Sie kennen das bestimmt: man kennt ein Lied, ein Gedicht, einen Text in und auswendig. Man meint, alles darüber zu wissen, alles ganz verinnerlicht zu haben und dann begegnet er einem doch wieder wie zum ersten Mal. So ist es mir in diesem Jahr gegangen. Mit einem kurzen Text aus der Bibel, dem Doppelgebot der Liebe.

Gottes- und Menschenliebe

Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft"Das andre ist dies: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" Es ist kein anderes Gebot größer als diese. (Mk 12, 29-31)

Jesus nennt es das größte Gebot. Schon seit über 40 Jahren, seit Beginn meines Theologiestudiums weiß ich, dass er es nicht selbst erfunden hat, sondern dass es das zentrale Gebot des Judentums ist. Das Sch`ma Jisrael – Jüdinnen und Juden tragen diese Worte an Herz und Stirn beim Gebet und verkapselt im Eingang zur Haustür im Türrahmen befestigt. Als Zeichen: dies ist ein jüdisches Haus.

Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft"

Jesus fügt diesem göttlichen Liebesgebot das andere hinzu, auch aus der Thora, aus dem 3. Buch Mose: du sollst deinen Nächsten lieben, er ist wie du. So berührend und tief, den ganzen Menschen fordernd. Hingabe total mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, von ganzem Gemüt, mit aller Kraft lieben. Dass wir das gemeinsam haben, Juden und Christen. Dass dieses Gebot für beide Religionen das größte ist. Das Herzstück. Gottesliebe, Nächstenliebe. Das erschüttert mich in dieser Zeit so tief wie nie zuvor. Ich erkenne die Liebe nicht. Weder die Gottesliebe, noch Nächstenliebe, Menschenliebe. Bei all der himmelschreienden Gewalt, die Christen über Jahrhunderte Jüdinnen und Juden angetan haben. Erst in den vergangenen fünfzig Jahren wandelt sich diese Gewalt-Geschichte langsam zum Dialog. Es erschüttert mich, wenn ich heute mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehe. Eine Terrororganisation tarnt sich als Befreiung, dabei opfert sie kaltblütig ihr eigenes Volk. Wir hören Politikern zu, die haarsträubende Pläne von Evakuierung und Annektion äußern und als einzige Logik Gewalt kennen. Fundamentalistische jüdische Siedler stehlen Land, töten ungestraft palästinensische Einheimische. Und dann Pauschalisierungen – die Juden seien nicht besser als die Nazis. Wir lassen uns spalten in der Frage: Stehst du auf der Seite der Menschen in Gaza und Palästina oder auf der Seite der Israelis? Verstehst du die einen, bist du automatisch ein Feind der anderen und umgekehrt. Und vor lauter Rechthaberei oder auch aus dem Bedürfnis, die richtige Seite zu unterstützen, vergessen wir die Menschen, die leiden. Die unmittelbar betroffen sind von Anfeindungen, Gewalt, von anhaltendem Terror.

Das Gebot der Liebe ist für mich wie ein großes Stoppschild. Eine Unterbrechung. Die Liebe ruft mich in eine andere Richtung. Die Waffen ablegen, auch die inneren bestens geschliffenen. Zuhören, Zuwendung. Und Schmerzen ertragen – das gehört wohl dazu.

"Love is the bridge between you and everything."[1]

So sagt es auch der islamische Mystiker Dschelaleddin Rumi. Die Liebe ist wie eine Brücke, die dich mit allem verbindet. Oder ist sie eher eine Blume, wie die Berlinerin Bettina Wegener meint?

Vorurteile sind resistent

Heute steht der Israelsonntag im evangelischen Kalender. Seit fast 1000 Jahren befragt die Kirche an diesem Tag ihr Verhältnis zum Judentum. Und man kann sagen – mehr als 1000 Jahre lang hat kalter Winter geherrscht. Die Rose braucht jetzt ganz viel Wärme, frisch gedüngte Erde, damit sie uns ihre Schönheit zeigt und uns betört mit ihrem Duft. Die Liebe braucht uns und wir brauchen sie.

Was hindert die Liebe? Warum hat sie es schwer? Die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev ist eine Brückenbauerin in ihrem zerrissenen Land. Nach dem 7. Oktober 2023 konnte sie über ein Jahr lang nicht mehr schreiben, gelähmt von Kummer, und Angst, der Verstand wollte nicht mehr gehorchen. In einem Interview sagt sie, die Koalitionspartner des israelischen Ministerpräsidenten würden über den Krieg reden, als ob er Liebe wäre. Deshalb geht sie auf die Straße. Jeden Samstagabend – für ein anderes Israel. Sie hat "Women Wage Peace", "Frauen schaffen Frieden" mitbegründet. Hier tun sich arabische, muslimische, palästinensische und israelische Frauen zusammen gegen die Besatzungsmacht Israel. Obwohl sie selbst ein Selbstmordattentat überlebt hat, in einem Bