besitzer der Möbel ihre Erfahrungen mit der Flutkatastrophe. Die Aktion solle "die katastrophalen Folgen zu schwachen Klimaschutzes" zeigen. Sie ist Teil einer bundesweiten Tour, bei der die Flutwohnung bisher in Berlin, Köln, Frankfurt und Hamburg präsentiert wurde.

Bayern reduziere die Treibhausgasemissionen bisher deutlich zu langsam, hieß es weiter. Um beim klimaneutralen Umbau schneller zu werden, hat Greenpeace zehn Klimaschutz-Sofortmaßnahmen entwickelt, mit denen Bayern seinen CO2-Ausstoß in fünf Jahren um ein Fünftel verringern und den Wirtschaftsstandort modernisieren könne. "Die Lösungen sind da, sie müssen nur umgesetzt werden", sagte Greenpeace-Sprecherin Noelle.

Letzte Generation kündigt Aktionen in Bayern an

Donnerstag, 10. August 2023: Aktivisten der Letzten Generation haben am Donnerstag auf der Insel Herrenchiemsee Proteste in Bayern angekündigt. Man wolle am Montag (14. August, 16 Uhr) die Aktionen mit einem Protestmarsch in Würzburg an der Alten Mainbrücke beginnen, sagte Ernst Hörmann, einer der Sprecher der Gruppe. Von dort wolle man die Forderungen nach München "bis in die Hochburg der politischen Blockadehaltung tragen". Konkrete Pläne wollte der 73-jährige Klimaaktivist bei der Pressekonferenz unter freiem Himmel noch nicht nennen.

Anlässlich des Festakts zum 75. Jubiläum des Verfassungskonvents in Herrenchiemsee sagte die 25-jährige Physikstudentin Lena Mair, das Grundgesetz sei eine der besten Verfassungen der Welt.

"Wir haben eine historische Verantwortung, die Werte der Solidarität, Ehrlichkeit, des Zusammenhalts und Gerechtigkeit zu schützen".

Aber die Bundesregierung führe das Land in die Klimakrise und "verrät unsere Werte", sagte Mair. "Wenn wir weitermachen wie bisher, wird alles zerstört". Das bedeute auch den Zusammenbruch der Gesellschaft. Sie wiederholte die Forderung der Letzten Generation, einen Gesellschaftsrat zu bilden, der gemeinsam "gute politische Lösungen" suchen solle.

Die Bundesregierung habe keinen Plan, die Bevölkerung vor einer Klimakatastrophe zu schützen, sagte Aktivistin Marion Fabian (73). Sie rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der bei den Feierlichkeiten auf Herrenchiemesee dabei ist, dazu auf, die Bundesregierung zur Eile anzutreiben, "unsere Lebensgrundlagen zu schützen". (epd)

Vorsitzender des Weltklimarats mahnt zu Klimaschutzmaßnahmen

Donnerstag, 03. August 2023: Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, mahnt zu weitreichenden Klimaschutzmaßnahmen. Wenn die globalen Treibhausgas-Emissionen in den kommenden Jahren bis 2030 nicht deutlich sänken, sei es schwer vorstellbar, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sagte der britische Physiker dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstag). Dazu müssten sowohl individuelle Verhaltensänderungen erfolgen als auch neue Technologien etabliert werden.

"Beide Dinge gehören zusammen und interagieren miteinander", sagte er.

Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 sieht vor, die Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter 2, möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Skea führte aus, die 1,5-Grad-Grenze sei bereits für "einige Teile der Welt eine existenzielle Bedrohung". Allerdings mache auch darüber hinaus jedes weitere Zehntel Grad mehr oder weniger Erderwärmung einen Unterschied: "Wenn wir also die 1,5-Grad-Grenze reißen, sollten wir nicht aufgeben, sondern müssen unsere Anstrengungen verdoppeln und verdreifachen."

Der Brite warnte vor einem Fokus auf dem Negativen, "auf Untergang und Verzweiflung angesichts der schlimmen Dinge, die passieren können". Es gebe es genug Handlungsmöglichkeiten. "Wir halten unsere Zukunft selbst in den Händen, es gibt Maßnahmen, die wir ergreifen können, und das sollten wir jetzt dringend tun", sagt der IPCC-Chef. Neben den negativen Folgen des Klimawandels müssten die Lösungen für Wege aus der Krise noch stärker betont werden.

"Wir sind keine Kaninchen, die ins heranrasende Scheinwerferlicht starren", sagte Skea.

"Erdüberlastungstag" am 2. August

Mittwoch, 02. August 2023: Der Tag markiere den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem die Menschheit so viele Ressourcen von der Erde beansprucht hat, wie alle Ökosysteme im gesamten Jahr erneuern können, teilte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Mittwoch in Berlin und Bonn mit.

Die Berechnung wird laut Germanwatch jedes Jahr vom Global Footprint Network (GFN) durchgeführt. Der deutsche Erdüberlastungstag war bereits Anfang Mai. Vergangenes Jahr fiel der globale Erdüberlastungstag auf den 28. Juli. 2021 hatte sich der Tag durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den 22. August nach hinten verschoben. In den 1970er Jahren lag der Tag wegen des geringeren Ressourcenverbrauchs noch im Dezember.

Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals nannte es "immerhin erfreulich, dass die Überlastung seit einigen Jahren kaum noch zunimmt und in diesem Jahr sogar ganz leicht abnimmt". Trotzdem würden seit mehr als 50 Jahren die natürlichen Ressourcen der Erde ununterbrochen jedes Jahr übernutzt. "Die Menschheit lebt, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung", kritisierte er. Würden alle Länder so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar drei Erden nötig.

Bei den Berechnungen werden nach Angaben des Netzwerkes zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen.

Ausstellung "Klimagerecht leben" ausleihen

Wie können wir "Klimagerecht leben"? Die Foto-Ausstellung "Klimagerecht leben" präsentiert Fotoreportagen von knapp zwanzig Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt. Sie dokumentieren die Ursachen und Folgen des Klimawandels und zeigen Projekte und Initiativen, die Lösungswege aufzeigen. Dazu gehört der Anbau regionaler Lebensmittel ebenso wie nachhaltige Projekte zur Müllvermeidung.

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von lokalen Initiativen in Deutschland bis hin zu weltweit vernetzten Klimaprojekten. Zu den Themen, die vorgestellt werden, gehören Mobilität, soziale Gerechtigkeit, Naturschutz, Wasser, Biodiversität oder Upcycling. Die Ausstellung ist ab November 2023 verfügbar. Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter, wir informieren über den Erscheinungstermin. Hier gibt es weitere Informationen. 

Kirchentags-Klimabibel online abrufbar

Mittwoch, 02. August 2023: Sie ist bei einer Mitmachaktion beim Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) im Juni in Nürnberg entstanden: Die Klimabibel. Wie Mitinitiator Erik Stenzel mitteilt, kann sie jetzt auf der Homepage www.klimabibel.de zum Download angefordert werden. Kürzere und längere Beiträge würden sich in der Klimabibel tiefgründig mit den erforderlichen Veränderungen befassen und von politischen Entscheidungsträgern wirksamen und solidarischen Klimaschutz fordern, heißt es in einer Mitteilung.

Rund 500 Autorinnen und Autoren hätten während des DEKT beim Forum Klima auf dem Sebalder Platz an der Klimabibel geschrieben, hieß es. Die Mitwirkenden der Klimabibel forderten unter anderem mehr erneuerbare Energien, nachhaltige Stadtplanung und eine verbesserte Fahrradinfrastruktur. Drei großformatige Bücher seien entstanden, deren Inhalt emotional und ästhetisch beeindruckend sei. In den handschriftlich verfassten Beiträgen werde auch der Glaube deutlich, dass die menschengemachte Klimakrise mit solidarischem Handeln bewältigt werden könne, hieß es. "Die Lösungen sind alle da, lasst uns aufhören mit Hoffen, lasst uns jetzt anfangen mit dem Umsetzen", steht auf einer der Seiten.

Die Klimabibel soll online und auch analog auf den verbliebenen leeren Seiten der Originalbücher weitergeschrieben werden. Weitere Vorhaben seien eine theologische Einordnung und ein analytischer Begleittext zur Klimabibel, hieß es. (epd)

Drei bayerische Flüsse gewinnen bei Renaturierungswettbewerb

Freitag, 28. Juli 2023: Der Allgäuer Hühnerbach, die Kleine Paar bei Augsburg und die fränkische Pegnitz werden künftig freier fließen können: Die drei bayerischen Flüsse haben beim Rückbauwettbewerb der Umweltschutzorganisation WWF gewonnen. Die geplanten Renaturierungsmaßnahmen seien "ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Gewässerschutzziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sowie der EU-Biodiversitätsstrategie", teilte der WWF am Freitag mit. Pro Fluss stünden 30.000 Euro aus Mitteln der Deutschen Postcode Lotterie zur Verfügung.

Laut WWF zerschneiden bundesweit rund 200.000 Querbauwerke wie Wehre oder Sohlschwellen Deutschlands Flüsse und Bäche. "Meist behindern sie die Wanderung von Fischen, zerstören typische Flusslebensräume und verhindern den Transport von Geschiebe, dem natürlichen `Flussbaumaterial'", hieß es. Die nun prämierten Flussprojekte seien Vorbilder für das jüngst vom EU-Parlament beschlossene Naturwiederherstellungsgesetz. Es habe zum Ziel, "Europa wieder ein Stück natürlicher und biologisch vielfältiger zu machen", so der WWF.

Beim 25 Kilometer langen Hühnerbach im Ostallgäu, der in den frühen 1960er-Jahren teilweise begradigt wurde, werde mithilfe der Siegprämie ein nicht mehr genutztes Mühlenwehr komplett zurückgebaut. Dadurch könne ein großräumiges Renaturierungskonzept umgesetzt werden.

Der ökologische Zustand der 113 Kilometer langen fränkischen Pegnitz werde aufgrund zahlreicher Querbauwerke und Sedimenteinträge aus der Landwirtschaft bislang nur als "mäßig" eingestuft. Dennoch lebten hier noch diverse ökologisch anspruchsvolle Fischarten wie Äsche, Bachforelle, Döbel oder Mühlkoppe. Ihre Lebensbedingungen sollen durch den Rückbau eines Wehrs südlich von Pegnitz verbessert werden.

Greenpeace: Fliegen kostet meistens weniger als Bahnfahren

Donnerstag, 20. Juli 2023: Bahnfahren ist einer Studie von Greenpeace zufolge in Europa meistens teurer als klimaschädliches Fliegen. Die Umweltschutz-Organisation untersuchte die Preise für Zug- und Flugreisen auf beliebten europäischen Routen und fand dabei heraus, dass die Bahn nur auf 23 der insgesamt 112 Strecken günstigere Preise anbietet, wie Greenpeace am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Die Reise zu 31 Zielen innerhalb, von und nach Deutschland sei mit dem Zug durchschnittlich rund 50 Prozent teurer als mit dem Flugzeug. Wer kurzfristig verreise, für den sei Bahnreisen besonders kostspielig

Die Verkehrsexpertin der Organisation, Marissa Reiserer, sprach von einer "Bruchlandung für den Klimaschutz". Sie machte für die Preisunterschiede zulasten der Bahn vor allem die fehlende Besteuerung von Flugbenzin verantwortlich und forderte eine europäische Kerosinsteuer von 50 Cent je Liter. Damit könnten pro Jahr europaweit Einnahmen von 46,2 Milliarden Euro erzielt werden, die "zum Ausbau einer zuverlässigen Bahninfrastruktur und Bereitstellung von bezahlbaren Bahntickets auf dem gesamten Kontinent beitragen könnten".

Reisende sollten sich nach ihren Worten "darauf verlassen können, dass die Bahn immer das günstigste Verkehrsmittel ist". Reiserer kritisierte: "Immer mehr Menschen wollen mit der Bahn reisen und auf Flüge verzichten, doch die fehlende Kerosinsteuer und weitere klimaschädliche Subventionen für die Flugindustrie verzerren die Preise."

Umfrage: Senioren fürchten Klimawandel mehr als 30- bis 40-Jährige

Mittwoch, 19. Juli 2023: Menschen ab 60 Jahren sorgen sich laut einer Umfrage häufiger wegen des Klimawandels als jüngere Menschen. In der Altersgruppe ab 60 Jahren machten sich 42 Prozent der Menschen "große Sorgen" über die Folgen des Klimawandels, heißt es laut einem Bericht der "Rheinischen Post" (Mittwoch) in einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Ähnlich besorgt zeigten sich die Befragten in der jüngsten Altersgruppe zwischen 18 und 30 Jahren (41 Prozent). Dagegen verursachte der Klimawandel laut der Studie nur bei jedem dritten (36 Prozent) Befragten im Alter von 30 bis 40 Jahren und bei 37 Prozent der 40- bis 50-Jährigen "große Sorgen".

Paritätischer fordert Klima-Förderung für soziale Einrichtungen

Mittwoch, 12. Juli 2023: Der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, hat am Mittwoch in Fürth von der Bundesregierung mehr Hitzeschutz und Klimaanpassung für soziale Einrichtungen gefordert. Durch Hitzewellen seien Senioren und Kinder immer größeren Risiken ausgesetzt, sagte Schneider bei der bayerischen Landesversammlung des Paritätischen laut einer Mitteilung des Verbands. "Klimaschutz ist daher auch Gesundheitsschutz. Die Bundesregierung muss dringend in Richtung einer wirksamen und ambitionierten sozial-ökologischen Wende steuern", erklärte Schneider.

Die Vorständin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Bayern, Margit Berndl, fordert für Kitas und Pflegeeinrichtungen in Bayern höhere Förderung, damit sie Gebäude energetisch sanieren oder etwa auf Elektroautos umsteigen können. "In Bayern gibt es über 10.000 Kitas, circa 4.000 Pflegeeinrichtungen und viele weitere soziale Einrichtungen. Da gibt es großes Potenzial für klimabewusstes Wirtschaften." Es sei nicht verständlich, warum gemeinnützige Einrichtungen viel weniger politische Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen erhalten würden als gewinnorientierte Unternehmen, kritisierte Berndl.

"Soziale Organisationen können Klimaschutz nicht ignorieren", sagte Andrea Strasser, Geschäftsführerin des Sozialpsychiatrischen Zentrums München (SPZ). Auch das Umweltbewusstsein der Klientinnen und Klienten und der Beschäftigten sei gewachsen.

Der Paritätische in Bayern ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Dem Paritätischen in Bayern haben sich den Angaben nach rund 800 Mitgliedsorganisationen angeschlossen, die in allen Bereichen der Sozialen Arbeit tätig sind.

Naturschützer erklärt: So helft ihr Tieren bei Hitze und Trockenheit

Dienstag, 11. Juli 2023: Eine Tränke im Garten oder auf dem Balkon bietet bei Hitze eine willkommene Trink- und Bademöglichkeit für Vögel und Insekten. Natürliche Wasserstellen wie Pfützen und Gräben trocknen bei den sommerlichen Temperaturen aus, teilte der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) am Dienstag mit. Geeignete Tränken seien flache Wasserschalen oder Blumentopf-Untersetzer.

„Wichtig ist, dass die Schalen täglich frisch befüllt und regelmäßig mit kochendem Wasser gereinigt werden, damit sich keine Krankheitserreger verbreiten“, sagt LBV-Biologin Angelika Nelson laut Mitteilung. Beim ersten Anzeichen von kranken oder gar toten Vögeln in der Nähe der Wasserschalen müssten, wie bei einer Futterstelle, diese sofort entfernt und erst nach ein paar Tagen oder an einer anderen Stelle wieder aufgestellt werden.

Auch Wild- und Honigbienen nutzen demnach eine Tränke gern zum Wasserholen. Ein Stein oder etwas Moos diene als Lande- und Ausstiegshilfe. „Übrigens baden Vögel alternativ auch gerne im Sand, das hilft ihnen gegen Parasiten. Wer mag, kann also auch ein Sandbad in einer flachen Schale oder am Boden einrichten“, so der Tipp der LBV-Biologin. 

Menschen in Bayern besorgt über aktuelle Trockenheit

Donnerstag, 06. Juli 2023: Laut einer Umfrage des Bundes Naturschutz Deutschland machen sich 54,9 Prozent der Bayern Sorgen über die aktuelle Trockenheit. Um Wasser zu sparen, schränkten die meisten die Autowäsche oder sommerliche Bäder in Pool oder Planschbecken ein, teilte der Bund Naturschutz in Bayern am Donnerstag mit. "Das Bewusstsein über die zunehmend knappe Verfügbarkeit von Wasser ist auch in Bayern ausgeprägt", sagte der Landesvorsitzende Richard Mergner.

Der runde Tisch zur Wasserknappheit vor zwei Wochen habe gezeigt, dass auch die Staatsregierung die Wichtigkeit des Themas erkannt habe. "Wir hoffen auf eine ernsthafte Bearbeitung mit allen relevanten Akteuren - auch den Umweltverbänden, die bisher ausgeschlossen waren", sagte Mergner. Teschnische Lösungen für das Problem der Wasserknappheit seien zwar sinnvoll, aber nur die halbe Miete. Das Wasser müsse auch in der Fläche gehalten werden. Dazu müssten vor allen Dingen Auenlandschaften renaturiert und Moore wiedervernässt werden.

Rund 63 Prozent der Bayern sprechen sich laut der Umfrage für höhere Wasserentnahmeabgaben für Unternehmen aus, die viel Wasser verbrauchen. Dabei sei Bayern neben Thüringen und Hessen das einzige Bundesland, in dem Unternehmen, Wasser- und Energieversorger sowie die Landwirtschaft kostenlos Grundwasser oder Wasser aus Oberflächengewässern entnehmen können. In allen anderen Bundesländern gebe es eine Wasserabgabe, die pro Kubikmeter entrichtet werden muss. In Bayern umgesetzt werden soll dies aber erst nach der Landtagswahl.

"Wir werden die neue Staatsregierung bei Zeiten an die Aussage von Markus Söder erinnern", kündigte Mergner an. 

Greenpeace-Umfrage: Bayern unzufrieden mit Klimapolitik der Regierung

Mittwoch, 05. Juli 2023: Mit der Klimapolitik der bayerischen Landesregierung sind laut einer Umfrage, bei der 2.022 bayerische Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren online befragt wurden, 34 Prozent zufrieden. Mit der Energiewende im Freistaat sind es nur 29 Prozent. Das geht aus einer repräsentativen Online-Umfrage hervor, die die Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gegeben und am Mittwoch veröffentlicht hat.

Im von Trockenheit betroffenen Mittelfranken finden 44 Prozent, dass die Staatsregierung zu wenig für Klimaschutz tut, heißt es in der Mitteilung. In ganz Bayern seien laut der Umfrage des beauftragten Meinungsforschungsinstituts Civey 40 Prozent der Menschen dieser Meinung.

Die bayerische Staatsregierung habe den Klimaschutz und die Energiewende immer wieder vernachlässigt und sogar aktiv behindert, sagte Saskia Reinbeck, Expertin für Energie und Klimaschutz im Landesbüro Bayern von Greenpeace. "Jetzt wird die Zeit knapp, und das spüren die Menschen". Bayerns nächste Regierung könne sich kein 'Weiter so" leisten.

Knapp 45 Prozent der Befragten finden, dass die Regierungskoalition zu wenig für die Energiewende unternehme, heißt es weiter. Von den Befragten, die der Landesregierung zu wenig Engagement für eine Energiewende vorwerfen, vermuten 46 Prozent, dass die Regierung Proteste der Bevölkerung fürchtet. Knapp 44 Prozent denken, dass die Landesregierung keinen konkreten Plan für die Energiewende hat und 41 Prozent, dass Bayerns Regierung die Energiewende nicht wirklich will. (epd)

WWF kritisiert ungenutztes Potenzial für Erneuerbare in Bayern

Donnerstag, 29. Juni 2023: Die bayerische Staatsregierung präsentiert sich gerne als Musterknabe beim Ausbau der erneuerbaren Energien - doch die Umweltorganisation WWF kommt in einer aktuellen Analyse zu einem ganz anderen Ergebnis: Trotz des großen Potenzials des Freistaats für erneuerbare Energien seien noch etwa 80 Prozent des bayerischen Energieverbrauchs fossil, teilte der WWF am Donnerstag mit. Bis 2021 sei Bayern einer der Hauptabnehmer von russischen Gas- und Öl-Importen nach Deutschland gewesen.

Der WWF attestiert Bayern zwar ein traditionell großes Interesse an Photovoltaik und Wasserkraft - doch das alleine genüge nicht. Beim Ausbau der Windenergie liege Bayern im bundesweiten Vergleich beinahe auf dem letzten Platz. Pro Quadratkilometer seien nur 37 Kilowatt an Windenergieleistung installiert. Damit rangiere der Freistaat hinter Stadtstaaten wie Hamburg und Bremen. Der WWF fordert, die 10-H-Regel abzuschaffen, die den zehnfachen Mindestabstand der Windradhöhe zur nächsten Wohnbebauung vorschreibt

Und auch wenn Bayern Solarstrom- und Wasserkraft-Land ist: Das Problem sei der Netzausbau, moniert der WWF. Denn der halte mit dem nötigen Ausbau der erneuerbaren Energien nicht mit. "Ohne Netze kann nicht einmal der Ausbau der Solarenergie weiter vorangebracht werden", sagt WWF-Klimaexpertin Viviane Raddatz. Neben den bislang fehlenden großen Stromtrassen für den Windstrom aus Norddeutschland kämen auch die regionalen Stromnetze oft an ihre Grenzen und verhinderten das Anklemmen neuer Solaranlagen. 

Experte: "Der wesentliche Waldbrand-Faktor ist der Mensch"

Mittwoch, 21. Juni 2023: Der Landesfeuerwehrverband Bayern mahnt angesichts der aktuell trockenen und heißen Witterung ein umsichtiges Verhalten in Wald und Wiesen an. "Ein falsch abgestelltes Auto kann fatale Folgen haben", sagte der Fachbereichsleiter Vorbeugender Brandschutz, Jürgen Weiß, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in München.

Heiße Auspuffrohre oder Katalysatoren könnten im trockenen hohen Gras in kürzester Zeit Brände auslösen. "Der wesentliche Faktor bei Wald- und Wiesenbränden ist der Mensch."

Den ganzen Artikel mit seinen Aussagen findet ihr hier

500 Menschen haben beim Kirchentag eine Klimabibel geschrieben

Dienstag, 13. Juni 2023: Fast 500 Menschen haben beim evangelischen Kirchentag in Nürnberg handschriftlich eine "Klimabibel" geschrieben. Viele haben dabei zum Ausdruck gebracht, "dass es jetzt höchste Zeit ist, wirksamen und solidarischen Klimaschutz in den Mittelpunkt der Landespolitik zu stellen", teilten die Organisatoren am Dienstag mit. Auch der Wunsch nach einem neuen Klimacamp vor der Sebalduskirche sei geäußert worden. Andere aktuelle Themen, die die Verfasser der Klimabibel beschäftigten, seien die kanadischen Waldbrände und die Überschwemmungen in der Ukraine nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms gewesen. 

Die Organisatoren der Klimabibel wollen in den kommenden Wochen die Beiträge in der Klimabibel technisch aufbereiten, sortieren und in ein zeitgeschichtliches Werk umsetzen. Sie wollen damit "den Menschen Mut machen, gemeinsam solidarisch zu handeln und sich nicht in die Vereinsamung zu flüchten", so die Mitteilung weiter. Alle Menschen aus Nürnberg seien eingeladen, hieran weiter mitzuwirken. (epd)

Veranstaltungen zur Klimakrise auf dem Kirchentag 2023:

Donnerstag, 8. Juni 2023: "Es ist unsere Aufgabe und dringender denn je, Verantwortung für die Erde auch mit Blick auf zukünftige Generationen zu übernehmen." Das erklärte die Studienleiterin des Kirchentages, Stefanie Rentsch im Vorfeld des evangelischen und ökumenischen Großereignis.  Auf dem Kirchentag wird demnach viel über Schöpfungsverantwortung, Klimaschutz und Generationengerechtigkeit diskutiert. Für den Freitag ist bei der bei der Kirche St. Sebald eine "Menschenkette für Klimaschutz" geplant, die ab 13 Uhr ein Zeichen setzen soll.

Bereits heute gab es einige Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz auf dem Kirchentag. Luisa Neubauer mahnte beispielsweise in einer Podiumsdiskussion dazu, "uns nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Impressionen von ihrem Auftritt findet ihr auf unserem Instagram-Kanal. Für die noch folgenden zwei Tage haben wir für euch eine Auswahl an Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz zusammengefasst.

  • Freitag, 10:30 – 12:30 Uhr: "Eco City on Tour - erforschen, gestalten und erleben." Die evangelische Jugend Dortmund will gemeinsam mit Interessierten spielerisch darüber informieren, wie man selbst das Klima schützen könne.  Diese Veranstaltung gibt es am Samstag um dieselbe Uhrzeit nochmal.
  • Freitag, 11:00 - 13:00 Uhr: Auf dem Hauptpodium diskutieren unter anderem der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul und Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Gärditz darüber, ob es ein Recht auf Zukunft gibt.
  • Freitag, 11:00 – 12:00 Uhr: Was kann der Kirchentag beziehungsweise was kann ich für klimafreundliche Mobilität tun und wie bereit sind Gesellschaft und Industrie dafür. Diesen Fragen wird in einem Workshop mit Christof Hertel im Zentrum Schöpfungsverantwortung nachgegangen. 
  • Freitag, 11:00 – 19:00 Uhr: Diese Veranstaltung lädt alle Teilnehmenden des Kirchentages dazu ein, sich an einer gemeinsamen "Klimabibel" zu beteiligen, die laut Veranstalterinformation mit der lokalen Klimabewegung erstellt wird und den "Mutlosen und Verzweifelten den Weg weisen soll". Insgesamt soll an der "Klimabibel" drei Tage lang gearbeitet werden.
  • Freitag, 14:00 – 15:00 Uhr: "Klima. Endzeit. Wendezeit" heißt eine Veranstaltung mit Dr. Haringke Fugmann, Beauftragter für religiöse und geistige Strömungen Ev.-Luth. Kirche in Bayer und Thomas Zeitler, einem Pfarrer für Kunst- und Kulturarbeit und Klimaaktivist. 
  • Samstag, 11:00 – 12:30 Uhr: Der Workshop "Jetzt ist höchste Zeit für Klimagerechtigkeit" , der im Zentrum Jugend stattfindet, nimmt die globale Perspektive der Klimakrise in den Blick.
  • Samstag, 11:00 – 12:00 Uhr: Im Zentrum Schöpfungsverantwortung wird beim Workshop "Gemeinsam schaffen wir das" gemeinsam darüber gesprochen, wie Kirchengemeinden klimaneutral werden können.
  • Samstag, 11:00 – 13:00 Uhr: "Wie radikal darf Partizipation junger Menschen sein?" Dieser Frage gehen unter anderem die Klimaaktivistin Aimée van Baalen und die Politikinfluencerin Lilly Blaudszun in der Podiumsdiskussion "Mitmischen (un)möglich" nach.
  • Samstag, 15:00 – 17:00 Uhr: Ökonomische Aspekte der Klimakrise sind Thema bei der Podiumsdiskussion "Der wahre Preis unseres Wirtschaftens". Transformationsforscherin Prof. Maja Göpel und Christof Günther, Geschäftsführer von Infraleuna, diskutieren mit weiteren Gästen und dem Publikum. 
  • Samstag, 18:00 – 19:30 Uhr: Auf dem Hauptpodium treffen gegen Ende des Kirchentags Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck zusammen, um über Außenpolitisches Handeln in der Zeitenwende zu sprechen.

Klimaforscher: Zustand der Meere ist "besorgniserregend"

Donnerstag, 8. Juni 2023: Nach Ansicht des Kieler Klimaforschers und Meteorologen Mojib Latif ist der Zustand der Ozeane besorgniserregend. "Es steht eine der fundamentalen Säulen der Welternährung auf dem Spiel", sagte er im Interview der Mediengruppe Bayern (Donnerstagsausgabe) anlässlich des Welttages der Ozeane am 8. Juni. Eine Reihe von Faktoren seien es, die die Ozeane bedrohten wie Überfischung, Plastikverschmutzung und Erwärmung der Meere. Außerdem sinke der Sauerstoffgehalt in den Meeren. Die CO2-Aufnahme führt zur Versauerung des Meerwassers, worunter kalkbildende Organismen litten. Alle Stressfaktoren zusammen könnten schon in den nächsten Jahren zu dramatischen Auswirkungen führen.

"Wir spielen Russisch Roulette mit den Meeren."

Beim Meeresschutz funktioniere ebenso wie beim Klimaschutz und der Waldzerstörung die internationale Zusammenarbeit nicht, kritisierte Latif, der auch Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist. "Die Plastiklobby verhindert einen ambitionierten Meeresschutz, genauso wie die Fischereilobby oder die fossile Lobby. Wir kommen beim Meeresschutz kaum voran". Nationale und kurzfristige ökonomische Interessen dominierten, es gebe zwar einige internationale Abkommen, die aber nicht verbindlich seien.

"Viele Politikerinnen und Politiker scheinen die Langfristigkeit der Probleme nicht zu verstehen."

Dringenden Bedarf sieht Latif bei der Aufstockung der Mittel, die zum Schutz der Meere zur Verfügung gestellt werden. Die bei der Konferenz "Our Ocean" im März 2023 eingesammelten 20 Milliarden Dollar bezeichnete der Experte als "lächerlich wenig, wenn man es an der Bedeutung der Ozeane misst oder mit dem Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro vergleicht". Latif forderte, dass die Meere "endlich einen angemessenen Wert bekommen" und mehr Schutzzonen. Etwa 30 Prozent der gesamten Meere müssten bis 2030 zu Schutzzonen erklärt werden, noch seien es weniger als zehn Prozent, sagte Mojib Latif.

Hochschulen sollen Nachhaltigkeitskompetenzen vermitteln

Mittwoch, 07. Juni 2023: Die Netzwerkinitiative "Transformative Skills für Nachhaltigkeit" hat bundesweit 20 Hochschulen in eine "Community of Practice" aufgenommen. Fünf davon kommen aus Bayern: Dies sind die Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die Hochschule München, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universität Regensburg und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, teilte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am Mittwoch in Berlin mit. Der Projektförderfonds ist mit 200.000 Euro ausgestattet.

Die beteiligten Hochschulen würden dabei unterstützt, neue Lehrmodule zu konzipieren oder bestehende weiterzuentwickeln, die sich der Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenzen widmen, hieß es weiter. Das Netzwerk biete den Hochschulen in vier Curriculums-Werkstätten die Möglichkeit, sich vertieft mit "Skills für Nachhaltigkeit" zu befassen. Um Projekte umzusetzen, die sich aus der Netzwerkarbeit ergeben, stehe der Projektförderfonds zur Verfügung.

Analysen des Stifterverbandes hätten ergeben, dass es Entwicklungsbedarf an den Hochschulen gebe in der Vermittlung übergreifender und fachspezifischer "Transformativer Skills für Nachhaltigkeit". Dazu gehörten beispielsweise ein Verständnis von naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen für nachhaltige Lösungen und die Fähigkeit zur Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse, hieß es weiter.

Hochschulabsolventinnen und -absolventen brauchten für die Zukunft zudem Durchhaltevermögen, organisatorische Kompetenzen und die Fähigkeit, komplexe Systemlogiken zu verstehen und anzuwenden, ebenso wie strategisches Denken beim Aufbau neuer Kooperationsformen oder für politische Kampagnen. All dies soll mittels der neuen Module innerhalb des Studiums gefördert werden. (epd)

Klimabericht: Gesundheitswesen muss sich auf Klimafolgen einstellen

Freitag, 02. Juni 2023: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Politik aufgefordert, das Gesundheitswesen auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. Die Forschenden rechnen unter anderem mit einer Zunahme von Infektionskrankheiten, wie aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten ersten Teil des "Sachstandsberichts Klimawandel und Gesundheit 2023" hervorgeht, der vom Robert Koch-Institut (RKI) koordiniert wurde.

Aus Sicht der Wissenschaft seien die Zusammenhänge offenbar, sagte die Augsburger Professorin für Klimawandel und Gesundheit, Elke Hertig, eine der Autorinnen des Berichts. Seit dem ersten Bericht 2010 habe man zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen. Es sei Zeit zu handeln: "Klimaschutz ist Gesundheitsschutz", sagte sie.

Dem Bericht zufolge sind nahezu zwei Drittel der in Europa vorkommenden Erreger von Infektionskrankheiten klimasensibel. Das heißt, vermehrte Hitzewellen oder Überflutungen begünstigen ihre Entwicklung oder ihre Ausbreitung. So verbreitet sich etwa das West-Nil-Virus aus warmen Ländern schon seit Jahren in Deutschland.

Es wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen und kann im schlimmsten Fall zu einer Schädigung des Nervensystems oder Gehirns führen. Das Gesundheitswesen müsse auf solche Fälle vorbereitet sein, fordern die Forscher. Aus gegenwärtig rund zwanzig bekannten Fällen pro Jahr könnten schnell Hunderte oder Tausende werden.

Für den Bericht haben mehr als 90 Autorinnen und Autoren aus rund 30 Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden Erkenntnisse zur Auswirkung der Klimaveränderungen auf körperliche und psychische Krankheiten sowie zu den Gesundheitsfolgen von Hitzewellen, Wassermangel, Waldbränden oder Ernteausfällen zusammengetragen. Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt. Die Handlungsempfehlungen richten sich an das Gesundheitswesen und die öffentliche Verwaltung. (epd)

Gymnasium Burglengenfeld ist bayerischer "Energiesparmeister"

Donnerstag, 01. Juni 2023: Beim Schulwettbewerb "Energiesparmeister" hat das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) den ersten Platz für das beste Klimaschutzprojekt aus Bayern geholt. Das Projekt "JMF goes independent", das die Schule langfristig energieautark und klimaneutral machen soll, habe die Jury überzeugt, teilten die Veranstalter in einer Pressemitteilung vom Donnerstag mit. Bis zum 15. Juni laufe nun das Online-Voting, bei dem aus 16 Landessiegern der Bundes-"Energiesparmeister" gekürt werde. Die Landespreise und der Bundespreis sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert.

Deutschlandweit hätten sich 418 Schulen an dem Wettbewerb beteiligt, hieß es weiter. Veranstalter ist die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert den Angaben zufolge den Wettbewerb, der in diesem Jahr zum 15. Mal stattfindet. (epd)

Mitmachaktion: Insektenzählen für die Umwelt 

Donnerstag, 01. Juni 2023: An diesem Freitag, dem 2. Juni, startet der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) die Mitmachaktion "Insektensommer". Welche Sechsbeiner durch den Garten krabbeln oder flattern, das sollen Naturliebhaber bis zum 11. Juni herausfinden, teilte der LBV am Mittwoch mit. Wer teilnimmt, soll sich eine Stunde lang einen Platz in der Natur suchen und die Tierchen zählen. Über das Online-Meldeformular auf der Internetseite des LBVs können die Zählergebnisse eingetragen werden. 

Die LBV-Insektenexpertin Tarja Richter erklärte, es gebe rund 33.000 Insektenarten in Deutschland. Einige Arten würden vorwiegend im Frühsommer vorkommen. Der LBV empfiehlt in dieser Zeit besonders auf Steinhummel, Florfliege, Hainschwebfliege, Tagpfauenauge, Lederwanze, Blutzikade und den Admiral zu achten.

Leider würden Studien zeigen, dass die Insektenbestände in Deutschland deutlich zurückgehen, so der LBV. Schuld daran seien intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Hecken und Saumbiotopen in der Landschaft. Dabei seien die Insekten für den Menschen und die Natur enorm wichtig. Fast alle Pflanzen würden von Insekten bestäubt. Zudem sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, Reptilien, Amphibien und kleine Säuger. "Mit der Mitmachaktion wollen wir Menschen deshalb auch auf die Bedrohung unserer heimischen Insekten aufmerksam machen" sagte Richter.

Im eigenen Garten, auf dem Balkon und sogar schon auf dem Fenstersims könne sich jeder für die Natur nützlich machen. Wer heimische Blumen und Sträucher pflanze, Nisthilfen platziere und auf Gift verzichte, biete Insekten einen Zufluchtsort, erklärte die LBV-Expertin. (epd)

Umweltstiftung fordert weniger Pflanzenschutzmittel im Gemüseanbau

Montag, 30. Mai 2023: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fordert einen reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Die sogenannten Herbizide, die im konventionellen Feldgemüseanbau gegen Unkräuter eingesetzt würden, könnten etwa durch den Wind in andere Ökosysteme gelangen, sagte Christiane Grimm, DBU-Expertin für Landnutzung und Digitalisierung am Dienstag am Sitz der Stiftung in Osnabrück. Sie könnten zudem Rückstände am Gemüse hinterlassen und beeinträchtigten die Fruchtbarkeit des Bodens.

Die Europäische Kommission wolle den Einsatz von gefährlicheren Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 Prozent reduzieren. Dieses Ziel könne vor allem durch Maßnahmen im Acker- und Gemüsebau erreicht werden, sagte Grimm. Die Expertin machte auf Alternativen wie das Mulchen aufmerksam. Die Stiftung unterstütze derzeit ein Projekt im bayerischen Straubing. Die Forscher des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) haben eine flüssige Zwei-Komponenten-Mischung auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Sie wird in Bahnen auf die Beete aufgebracht, erläuterte Projektleiter Edgar Remmele.

Der Mix bestehe zu großen Teilen aus Wasser, Pflanzenöl sowie weiteren natürlichen Gelier- und Bindemitteln. Er werde mit einem speziell entwickelten Gerät aufgebracht, das an einen Traktor montiert werde. "An der Bodenoberfläche geliert das Material, härtet aus und bildet die Mulchschicht", sagte Remmele. Nach der Funktionszeit baue es sich biologisch ab und hinterlasse keine Rückstände auf dem Feld. Die DBU fördert das Projekt nach eigenen Angaben mit rund 778.000 Euro. (epd)

Fachleute aus der Sozialarbeit unterstützen "Letzte Generation"

Montag, 22. Mai 2023: Rund 200 Fachleute aus der Sozialen Arbeit haben sich mit den Klimaaktivisten der Bewegung "Letzte Generation" solidarisiert. Man positioniere sich "gegen die Kriminalisierungsversuche aus der Politik" und fordere eine "konsequente und sozialgerechte Klimapolitik", erklärten die Verfasserinnen und Verfasser eines Solidaritätsbriefes am Montag. Für die Erklärung haben sich demnach Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche Mitarbeitende und Praktiker der Sozialarbeit zusammengefunden.

Die negativen Folgen der Klimakrise träfen vor allem Menschen, die ohnehin stark benachteiligt seien und am wenigsten zu deren Entstehen beigetragen hätten, hieß es weiter. In Deutschland werde jedoch kaum über die "unzureichende Klimapolitik" und ihre Auswirkungen debattiert - stattdessen würden Klimaaktivisten und -aktivistinnen auf der Straße von Autofahrern getreten, vor Gericht verurteilt und von Politikern als "kriminell" und "terroristisch" diskreditiert.

Dieter Kulke, Professor für Soziologie in der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, sagte, es sei die moralische Pflicht der Sozialen Arbeit an der Seite der Letzten Generation zu stehen. Dass die Klimaaktivisten kriminalisiert würden sei "unerträglich und falsch".

Barbara Schramkowski sagte, Klima- und Umweltschutz dürfe nicht länger einem permanenten Wirtschaftswachstum untergeordnet werden. Soziale und ökologische Belange müssten oberste Priorität haben, so die Professorin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen Schwenningen.

Hinter dem Schreiben steht den Angaben zufolge die Fachgruppe "Klimagerechtigkeit und sozialökologische Transformation" der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit. Der Erklärung haben laut der Mitteilung 197 Experten aus der Sozialarbeit unterzeichnet. (epd)

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MethaCow-Projekt untersucht Methanausstoß in Rinderhaltung

Montag, 22. Mai 2023: Dass die Rinderhaltung durch den Methan-Ausstoß der Tiere ein Problem fürs Klima ist, ist bereits bekannt - wie viel die Kühe an Gasen ausstoßen und wie man das durch gezielte Fütterung steuern kann, ist der Kern des sogenannten MethaCow-Projekts. An zwei "GreenFeed"-Stationen im Staatsgut Achselschwang soll nun eben der Methanausstoß von Milchkühen untersucht werden, wie die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am Mittwoch mitteilte. Offiziell in Betrieb genommen werden sie nächsten Donnerstag, am 25. Mai.

Bei den "GreenFeed"-Stationen handelt es sich laut Angaben um Kraftfutterabrufstation, die mit verschiedenen Sensoren ausgestattet sind. Sie erfassen zum einen die Menge und die Zusammensetzung der Gase im Stall. Dies erlaube "die Messung der Methanemission der Einzelkuh im Routinebetrieb im Stall". In den kommenden drei Jahren sollen im gezielt angelegten Fütterungsversuch die Auswirkungen der Futtermenge, aber auch der Zulage von Zusatzstoffen auf die Methan-Emission der Kühe erfasst werden, heißt es auf der LfL-Website.

Nach Kohlendioxid ist Methan (CH4) das zweitwichtigste Treibhausgas. Es trägt zur globalen Erwärmung bei und ist ein wichtiger chemischer Ausgangsstoff des gefährlichen bodennahen Ozons. Das Methan aus den Verdauungsvorgängen im Vormagen der Rinder macht den größten Teil der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft aus. (epd)

ifo-Chef Fuest: Energiegesetz gefährdet Wirtschaftswachstum

Freitag, 19. Mai 2023: Das Energie-Effizienzgesetz der Bundesregierung könnte laut ifo-Präsident Clemens Fuest zu einem "Wachstumskiller" werden. Der Gesetzentwurf regele nicht die Energieeffizienz, sondern deckele den gesamten Energieverbrauch des Landes, kritisierte der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) an der Universität München in einer Mitteilung vom Freitag.

Das Ziel, den Endenergieverbrauch bis 2030 um 22 Prozent zu senken, passe nicht mit dem prognostizierten Wirtschaftswachstum von jährlich 1,2 Prozent zusammen, erklärte Fuest. Wenn die Energieeffizienz künftig so wachse wie bisher, müsse im Gegenzug "die Wirtschaft um 14 Prozent schrumpfen.“

Wolle man das verhindern, müsse sich der Fortschritt bei der Energieeffizienz schlagartig mehr als verdreifachen auf vier Prozent im Jahr - statt der bisher erreichten 1,4 Prozent. Das scheine kaum machbar, so Fuest.

Überdies wolle die Bundesregierung zugleich mit Subventionen einen niedrigen Industriestrompreis einrichten, der den Verbrauch eher steigern werde. "All dies wirkt, als hätte die Energiepolitik die Orientierung verloren", kritisierte der Ökonom. Das Bundeskabinett hatte den Entwurf zum Energieeffizenzgesetz im April beschlossen. Nun muss das Parlament darüber entscheiden. (epd)

Laut Expertenmeinung entspannt der starke Regen die Grundwassersituation in Bayern

Mittwoch, 17. Mai 2023: Die aktuellen Regenfälle sorgen nach Einschätzung von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber "für eine Erholung im Grund- und Oberflächenwasser". Der Regen helfe der Natur und der Landschaft, sagte Glauber am Mittwoch in München: "Im Hinblick auf mögliche Hochwasser gilt: Wir behalten bayernweit die Situation genau im Blick." Die Behörden arbeiteten eng zusammen, um drohende Hochwasserlagen zu erkennen, erläuterte er zum Ende des sogenannten hydrologischen Winterhalbjahrs.

Die Folgen des Klimawandels seien trotzdem weiter herausfordernd. Das Thema Wasserversorgung habe in Bayern oberste Priorität, sagte Glauber. "Unser Ziel ist Wassersicherheit in allen Landesteilen auch in Zukunft." Mit der Gesamtstrategie 'Wasserzukunft Bayern 2050' arbeite man daran, die Wasserversorgung im gesamten Freistaat weiterhin dauerhaft sicherzustellen. "Die öffentliche Wasserversorgung hat dabei immer Vorrang vor anderen Nutzungen", sagte er. Aktuell würden in Bayern normale bis feuchte Verhältnisse festgestellt.

Die Grundwasserstände füllen sich im hydrologischen Winterhalbjahr, also in den Monaten November bis April. Wegen der niedrigen Temperaturen verdunstet deutlich weniger Niederschlag als im Sommerhalbjahr, auch die meisten Pflanzen benötigen weniger oder gar kein Wasser. Entsprechend kommt mehr Niederschlag beim Grundwasser an.

In Nordbayern summierte sich der Niederschlag des hydrologischen Winterhalbjahrs auf 381 Millimeter pro Quadratmeter, in Südbayern waren es 403 Millimeter pro Quadratmeter.

In Bayern weisen laut Umweltministerium derzeit 22 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf - gegenüber rund 65 Prozent im März. In den tieferen Grundwasser-Stockwerken zeigen 55 Prozent der Messstellen Niedrigwassersituationen - gegenüber rund 70 Prozent im März. Vor allem in Nordbayern habe sich die Niedrigwassersituation im Grundwasser nach den ergiebigen Regenfällen im März und April zum Teil entspannt. (epd)

Landeskirche fördert Artenvielfalt auf kirchlichen Flächen in Hirschaid

Dienstag, 09. Mai 2023: Das Projekt "Gottes Garten - Artenvielfalt auf kirchlichen und diakonischen Flächen" der evangelischen Landeskirche sucht weitere Teilnehmer. Mit dem Projekt sollen mehr kirchliche und diakonische Flächen naturnah und insektenfreundlich angelegt und somit mehr Lebensräume für heimische Tiere und Pflanzen geschaffen werden, sagte die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner am Dienstag. So entstehe attraktiver Lebensraum, in dem sich die Artenvielfalt der Schöpfung regenerieren und zeigen könne.

Kirchengemeinden, kirchliche und diakonische Träger aus ganz Bayern, die sich beteiligen möchten, erhalten dafür Beratung und finanzielle Unterstützung. Sie können sich für Pauschalen für eine Erstberatung zur naturnahen Gestaltung von Außenflächen von maximal 500 Euro, und für die Umgestaltung von maximal 1000 Euro bewerben.

Die bayerische evangelische Landeskirche ist seit 2021 Partnerin der "Blühpakt-Allianz" des bayerischen Umweltministeriums. Im Rahmen dieser Allianz werden seit 2018 Verbände, Organisationen und Interessengemeinschaften vom Freistaat dabei unterstützt, die Freiflächen um ihre Gebäude so zu gestalten, dass Kleintiere und Insekten dort Lebens- und Rückzugsräume finden. (epd)

Bündnis fordert ökologischere und tiergerechte Landwirtschaft in Bayern

Mittwoch, 26. April 2023: Einen Umbau der bayerischen Landwirtschaft zu einer ökologischeren und tiergerechten Landwirtschaft fordert ein Bündnis aus rund 20 Bauern-, Imker-, Umwelt-, Tierschutzverbänden und Verbraucherorganisationen anlässlich der bayerischen Landtagswahl im Oktober. Auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen müsse der ökologische Landbau bis 2030 vorangebracht werden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Verbände am Mittwoch. Das Agrarbündnis Bayern fordert außerdem, einen gentechnikfreien Anbau, messbare Fortschritte beim Umbau der Tierhaltung und weniger chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft. Hier geht es zum Forderungspapier des Bündnisses.

"Die auf bäuerlichen Betrieben beruhende bayerische Landwirtschaft hat gute Voraussetzungen für die Umsetzung einer solidarischen, ökologischen und klimafreundlichen Landbewirtschaftung", sagte der Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN) in Bayern, Richard Mergner. Er forderte, dass sich Bayern für eine stabile Selbstversorgung von globalen Importen befreien müsse. Futtermittelimporte aus Südamerika würden zur Zerstörung den Regenwald beitragen und zudem soziale Ungleichheit schaffen. 

Auch Kathrin Schröder von Misereor Bayern wies darauf hin, "dass die Verantwortung der Staatsregierung nicht an den Landesgrenzen endet". Zum Schutz von Menschen und Umwelt weltweit müsse die Staatsregierung sich auf Bundes- und Landesebene für ein Exportverbot für Pestizide und Pestizidwirkstoffe einsetzen. An die Verantwortung der Verbraucherinnen und Verbraucher appellierte der Nürnberger Jesuitenpater Jörg Alt von "Wir transformieren Bayern". Die Bürgerinnen und Bürger sollten ihr eigenes Verhalten beim Konsum hinterfragen. Nach wie vor werde ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen. Hier brauche es entschiedenere politische Rahmensetzungen, um das zu vermeiden. (epd)

Petition "Unsere Generation – unser Job" appelliert an Bundesregierung

Donnerstag, 06. April 2023: Eine Petition mit mehr als 4000 digitalen Unterzeichnungen (Stand: 06. April 2023) ruft Olaf Scholz und führende Vertreter*innen aus der Bundesregierung, dem EU-Parlament und Landtagen zu mehr Generationenverantwortung auf. "Wir alle gehören zur ersten Generation, die die Folgen der Erderhitzung spürt," heißt es auf der Website der Petition. Als Erstunterzeichner*innen sind Jesuitenpater Jörg Alt sowie Autorin Katja Diehl gelistet. Unterstützung erhält die Petition von Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Religion und Gesellschaft. 

Sie seien die Generation, die es so weit habe kommen lasse, erklären die Organsator*innen der Petition ihr Anliegen und rufen zu einer "umfassenden, zügig umgesetzte Klimapolitik" auf. Hauptanliegen der Erstunterzeichner*innen sei es, dass Politik und Wirtschaft den deutschen Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele erfüllen würden. Mit der Forderung, den Schaden von den Menschen abzuwenden und Historisches zu leisten endet der Aufruf an die Politker*innen.

Politisch wird die Petition vor allem von der Partei Die Linke und Bündnis90/Die Grünen unterstützt. Zu den Unterzeichner*innen gehören aber auch Mitglieder von SPD und CSU/CDU. Knapp 70 Unterschriften kommen von Personen aus Kirche und Religion, wie beispielsweise Aiman A. Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland.

Was hinter dem "Willow-Project" steckt 

Montag, 03. April 2023: Der US Präsident Joe Biden hat kürzlich Bohrungen in Alaska zugestimmt. Der in Houston ansässige Ölkonzern ConocoPhillips bekommt die Erlaubnis, dort nach Öl zu bohren. Nach eigenen Angaben will der Konzern 180.000 Barrel Öl pro Tag fördern.

Die US-Regierung selbst schätzt, dass die Bohrungen rund 9,2 Millionen Tonnen CO2 im Jahr freisetzen sollen. Das "Bureau of Land Management" (BLM)  schrieb 2023 in einem Bericht, dass innerhalb von 30 Jahren somit über 270 Millionen Tonnen CO2, aufgrund dieses Projekts ausgestoßen werden. Zum Vergleich: der Durchschnitts Mensch in Deutschland hat einen CO2-Verbrauch von etwa 11 Tonnen.

Ein über Millionen Tonnen schwerer CO2 Ausstoß wird exorbitante Folgen auf unsere Umwelt und unser Leben auf der Erde haben. Unter dem Hashtag  #stopwillowproject wird aktuell in den sozialen Netzwerken über das Projekt aufgeklärt und versucht, es durch Unterschriften zu stoppen.

Eine Woche ohne Plastik – Mission EineWelt ruft zur Mitmach-Aktion auf

Donnerstag, 30.April 2023: Das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Mission EineWelt ruft mit der Mitmach-Aktion "Eine Woche ohne Plastik" zum Plastiksparen auf. Dabei steht ein Wettbewerb im Mittelpunkt, der internationale Zusammenarbeit bei der Plastikvermeidung auszeichnet.  

"Plastikmüll überschwemmt förmlich der Erde", heißt es auf der offiziellen Website von Mission EineWelt. Im Fokus steht bei der Aktion zusätzlich die globale Perspektive von Plastikmüll, denn Deutschland gehöre zu den größten Plastikmüllexporteuren, wie Mission EineWelt erklärt. Demnach hat die Aktion einen gesamtgesellschaftlichen Anspruch und richtet sich vor allem an Individualpersonen, Familien, aber auch Unternehmen oder Schulen. Zur Aktion "Eine Woche ohne Plastik" gibt Mission EineWelt konkrete Tipps und Anregungen, wie die plastikfreie Woche am besten gelingen kann. 

Beim Projektwettbewerb werden die drei besten Einsendungen mit jeweils 1000 Euro prämiert. Laut Pressemitteilung richtet sich der Wettbewerb an Institutionen, die eine internationale Partnerschaft mit Menschen aus dem globalen Süden pflegen. Ziel ist es, gemeinsam zu dokumentieren, wie nachhaltiger Umgang mit Plastik funktionieren kann.

Individueller Verzicht auf Plastik ist in der breiten Masse eine sinnvolle Maßnahme gegenüber zu viel Plastikmüll. Mission EineWelt erklärt jedoch, dass der Politik eine tragendere Rolle dabei zukommt. Warum es im Gegensatz sinnvoller sein kann, seinen Fokus mehr auf Lebensmittelverschwendung zu setzen, erklären wir hier. 

Bund Naturschutz fordert grundsätzlich anderen Umgang mit Wasser

Mittwoch, 22. März 2023: Angesichts des Klimawandels ist nach Ansicht des Bund Naturschutz (BN) die Politik gefordert: Der Umgang mit Wasser müsse sich grundsätzlich ändern, teilte der BN am Dienstag mit Blick auf den Weltwassertag an diesem Mittwoch (22. März) mit. Der Klimawandel werde mit teilweise massivem Wassermangel einhergehen, deshalb müssten Wassersparmaßnahmen für Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalte umgesetzt werden. Der Landschaftswasserhaushalt muss künftig so gestaltet werden, dass das Wasser in der Fläche gehalten und nicht möglichst schnell in den nächsten Bach abgeleitet wird.

Neben der geringen Wassermenge sei auch die Wasserqualität besorgniserregend, teilte der BN weiter mit. Nur gut ein Fünftel der bayerischen Fließgewässer seien in einem guten ökologischen Zustand. Dies habe mehrere Ursachen - unter anderem die menschlichen Eingriffe in Fließgewässer wie Staustufen, aber auch sogenannte Stoffeinträge. "Durch Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalte gelangen nämlich mehr Stickstoff, Phosphor und eine riesige Anzahl an umweltschädlichen Stoffen in die Gewässer, als diese vertragen", sagte der BN-Vorsitzende Richard Mergner. Viele Ökosysteme drohten zu kollabieren.

Der BN appelliert deshalb an die bayerische Staatsregierung und Bundesregierung, das Wasser endlich besser zu schützen. Konkret fordert der BN einen Umbau des Abwassersystems in ein Kreislaufsystem und vor allem eine "Transformation der Landwirtschaft" zu mehr ökologischer Landwirtschaft und einer Abkehr von Kunst-Düngemitteln. Des Weiteren müssten verbaute Gewässer verstärkt renaturiert werden und ganz grundsätzlich sparsamer mit der Ressource Wasser umgegangen werden, hieß es. (epd)

Bildungsexperte: Weniger von Gegensatz Mensch-Natur ausgehen

Montag, 20. März 2023: Denkansätze indigener Gemeinschaften können nach Ansicht des Bildungsexperten Lars Bedurke bei der Suche nach Lösungen für den Umgang mit dem Klimawandel helfen. In vielen Theorien werde weniger von einer "Dichotomie zwischen Mensch und Natur" ausgegangen, sagte der Abteilungsleiter des Hilfswerks "Brot für die Welt" dem Evangelischen Pressedienst in Erfurt. 

Allein schon, wie viele indigene Völker auf Ressourcen und Generationengerechtigkeit blickten, könne ein guter Impuls sein. "Es geht dabei nicht um die Romantisierung von Konzepten", betonte der Leiter der Abteilung Bildung des evangelischen Hilfswerks.

Aber viele indigene Gemeinschaften hätten eine Lebensform mit einem anderen Beziehungsgeflecht zur Umwelt.
Sie seien häufig in Auseinandersetzung mit widrigen Bedingungen und Gewalt entstanden und hätten es geschafft, bis heute zu überleben. Auch das mache sie interessant.

Der Bildungsexperte, der in Costa Rica, Kuba und Argentinien studiert hat, kritisierte, dass Wissenschaft und Bildung in den meisten Ländern nach wie vor von kolonialen Kontinuitäten beeinflusst seien. Als solches akzeptiert sei vor allem Wissen, das an europäischen oder US-amerikanischen Universitäten gelehrt werde. Die Erfahrungen und Theorien indigener Gemeinschaften hingegen würden "eher nicht anerkannt". 

Dieses Fortleben kolonialer Strukturen zeige sich auch in internationalen Institutionen, sagte Bedurke. In den Corona-Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa sei kein Wissen und kaum Erfahrungen aus Ländern des Globalen Südens einbezogen worden. Zugleich gebe es "punktuelle Veränderungen". 

Es gehe nicht darum, ein Wissenssystem besser als das andere zu bewerten, sagte Bedurke. "Aber wir müssen die Provinzialität unseres Denkens aufbrechen." Diese bestehe darin, "dass wir nur einen beschränkten Kontext analysieren und diesen als universal verstehen". Es müsse versucht werden, ein breiteres Bild abzudecken. In der Bildungsarbeit von "Brot für die Welt" etwa werde versucht, die Perspektiven von Partnerorganisationen aufzuzeigen. (epd)

Alarmierender Bericht zur Lage der Natur in Bayern

Freitag, 17. März 2023: Die einstigen Initiatoren des bayerischen Bienen-Volksbegehrens sehen sich in ihren Befürchtungen angesichts des ersten veröffentlichten Berichts zur Lage der Natur in Bayern bestätigt. Es sei gut, dass es den Bericht überhaupt gibt und "dass er seriös gemacht ist", sagte die ÖDP-Landesvorsitzende Agnes Becker am Donnerstag laut einer Mitteilung. Dafür habe aber erst das Bienen-Volksbegehren gesorgt. Traurig sei, dass der Bericht "in so vielen Punkten" die Dramatik des Artensterbens bestätige.

Der Vorsitzende des Umwelt- und Naturschutzverbandes LBV, Norbert Schäffer, sagte, laut Bericht habe sich "die Lage der Natur in den vergangenen Jahren spürbar verbessert". Dennoch sei die Natur, "wie der Bericht auch beschreibt, teils in desolatem Zustand". Mehr als die Hälfte der heimischen Arten sei gefährdet, etwa 1.000 Tier- und Pflanzenarten seien bereits ausgestorben. Grünen-Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann ergänzte: "Die Natur in Bayern gerät immer weiter ins Hintertreffen." Der Flächenverbrauch im Freistaat sei mehr als doppelt so hoch wie angestrebt, die Staatsregierung scheitere an ihren selbstgesteckten Zielen.

Der Bericht zeige anhand von elf Indikatoren - wobei zu einigen Indikatoren noch keine Daten vorlägen - den Gefährdungsstatus von Arten, er liefere Daten zum Flächenschutz, Flächenverbrauch oder auch der Qualität von landwirtschaftlichen Flächen. Der Gefährdungsstatus bei vielen Arten habe laut Bericht eine negative Tendenz, er verschlechtere sich also. "Das Ziel der Bayerischen Biodiversitätsstrategie, den Anteil bedrohter Arten bis zum Jahr 2020 deutlich zu verringern, wurde damit nicht erreicht", heißt es im Fazit von ÖDP, Grünen, LBV und der Gregor Louisoder Umweltstiftung. Hier seien weitere Anstrengungen nötig. (epd)

Talk "Kunst und Umwelt" in München

Sonntag, 12. März 2023: Am Donnerstag, dem 16. März findet der Talk "Kunst und Umwelt" im Rahmen der Ausstellung "Mix und Match. Die Sammlung neu entdecken." statt. Einlass ist um 18:00 Uhr im Pavillon333 der Pinakothek der Moderne in München. Der Eintritt ist frei.

Geschmückt wird diese Veranstaltung von Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Videokunst in epochen- und medienübergreifenden Themenräumen. Zudem werden Inhalte beleuchtet, die für die Gesellschaft der 21. Jahrhunderts von
großer Bedeutung sind – beispielsweise Migrationsbewegungen und Umweltfragen. Aber auch kunsthistorisch traditionsreiche Gattungen und Motive wie der Akt oder Naturbilder, werden besprochen.

Verschiedene Verbände rufen am Freitag zum Klimastreik auf

Mittwoch, 1. März 2023: Zum globalen Klimastreik ruft die Bewegung "Fridays For Future" (FFF) am Freitag, 3. März, auf. Über 30 Ortsgruppen von Sonthofen im Allgäu bis Hof in Oberfranken wollen sich allein in Bayern beteiligen.

Auch der Landesbund für Vogelschutz und Naturschutz (LBV) fordert dazu auf, an dem Tag für Klimaschutz und Artenschutz die Stimme zu erheben. Der Verband beteiligt sich an Aktionen unter anderem in Nürnberg, München und Coburg. Werden Wälder abgeholzt, Moore entwässert oder Grünland umgebrochen, würden in der Natur gespeicherte Treibhausgase wieder frei, warnt der LBV.

Bergwälder schützten vor Lawinen. Naturbelassene oder renaturierte Flussläufe würden die Hochwassergefahr für menschliche Siedlungen vermindern. "Stabile Ökosysteme mit einer hohen Artenvielfalt sind unsere besten Verbündeten gegen die Klimakrise", sagte LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.

Die FFF-Ortsgruppe Regensburg macht darauf aufmerksam, wie dringend eine Verkehrswende ist, um die Klimakrise einzudämmen. Eine Verkehrswende bedeute auch einen großen Gewinn an Lebensqualität für die Menschen, teilt die Ortsgruppe mit. "Es geht nicht darum, Autofahren zu verbieten. Wir fordern nur, dass wir kein Auto brauchen", heißt es im Klimastreik-Aufruf.

Die Aktion in Regensburg startet um 15 Uhr in Stadtamhof. Die Organisatoren versprechen "kreativen Protest" mit Theaterstück, Livemusik und Fahrradaktionskunst.
In Augsburg soll um 16 Uhr am Rathausplatz eine Versammlung mit anschließendem Demonstrationszug beginnen. Man werde die Regierung auffordern, für eine konsequente Klimaschutzpolitik einzustehen.

"Durch die Räumung von Lützerath wird der Unwillen der Politik deutlich, der Klimakatastrophe die Stirn zu bieten", sagte Mitorganisator Rafael Engel laut Mitteilung und forderte den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Initiative aus 25 kirchlichen Institutionen ruft zum Klimafasten auf

22. Februar 2023: Ein Bündnis aus verschiedenen Landeskirchen und christlichen Hilfswerken ruft zum Klimafasten auf. Vom heutigen Aschermittwoch bis zum Ostersonntag ermutigt die Aktion unter dem Motto "So viel du brauchst…" zum sparsamen Umgang mit Ressourcen. 

"Lassen Sie uns achtsam mit Gottes Schöpfung umgehen und einen verantwortungsvollen, klimagerechten Lebensstil entdecken", erklären die Organisator*innen ihr Ziel auf der Website. Thematisch geht es beispielsweise um einen bewussten Umgang mit Energie und Mobilität. Weitere Themenschwerpunkte sind Konsum in Woche vier oder eine Woche für Biodiversität. 

Zu jeder Woche erhalten Teilnehmer*innen passende Handlungsanweisungen und Informationen zu den einzelnen Themen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von simplen Ideen ("Schalte ich ab und zu das Licht zuhause aus und genieße das gemütliche Leuchten von Kerzen, alleine oder in der Gemeinschaft.") bis hin zu aufwändigeren Maßnahmen, wie warmweiße LDS draußen anzubringen, die weniger Insekten anziehen. Unterstützt wird die Aktion zum Beispiel von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, dem Hilfswerk Misereor oder Brot für die Welt. 

Weitere Ideen und Anregungen zur Fastenzeit finden Sie hier.

Nachhaltigkeitsforscher und Psychologe über individuelle Verantwortung beim Klimawandel

07. Februar 2023: Viele Menschen sorgen sich wegen des Klimawandels und wollen nachhaltiger leben - aber deutlich weniger setzen dieses Ziel effektiv um. Die meisten überschätzen die Effekte ihrer Handlungen im Alltag, sagte Autor und Psychologe Thomas Brudermann bei einer Lesung aus seinem Buch "Die Kunst der Ausrede" am Montagabend in Nürnberg. Denn große Umweltkampagnen hätten in der Vergangenheit Verhaltensweisen thematisiert, die zwar gut für die Umwelt sind, deren Effekt aber eher gering ist.

So sei beispielsweise das Ausschalten von Licht in Räumen, in denen man sich nicht aufhält, oder das Vermeiden von Einwegplastik sehr viel weniger effektiv als eine vegane Ernährung oder ein Verzicht aufs Fliegen. Leichter umzusetzende Verhaltensweisen würden häufig als Ausrede verwendet, um klimaschädliches Handeln an anderer Stelle moralisch zu rechtfertigen.

"So viel Licht kann ich aber in meinem ganzen Leben nicht ausschalten, dass ich eine Reise mit dem Flugzeug ausgleiche", sagte der Nachhaltigkeitsforscher von der Universität Graz. Auch das Kompensieren von Emissionen über Aufforstungsprojekte werde oft als Ausrede verwendet. "Eine Buche müsste für einen Hin- und Rückflug von Nürnberg nach Lissabon allerdings 80 Jahre lang wachsen. Das geht sich also nicht aus."

Für einen echten Wandel sei es außerdem wichtig, Aufgaben zusammen anzugehen, statt sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, ist Brudermann überzeugt. Ideen zur Nachhaltigkeit müssten mit möglichst vielen Menschen aus unterschiedlichen sozio-ökonomischen Gruppen gemeinsam entwickelt werden. Ein gutes Beispiel dafür seien Klimaräte. Um nicht an der großen Aufgabe des Klimawandels zu verzweifeln, brauche es neben berechtigter Sorge zudem auch positive Emotionen, wie einen gewissen Zweckoptimismus. Mitorganisiert wurde die Lesung von der Initiative "Nürnberg autofrei". (epd)

Digitale Veranstaltungsreihe "Klima- Kirche- Kiez" informiert über Klimagerechtigkeit in Sozialräumen als Aufgabe von Kirche und Diakonie

05. Februar 2023: Mit einer Auftakt-Veranstaltung ist die digitale Reihe "Klima-Kirche-Kiez" der Zukunftswerkstatt für Kirche und Diakonie (midi) vergangene Woche gestartet. Expert*innen, wie die Beauftragte für Schöpfungsverantwortung der EKD, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, gaben Impulse zum Thema "Klimagerechtigkeit im Sozialraum".

Von März bis Juni soll pro Monat jeweils eine weitere Veranstaltung zu spezifischen Themen, wie "Klimawende und sozialer Zusammenhalt vor Ort – resiliente Dörfer und Quartiere", stattfinden. Ziel sei es laut offiziellen Informationen von "midi", Klimaschutz und Sozialraumorientierung zu vereinbaren sowie gleichzeitig Diakonie und Gemeinden als regionale Partner für Klimagerechtigkeit zu gewinnen.

"Als Kirchen treten wir in Predigten, Gesprächen mit politisch Verantwortlichen, Stellungnahmen und durch Mitarbeit in zivilgesellschaftlichen Bewegungen für Klimagerechtigkeit ein", erklärt Kristina Kühnbaum-Schmidt in ihrem Impuls zur Auftaktveranstaltung. Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe unter anderem durch die Diakonie Deutschland.

Besitzer von besonders vogelfreundlicher Gärten werden mit Plaketten ausgezeichnet

02. Februar 2023: Gartenbesitzer, die ihren Garten naturnah anlegen und damit für Vögel und andere Tiere attraktiv machen, können sich beim Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in diesem Jahr wieder für die Plakette "Vogelfreundlicher Garten" bewerben.

Beeren tragende Gehölze, heimische Blühpflanzen, Totholz, Teiche und mehr bieten einen wertvollen Lebensraum für die Tiere, teilte der Umweltverband am Mittwoch mit. Ausschlusskriterien sind dagegen Mähroboter oder Laubbläser, geht aus den Infos zu der Plakette im Internet hervor.

Pestizid, Flächenversiegelung oder großflächiger Einsatz von Rindenmulch gehören ebenfalls zu den "absoluten Tabus".
Der LBV und das Bayerische Artenschutzzentrum des Landesamts für Umwelt (LfU) würden im Frühling das Projekt wieder starten, teilt der LBV mit.

Im ersten Projektjahr seien bereits über 1.250 von mehr als 2.600 angemeldeten Gärten in Bayern begutachtet und mit der Plakette ausgezeichnet worden.

Der LBV sucht in vielen Landkreisen Bayerns noch naturbegeisterte Menschen für die ehrenamtlichen Gartenjurys. Für Interessierte finde am 1. März ein bayernweiter Online-Informationsabend statt, kündigte der Verband an. Anmeldungen zu der Veranstaltung sind online möglich unter www.lbv.de/gartenjury.

Wer seinen eigenen Garten auszeichnen lassen will, kann sich bewerben unter www.vogelfreundlichergarten.de.
Mit der Auszeichnung wollen LBV und LfU nach eigenen Angaben ein Umdenken in Gang setzen und die Akzeptanz für etwas mehr Wildnis vor der eigenen Haustür erhöhen. Die Bewertung erfolge nach einem festgelegten Kriterienkatalog. Werden genügend Kriterien erfüllt, erhält der Garten die Plakette.

Energiesicherheit ist großes Thema auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos

21. Januar 2023: Vom 16. bis zum 20. Januar hat das 53. Weltwirtschafts-Forum in Davos stattgefunden. Fünf Tage lang sprachen Regierungsvertreter*innen und Expert*innen über die Probleme, die die Welt am meisten belasten. Der Ukraine-Krieg und die damit verbundene Energiekrise waren das beherrschende Thema. Die Veranstaltung lief 2023 unter dem Motto "Kooperation in einer zersplitterten Welt".

Haupt-Themenschwerpunkte waren dieses Jahr neben Inflationsbekämpfung und dem durch viele Krisen geschwächten Arbeitsmarkt, die "Energie- und Ernährungskrise", wie es das Weltwirtschaft-Forum auf seiner Website erklärt. Die meisten Gäste kommen aus den USA, der Schweiz, Großbritannien, Japan, Deutschland und Indien. Prominenteste Gäste waren unter anderem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Bundeskanzler Olaf Scholz. John Kerry, Sondergesandter des US-Präsidenten für das Klima, nahm ebenfalls an der Zusammenkunft in Davos teil.

In einer vielbeachteten Rede von Olaf Scholz äußerte sich der Bundeskanzler zu den ehrgeizigen Umweltschutzplänen der Bundesregierung. "Wir nehmen die Dekarbonisierung unserer Industrie entschlossen in Angriff", erklärte er und fügte hinzu, dass Deutschland trotzdem ein starkes Industrieland bleiben werde. In seinem gut 20-minütigen Vortrag hob er zudem die Vorreiterrolle Deutschlands beim Wasserstoff hervor und sagte mit Blick auf den jüngsten Bau eines Flüssigerdgasterminals: "Deutschland kann schnell sein."

Das Flower Power Festival 2023 lädt zur Pressekonferenz am 24. Januar 2023 ein

Die Eröffnung des Flower Power Festivals München 2023 steht kurz bevor, am 3. Februar geht es offiziell loslle Interessierten sind eingeladen, sich auf der Pressekonferenz am 24. Januar 2023 darüber zu informieren, was bis zum 7. Oktober in München und Umgebung unter dem Motto "Natur feiern in der Stadt" geboten wird.

Die Pressekonferenz findet um 11 Uhr im Hörsaal des Botanischen Gartens München-Nymphenburg statt. (Eingang Botanisches Institut, Menzinger Straße 67, EG)
Als Gesprächspartner*innen erwarten Sie:

  • Roger Diederen, Direktor Kunsthalle München
  • Prof. Dr. Gudrun Kadereit, Direktorin Botanischer Garten München-Nymphenburg
  • Prof. Dr. Michael John Gorman, Gründungsdirektor BIOTOPIA – Naturkundemuseum Bayern
  • Max Wagner, Geschäftsführer Gasteig München GmbH
  • Anna Kleeblatt, Festivalleitung

 Alle Interessierten sollten bis spätestens Donnerstag, 17 Uhr, Bescheid per Mail Bescheid geben, dass sie kommen möchten.

E-mail: presse@flowerpowermuc.de 

Kirchliches Umweltmanagement bietet Ausbildungskurs für Auditor*innen an

11. Januar 2023: Dieses Jahr gibt es wieder einen Ausbildungskurs für Auditor*innen. Diese begleiten Kirchengemeinden und kirchliche oder diakonische Einrichtungen bei der Einführung und der Aufrechterhaltung des Zertifikats "Grüner Gockel" oder EMAS.

Bei dem "Grünen Gockel" handelt es sich um ein Umweltmanagement-System in Kirchengemeinden.
Der Kurs richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche, deren Kirchengemeinde oder Einrichtung Umweltmanagement einführen möchte mit dem Ziel eines Zertifikates EMAS bzw. "Grüner Gockel". Interessierte, die keine eigene Gemeinde oder Einrichtung haben, sind ebenfalls willkommen!

In dem Ausbildungskurs werden die 10 Schritte, die es für die Einführung eines Umweltmanagementsystems braucht, einfach und übersichtlich erklärt. Zusätzlich gibt es Tipps und Hinweise für das beste Vorgehen.

Der Kurs umfasst fünf Blöcke im Zeitraum zwischen Februar und Juli 2023 bestehend aus: Drei Termine vor-Ort im Hotel am alten Park, Augsburg und zwei online Termine via Zoom.

Ihre Anmeldung oder etwaige Fragen schreiben Sie bitte an: klimaschutz@elkb.de

Photovoltaik erzeugt in Bayern am meisten Strom

05. Januar 2023: Photovoltaik-Anlagen steuern in Bayern inzwischen am meisten zur Stromerzeugung bei. Im laufenden Jahr wird der Sonnenstrom rund ein Fünftel des Bedarfs im Freistaat decken, erwartet der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Beim Ausbau der Windkraft geht es dagegen nicht so recht voran.
Neue PV-Anlagen sind im vergangenen Jahr mit einer Nennleistung von rund 2.100 Megawatt installiert worden.

Insgesamt liegt der Sonnenstrom nun auf dem Niveau des Energieträgers Gas. Neue Windkraftanlagen hat es 17 gegeben, ihre Nennleistung liegt bei 37 Megawatt. Windenergie deckt den Angaben zufolge rund fünf Prozent des bayerischen Strombedarfs.

Detlef Fischer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, weist allerdings darauf hin, dass PV-Anlagen für die Grundversorgung unzuverlässig sind. So stellten Solaranlagen in den Wintermonaten etwa sechs- bis achtmal weniger Energie bereit als in den Sommermonaten - und nachts überhaupt nichts.

Bürgermeister von Erkelenz sieht keine Hoffnung mehr für Lützerath

04. Januar 2023: Der Bürgermeister der Stadt Erkelenz, Stephan Muckel (CDU), sieht keine Hoffnung mehr, dass die Räumung des Dorfes Lützerath für den Braunkohleabbau noch verhindert werden kann. "Es ist entschieden", sagte Muckel am Mittwoch im Radiosender Bayern 2. Der Abriss des Weilers sei politisch auf höchster Ebene vereinbart worden, Bund, Land und der Tagebaubetreiber RWE seien sich einig. Auch rechtlich herrsche Klarheit: Es gebe ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster und gültige Kaufverträge zwischen RWE und den früheren Einwohnern von Lützerath, die den Weiler mittlerweile verlassen haben.

Muckel selbst bekräftigte seine ablehnende Haltung gegenüber der Ausweitung des Braunkohlentagebaus: "Kein Bürgermeister in Erkelenz wird in Jubelstürme ausbrechen, wenn Teil seines Stadtgebietes abgebaggert wird oder Dörfer zerstört werden." Letztendlich sei es aber in Ordnung, wenn die Planung für die Energieversorgung eines Bundeslandes nicht die Kommunen machten, "sondern auf anderen Ebenen entschieden wird".

Bei der angekündigten Räumung von Lützerath erwartet der Bürgermeister von Erkelenz Auseinandersetzungen zwischen den Klimaaktivisten und der Polizei. Er habe für alle Respekt, die "friedlich, bunt und kreativ demonstrieren", betonte Muckel. Die Bilder vom Montag ließen ihn aber für den Fall einer Räumung "nichts Gutes erahnen." Die Aktivisten hatten Vorbereitungsarbeiten des Energiekonzerns RWE und der Polizei für die endgültige Räumung mit Barrikaden aus Paletten, brennenden Strohballen und Steinen behindert.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (beide Grüne) hatten sich Anfang Oktober mit RWE darauf verständigt, den Kohleausstieg von 2038 auf 2030 vorzuziehen. Fünf von der Umsiedlung bedrohte Dörfer sollen nun erhalten bleiben. Lützerath, das seit zwei Jahren von Klimaaktivisten besetzt ist, soll hingegen noch dem Braunkohletagebau weichen. Mit der Räumung wird ab Mitte Januar gerechnet. (epd)

Forschungsinstitut finanziert neue klimagerechte Projekte

2. Januar 2023: Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) finanziert ab 2023 vier Projekte an bayrischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Themen der Projekte drehen sich um die Zusammenarbeit von digitaler Transformation, Umwelt und Nachhaltigkeit. Durch die Förderung der vier Projekte erhofft sich Herr Christoph Egle, Geschäftsführer der bidt, nach eigenen Angaben wertvolle Impulse und Handlungsempfehlungen für den gesellschaftlichen und politischen Raum.

Änderung im Verpackungsgesetz gilt ab 2023

30. Dezember 2022: Ab 2023 ändert sich das Verpackungsgesetz: Gastrobetriebe sind künftig verpflichtet, Essen in Mehrwegverpackungen auszugeben (Änderungen im Verpackungsgesetz bundesregierung.de). Die Gesetzesänderung ist Teil der Initiative des Bundes zur Abfallvermeidung. Ausgenommen von der Regelung sind Betriebe, die nicht mehr als fünf Mitarbeiter haben, wie Imbissstände. Sie sollen vermehrt auf die Möglichkeit aufmerksam machen, dass Kund*innen ihre eigenen Behältnisse für Essen mitbringen können.

"Ich will Mehrweg zum neuen Standard machen", erklärt dazu die ehemalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Seit 2022 gilt bereits eine Pfandpflicht für Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff sowie für Getränkedosen. Als weiteres Ziel erklärt die Bundesregierung, dass unter anderem ab 2025 Einwegflaschen zu mindestens 25 Prozent aus Recycling-Plastik bestehen sollen.

In der eingeführten Pflicht zu Mehrweg-Behältern sieht das Gastgewerbe-Magazin (2023 kommt die Mehrwegpflicht – was heißt das für mich als Gastronom*in? – Gastgewerbe-Magazin) viele Chancen. So würde man einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und könne mit eigenem Logo auf den Produkten bei der Kundenbindung punkten. Bei Missachtung des Gesetzes drohen Bußgelder.

Eine grüne Spende für Weihnachten 

22. Dezember 2022: Weihnachten steht vor der Tür - seid ihr noch auf der Suche nach einem Geschenk? Der BUND bietet Spendenurkunden als Weihnachtsgeschenk für eure Liebsten an. Für eure Urkunde sucht ihr euch ein Motiv aus, verfasst eine persönliche Nachricht und spendet euren Wunschbetrag. Die Urkunde kann online herunterladen und ausgedruckt werden. In einem Umschlag verpackt habt ihr somit das perfekte Weihnachtsgeschenk für Naturliebhaber*innen.

Weltnaturkonferenz in Montréal – Staaten erzielen Einigung beim Tier- und Umweltschutz

20. Dezember 2022: Auf der 15. Biodiversitäts-Konferenz der Vereinten Nationen haben die knapp 200 Vertragsstaaten ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet. Konkret einigten sich die Regierungsvertreter*innen auf umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität. Zum Beispiel sollen mindestens 30 Prozent der Erdfläche unter Schutz gestellt werden, wobei ein besonderer Fokus auf Gebieten liegt, die einen großen funktionellen Wert für Ökosysteme haben. Daneben soll unter anderem Nahrungsmittel-Verschwendung um die Hälfte reduziert werden.

Aus finanzieller Sicht ist geplant, Subventionen von Projekten, die negative Folgen auf Tier- und Pflanzenwelt haben, um 500 Milliarden Dollar jährlich zu verringern. Gleichzeitig sollen pro Jahr 200 Milliarden Dollar für mehr Naturschutz generiert werden. Darüber hinaus verpflichteten sich reichere Länder in dem Abkommen wenig entwickelten Ländern jährlich 20 Millionen Dollar Unterstützungszahlungen zu gewährleisten.  

In ihrem abschließenden Bericht legten die Mitglieder*innen 23 Ziele fest, die als Rahmen für zukünftige Entscheidungen dienen sollen. Dabei sollen unter anderem Auswirkungen des Klimawandels und der Ozeanversauerung auf die Biodiversität minimiert werden, wie das achte Ziel lautet. 

Deutschland war mit einer Delegation des Bundesumweltministeriums dabei. Ab dem 14. Dezember hat die deutsche Bundesumweltministerin Steffi Lemke an der Konferenz teilgenommen, deren Ziel laut Pressemitteilung eine „ambitionierte globale Vereinbarung“ gewesen ist. 

Gemeinsam für Afrika: Hilfsorganisationen setzen sich für bessere Lebensbedingungen ein 

15. Dezember 2022: Die zehn Länder, die am meisten unter den Folgen der Klimakrise leiden, liegen alle in Afrika. Aufgrund der Erderwärmung und der wenigen finanziellen Mittel hat Afrika kaum Möglichkeiten Gegenmaßnahmen zu treffen.

"Gemeinsam für Afrika" ist ein Bündnis, das aus 14 Hilfsorganisationen besteht. Diese wollen sich mit einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in den betroffenen Ländern einsetzen. Außerdem möchten sie mit Hilfe zahlreicher Aktionen auf die Klimakrise in afrikanischen Ländern aufmerksam machen. Für ihre diesjährige Aktion haben sie Pakete an Schulen in ganz Deutschland, ausgestattet mit Farben, Pinseln und Flyern, versandt. 

Mehr als 1000 Schüler*innen kreierten damit Kunstwerke und organisierten Demonstrationen zum Thema Klimaschutz. Weitere Informationen hierzu findet ihr hier. 

Oxforder Netzwerk fördert Journalismus zum Klimawandel

8.Dezember 2022: Die meisten aktuellen Informationen über den Klimawandel erhält die Öffentlichkeit über Nachrichten in Zeitungen und Online-Newsdiensten. Aber wie können wir uns sicher sein, dass diese aus einer seriöse Quellen stammen? Das Oxford Climate Journalism Network (OCJN) will Reporter*innen und Redakteur*innen dabei unterstützen,  die Berichterstattung über den Klimawandel zu verbessern.

Das Programm des Reuters Instituts will insbesondere Journalist*innen bei ihrer Arbeit unterstützen. Sie sollen Ressourcen und Netzwerke bilden und so an wichtige Studien und gesicherte Informationen gelangen. Durch das Programm soll sich die Berichterstattung verbessern - und damit wiederum die Information für die Leser*innen: Menschen sollen so in die Lage versetzt werden, sich über den Klimawandel zu informieren und besser verstehen, was sie gegen die Erderwärmung tun können.

Wissen schenken mit dem Klima-Quartett

06. Dezember 2022: Wie umweltschädlich sind eigentlich Hobbys wie Skifahren? Ist jeder Urlaub gleich schlecht für die Umwelt? Und wie kann eine Einzelperson ihren Teil zum Klimaschutz beitragen? Mit solchen Fragen befasst sich das neue Gesellschaftsspiel "Klimaquartett".

Es ermöglicht spielerisch Zugang zu Wissen über Klimaschutz und -wandel, wobei ein besonderer Fokus auf dem alltäglichen Leben und der Möglichkeiten des Einzelnen liegt. Mit insgesamt 48 illustrierten Karten zu Themen wie Wohnen, Konsum und Ernährung versucht das Spiel laut Initiatoren "ein Bewusstsein für Klimaschutz" aufzubauen. 

Zwei Künstler*innen haben das Spiel in den letzten zwei Jahren entwickelt. Es kann auch als Poker verwendet werden und enthält neben den normalen Karten ein Faltbuch mit Inspirationen zum Klimaschutz sowie fünf Postkarten. Weitere Informationen auf der offiziellen Website des "Klimaquartetts".

Klima-Label-Anbieter weist Vorwürfe von Foodwatch zurück

Samstag, 26. November 2022: Der Klima-Siegel-Anbieter Climate Partner hat Vorwürfe der Verbraucherorganisation Foodwatch zur Vergabe von Klimaschutz-Labeln zurückgewiesen. Das unter anderem von Foodwatch geforderte Verbot der werblichen Nutzung des Begriffs "klimaneutral” und entsprechender Label greife zu kurz, erklärte das Unternehmen am Freitag in München. Eine Debatte in dieser verkürzten Form sei "nicht zielführend".

"Denn eines hat die Weltklimakonferenz COP27 gezeigt: Ohne das freiwillige Engagement von Unternehmen kommen wir beim Kampf gegen die Erderwärmung nicht weiter", erklärte Climate Partner. Die von Foodwatch geäußerten Vorwürfe zur Wirksamkeit des freiwilligen Klimaschutzes seien veraltet. Zum Teil würden Fakten "bewusst verkürzt dargestellt".

Foodwatch hatte am Donnerstag ein Verbot irreführender Klimaschutz-Werbung auf Lebensmitteln gefordert. Begriffe wie "CO2-neutral" oder "klimapositiv" sagten nichts darüber aus, wie klimafreundlich ein Produkt tatsächlich sei, es gehe nur um Greenwashing. Die meisten Siegel-Anbieter wie Climate Partner oder Myclimate machten die Reduktion von CO2 gar nicht zur Bedingung.

Diskussionen über Klimaschutz auf der bayerischen Landessynode 

25. November 2022: Auf der Herbsttagung der bayerischen Landessynode ist viel über Klimaschutz gesprochen worden. Die Synodalen hatten wichtige Entscheidungen zur finanziellen und strukturellen Ausrichtung des Klimaschutzes zu treffen. Dabei begann die Landessynode Planungen für ein neues Klimaschutzgesetz. 

Der Plan basiert auf der zuvor festgelegten Richtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu sein. Zentraler Bestandteil des Klimaschutzgesetzes  der bayerischen Landessynode ist die Absenkung der landeskirchlichen Treibhausgasemissionen bis 2035 auf zehn Prozent des Werts vom 1. Januar 2023. Bis Ende 2045 soll sogar eine völlige Klimaneutralität erreicht werden. Dafür sollen Erhaltungs-, Sanierungs- und Baumaßnahmen nur mit Fördermitteln bedacht werden, wenn sie geeignet sind, die Klimaschutzziele zu erreichen. 100 Millionen sind bis 2030 für Klimaschutzprojekte vorgesehen.

Im Sonntags-Blatt-Interview erklärte der zuständige Oberkirchenrat Stefan Blumtritt außerdem, dass es im Bereich Klimaschutz nur um ein Miteinander gehe und lobt ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich sowie bereits bestehende Klimaschutz-Projekte wie den "Grünen Gockel".

Auch Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sieht die Kirche in der Verantwortung, da die Frage des Klimawandels auch eine geistliche sei, wie er im Interview mit Sonntagsblatt.de betonte. Darüber hinaus rief er im Rahmen der Landessynode  zu mehr Solidarität mit Ländern, wie beispielsweise Tansania, die bereits heute vom Klimawandel betroffen sind, auf. Auch erklärte der Bischof , dass man mit jungen Klimaaktivisti*innen vermehrt ins Gespräch kommen müsse, anstatt sie zu verhaften .

Ein Sonntagsblatt-Artikel analysiert ausführlicher, wie die selbstgesteckten Ziele der bayerischen Landeskirche erreicht werden können.

Die 27. UN-Klimakonferenz endet mit nur wenigen konkreten Ergebnissen und Kritik am Gastgeberland Ägypten

21. November 2022: Der Weltklimagipfel im ägyptischen Scharm el Scheich ist nach zweiwöchigen Verhandlungen mit dem Bekenntnis zu einem Klimafonds für ärmere Länder zu Ende gegangen. Das ist der größte Erfolg des Gipfels. Die übrige Bilanz ist durchwachsen. 

Viele Länder hatten auf dem Gipfel den Ausstieg aus allen fossilen Energien gefordert. Das ist allerdings am Widerstand von Ländern wie Saudi-Arabien gescheitert. In dem "Umsetzungsplan" von Scharm el Scheich ist lediglich von einem Herunterfahren der Kohleenergie die Rede und vom Ausstieg aus "ineffizienten" fossilen Energiesubventionen.

Die Industrieländer halten nach wie vor ihr Versprechen nicht ein, jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung in armen Ländern bereitzustellen. Beobachtern zufolge ließen sie beim Klimagipfel zuletzt Passagen aus den Entwürfen streichen, die sie dazu verpflichtet hätten, die bisherigen Versäumnisse in den Folgejahren durch höhere Beiträge auszugleichen.

Am Rande der Konferenz wurde Kritik am Gastgeberland laut. Manche bezeichneten den Gipfel als die bislang am schlechtesten organisierte Klimakonferenz. Nach und nach festigte sich überdies der Eindruck, dass der Gastgeber Ägypten zulasten der Mehrheit intransparent und interessengeleitet agierte.

Landeskomitee der Katholiken Bayern fordert gemeinsame Klimastrategie

19. November 2022: Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern dringt beim Thema Klimawandel auf eine verstärkte Zusammenarbeit. Wolle die katholische Kirche in Bayern aktiv gestalten, müsse sie in ihrem gesamten Verantwortungsbereich die Klimaneutralität zur Chefsache machen, heißt es in einem Beschluss der obersten bayerischen katholischen Laienorganisation.

Mittlerweile könne jede bayerische Diözese auf eine "ganze Reihe beeindruckender Leuchtturmprojekte" verweisen. Doch diese Einzelbeispiele müssten nun flächendeckend Realität werden. Als Sofortmaßnahmen sprach sich das Landeskomitee unter anderem dafür aus, bis Ende 2023 die Stromverträge sämtlicher kirchlicher Einrichtungen in Bayern auf Ökostrom umzustellen. Zudem sei die Umstellung kirchlicher Küchen hin zu saisonalen Gerichten aus der Region, mehr Vollwert- und Biokost und weniger Fleisch ohne größeren finanziellen Mehraufwand möglich, heißt es.

Artenschutzkonferenz in Panama ist "Schicksalswoche"

18.November 2022: Bis zum 25. November findet in Panama-Stadt die 19. CITES-Artenschutzkonferenz statt. Vertreter aus 185 Ländern, Naturschutz-Experten und NGOs nehmen an der elftägigen Veranstaltung teil. Bei der CITES-Konferenz liegt ein besonderer Fokus auf dem Tierhandel. Die Teilnehmer haben es sich zur Aufgabe gemacht, negative Auswirkungen des Handels auf Tiere und Pflanzen zu vermeiden.

Konkret wird nach Lösungen zur gemeinsamen Finanzierung von Projekten gesucht, sowie weiteren Möglichkeiten zum Schutz bedrohter Tierarten wie Flusspferden, Haien und Leoparden. Neben der Tierwelt sollen auch Abkommen zum Handel von Pflanzen, wie beispielsweise Tropenhölzern, ausgeweitet werden. 

Das Abkommen zum internationalen Handel von bedrohten Tier- und Pflanzenarten besteht seit 1975. Heute sind knapp 6000 Tier- und 30.000 Pflanzenarten durch das Abkommen geschützt. Erster Unterzeichner-Staat in Europa war Deutschland. Aus deutscher Sicht wird die Konferenz maßgeblich vom deutschen Naturschutzbund (NABU) begleitet, der in Bezug auf die Konferenz von "Schicksalswochen für Tiere und Pflanzen" spricht. 

Kulturministerin Roth lädt ein zum Klimatreffen für Kultureinrichtungen

15. November 2022: Die Bundeskulturministerin Claudia Roth lädt ein zu einer "Plattform der Potentiale" am Freitag, dem 18. November 2022 um 16:30 Uhr in das Haus der Berliner Festspiele ein. Die Tagung will Ideen vorstellen, wie Kultur und Medien nachhaltiger gestaltet werden können. 

Außerdem wird der Leitfaden "Green Culture" vorgestellt, der Tipps enthält, wie Kultureinrichtungen etwa Strom und Wasser sparen können. Ziel sei es, dass Kultureinrichtungen konkrete Maßnahmen und Meilensteine erarbeiten, heißt es in der Einladung.

Diese fünf Influencerinnen zum Klimaschutz sollte jeder kennen

11. November.2022: Wer ist auf Instagram unterwegs zum Thema Klimaschutz? In unserem Artikel stellen wir fünf Influencerinnen vor, die jeder kennen sollte. Diese widmen sich Alltagsthemen und geben konkrete Tipps zum Umgang mit unserer Umwelt. Mal geht es um das verpackte Gemüse im Supermarkt, mal um die Fast-Fashion Industrie, oder aber um das Vorgehen der Großkonzerne in Bezug auf die Klimakrise. 

Die Synode endet mit einem Tempolimit und einer Solidaritätsbekundung für Klima-Aktivist*innen:

10.Novemeber 2022: Gestern wurde die Synode in Magdeburg beendet. Neben Ergebnissen zu Themen wie Migration und Finanzen, war ein besonderer Schwerpunkt der Klimaschutz. Dabei legten sich die Synodalen auf zwei wichtige Beschlüsse fest.

Die Synode stellt sich zum einen hinter politische Bemühungen um ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Straßen. Dieses solle höchstens 120 km/h betragen, heißt es in dem Beschluss, der bei einer Nein-Stimme und wenigen Enthaltungen angenommen wurde. Zugleich soll bei Fahrten im kirchlichen Kontext ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen eingehalten werden. Auf der nächsten Synodentagung im November 2023 soll das Thema Klimaschutz und Mobilität auf die Agenda.

Zum anderen hat die Synode in einem Beschluss die 20 evangelischen Landeskirchen dazu aufgefordert, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Zudem soll der Synode jährlich über Fortschritte berichtet werden. Die Delegierten erwarten laut dem einstimmigen Beschluss, dass die Fortschrittsberichte konkrete Maßnahmen benennen, wie mögliche Umsetzungsrückstände zeitnah aufgeholt werden können.

Im Rahmen der Synode kam es zusätzlich zu einer Solidaritätsbekundung der Synodalen mit Klimaaktivist*innen. Aimée von Baalen von "Letzte Generation" appelliert am Dienstag an die evangelische Kirche, die Klimabewegung intensiver zu unterstützen. 

Der 27. UN-Klimagipfel hat begonnen-"Kooperieren oder umkommen"

07. November 2022: Die 27. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 27) hat gestern im ägyptischen Scham El-Scheich begonnen. Knapp zwei Woche lang diskutieren internationale Politker*innen, Wirtschaftsvertreter*innen und Aktivist*innen über Klimaschutzmaßnahmen. Themenschwerpunkte der diesjährigen Konferenz sind der finanzielle Ausgleich von Klimaschäden sowie gemäß dem Motto des Gipfels "Gemeinsam für die Umsetzung" konkrete Maßnahmen, wie man CO2 vermieden kann.

Nach der letztjährigen Klimakonferenz in Glasgow ist die Kooperation zwischen den einzelnen Staaten untereinander von zentraler Bedeutung. Besonders die Klima-Zusammenarbeit zwischen den USA und China wird ein großes Thema sein. Selbsterklärtes Ziel des Gipfels ist es, "in Verhandlungen den größtmöglichen Fortschritt zu erzielen" und dabei Entscheidungen auf "vertrauenswürdigster wissenschaftlicher Grundlage" zu treffen.

Am heutigen Tag findet zunächst eine Plenumsdikussion statt, gefolgt von verschiedenen "Runden Tischen" zu Themen wie Ernährungssicherheit und Klimainvestitionen. Jeder einzelne Tag der Konferenz ist einem bestimmten Schwerpunkt untergeordnet. So gibt es einen Tag zu Finanzen, einen zu Wasser und einen zu Biodiversität. 

Petition: Bündnis aus 90 kirchliche Organisationen fordert bessere Klimapolitik für globalen Süden

04. November 2022: Eine vom Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit initiierte Petition für verbesserten Klimaschutz wurde der Staatsekretärin für internationale Klimapolitik, Jennifer Morgan, übergeben. Knapp 2000 Menschen haben die Petition online unterzeichnet, wobei Hilfswerke wie "Brot für die Welt", christliche Jugendverbände und Landeskirchen die Forderungen unterstützen.

Sie kritisieren vor allem die Verfehlung der Klimaziele und die zu langsame Reduzierung der C02-Emmissionen und fordern, dass grundsätzlich mehr Mittel für Klimaschutz-Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden sollen. Speziell Länder im Süden, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, müssten noch weiter unterstützt werden, um die von der Bundesregierung gemachten Klimazusagen einzuhalten, heißt es von den Organisator*innen.

Die Petition ist für die deutsche Delegation der 27. UN-Klimakonferenz bestimmt. Mit den Forderungen der 90 Organisationen im Gepäck werden die Politiker*innen am kommenden Sonntag nach Scharm asch-Shaich (Ägypten) reisen. 

Erste Fairtrade - Kirchengemeinde in Oberbayern wird geehrt

 02. November. 2022: Fairer Handel ist evangelischen Kirchen besonders wichtig. Die Kirchengemeinde Burgkirchen ist die erste Fairtrade-Kirchengemeinde in Oberbayern. Regionalbischof Christian Kopp gratulierte ihr dazu in dem Festgottesdienst am 30.Oktober. Ihm ist es wichtig, dass die Kirchengemeinde in Burgkirchen durch ihre Zertifizierung ein Zeichen setzt.

Bei dem Zertifikat "Gemeinde: Fair und nachhaltig" handelt es sich um eine Auszeichnung für bayrische evangelische Kirchengemeinden, die sich im fairen Handel engagieren. Es ist eine Kooperation der Institutionen "Mission Eine Welt", "Brot für die Welt" und dem Umwelt-Management der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Ausstellung "Klimawissen schaffen - Was die Vergangenheit über die Zukunft weiß" in Frankfurt

28. Oktober 2022: Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt zeigt bis 16. Juli 2023 eine Ausstellung über die Paläoklimatologie. Thematisch befasst sich die Ausstellung damit, wie naturwissenschaftliches Arbeiten funktioniert, verlässliches Klimawissen geschaffen wird und wie Wissenschaftskommunikation im Museum funktioniert. Es werden darüber hinaus Forschungsergebnisse zu den Warmzeiten in den zwei Erdzeitaltern der späten Kreidezeit und dem Eozän vorgestellt. Die Ausstellung ist Teil des Projekts VeWA – Vergangene Warmzeiten als natürliche Analoge unserer hoch CO2-Klimazukunft von Klimaforscher*innen der Goethe-Universität Frankfurt und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. 

Ausstellung "Mission 2030 – globale Ziele erleben" in München

27. Oktober 2022:  Was sind die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen? Das erklärt eine Ausstellung im Museum Mensch & Natur in Schloss Nymphenburg in München, die von 28. Oktober bis 26. Februar 2023 zu sehen ist. Die Ausstellung der Kinderrechtsorganisation Plan International beschäftigt sich mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Diese werden in neun multimedialen Ausstellungsmodulen anschaulich erklärt. 

Die Besucher*innen können virtuell in verschiedene Länder reisen oder interaktiv die Rolle eines Delegierten einer internationalen Konferenz einnehmen und lernen, wie sie nach Lösungsansätzen im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele suchen können. 
Die SDGs dienen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung und beschäftigen sich unter anderem mit der Schaffung von Chancengleichheit um dem Erhalt der Ökosysteme. 

Deutschland steigert Klima-Hilfen für arme Länder auf 5,34 Milliarden

20. Oktober 2022: Deutschland hat seine internationale Klimafinanzierung 2021 deutlich gesteigert. Wie das Entwicklungsministerium in Berlin mitteilte, wurden für Klimaprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern im vergangenen Jahr 5,34 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt. Damit sei ein neues Höchstniveau erreicht. Der überwiegende Teil der Mittel (88 Prozent) stammt den Angaben nach aus dem Entwicklungsetat. Die Bundesregierung hat versprochen, die Klimafinanzierung aus Haushaltsmitteln perspektivisch von zuletzt vier auf mindestens sechs Milliarden Euro jährlich bis 2025 zu erhöhen.

Die Industriestaaten haben auf der Pariser Klimakonferenz 2015 versprochen, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden US-Dollar an staatlichen und privaten Mitteln für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bereitzustellen. Da dieses Versprechen zunächst nicht erfüllt wurde, legten reiche Länder wie Deutschland nach.

Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Jochen Flasbarth, erklärte: "Die meisten Entwicklungsländer haben fast nichts zum Klimawandel beigetragen, aber viele von ihnen leiden besonders stark unter den Folgen." Darum seien vor allem die Industrieländer in der Verantwortung, Unterstützung zu leisten. Deutschland wolle dabei seine Klimafinanzierung ausgewogen ausgeben: eine Hälfte für Emissionsminderung, die andere zur Anpassung an den Klimawandel. Dies sei 2021 erstmals gelungen, hieß es. Dennoch müssten die Anstrengungen weiter erhöht werden, fügte Flasbarth hinzu. Das müsse sich auch im Bundeshaushalt der kommenden Jahre widerspiegeln.

Kunst zu Klimawandel erhält Förderung

19. Oktober 2022: Kunstprojekte zum Thema Klimawandel und zur Kooperation mit ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern fördert das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Der Innovationsfonds Kunst 2022 sei mit rund 1,5 Millionen Euro ausgestattet und werde 41 innovative Projekte unterstützen, teilte das Ministerium in Stuttgart mit. Eine Jury suchte sie aus 130 Anträgen aus.

Eine 50.000-Euro-Förderug erhält beispielsweise das Podium Musikstiftung Esslingen für das Projekt "Last Chance to hear - musikalische Mahnmale gegen Artensterben". Mit dem Projekt soll vom Aussterben bedrohten Tierarten musikalische Denk- und Mahnmale gesetzt werden.Das Literaturhaus Freiburg erhält rund 28.700 Euro für sein Projekt "Kawacaj mit Schere und Papier". Dabei können sich deutsch- und ukrainischsprachige Kinder sowie ihre Familien in Buch- und Druckwerkstätten kreativ betätigen.

Tag der Alleen: Bäume wichtig für Artenvielfalt und Klimaschutz

19. Oktober 2022: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) macht zum Tag der Alleen am 20. Oktober auf die Bedeutung der Baumreihen an Straßenrändern aufmerksam. Sie verbesserten die klimatischen Bedingungen, filterten die Luft in Städten und trügen zur Artenvielfalt bei, sagte Maximilian Hempel, DBU-Abteilungsleiter für Umweltforschung und Naturschutz in Osnabrück. "Außerdem sind die teils jahrhundertealten Bäume landschaftsprägend und besonders wertvolles Kulturgut."

Dennoch seien einer Studie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zufolge nur zehn Prozent der Straßen in Deutschland mit Alleebäumen bepflanzt. Seit den 1940er Jahren würden kaum mehr junge Alleebäume an neu entstehenden Straßen gepflanzt, erläuterte der Leiter der von der DBU geförderten Studie, Professor Jürgen Peters. Neue Vorgaben zur Verkehrssicherheit erschwerten die Nachpflanzung. Nährstoff- und Wassermangel oder die Belastung mit Streusalz an den Wegrändern führten zudem zum Absterben alter Alleebäume.

Die Wissenschaftler machen Vorschläge zum Erhalt und Schutz von Alleen. Sie nennen zudem Finanzierungsquellen für die Neupflanzung. Dieser Leitfaden solle Kommunen dabei helfen, neue Alleen einfacher zu pflanzen und zu pflegen.

Junge Klimaschützer und Umwelthilfe ziehen vor europäisches Gericht

18. Oktober 2022: Mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte will die Deutsche Umwelthilfe die Bundesregierung zu mehr Klimaschutz zwingen. Die Umwelthilfe unterstützt dabei neun Jugendliche und junge Erwachsene, die mit diesem Ziel vor den Gerichtshof in Straßburg ziehen, wie der Verein mit Sitz in Hannover am Dienstag in Berlin mitteilte. Sie wollen damit einen Beitrag leisten, die Freiheit und Lebensgrundlagen junger Menschen und aller künftiger Generationen zu erhalten. Die Regierung solle verpflichtet werden, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten.

"Ein Jahr nach der Bundestagswahl ist von der selbsternannten Klima-Regierung nichts zu erkennen", sagte der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch. Dramatisch sei das Versagen etwa im Verkehrssektor. Dort fehle etwa weiterhin ein Tempolimit, mit dem sich jedes Jahr über neun Millionen Tonnen CO2 sparen ließen.

Es ist das erste Klimaschutz-Verfahren deutscher Beschwerdeführender gegen die Bundesregierung vor dem Menschenrechtsgerichtshof. Erst im vergangenen Jahr hatten die neun jungen Beschwerdeführer mit Unterstützung der Umwelthilfe den historischen Klima-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts erstritten. Die Bundesregierung musste daraufhin das Bundesklimaschutzgesetz nachbessern.

Doch die Überarbeitung sei unzureichend, erklärte die Umwelthilfe. Das Gesetz genüge nach wie vor nicht, um das für Deutschland zur Verfügung stehende CO2-Restbudget und damit das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. Die Maßnahmen der Ampel-Koalition blieben sogar noch weiter dahinter zurück, während die Klimakrise sich weiter verschärfe.

Damit verstoße die Bundesregierung "eklatant gegen Gesetze und die Grundrechte, insbesondere künftiger Generationen". Weil das Bundesverfassungsgericht im Sommer eine weitere Verfassungsbeschwerde gegen das Bundesklimaschutzgesetz nicht angenommen hatte, wenden sich die jungen Leute nun an das europäische Gericht.

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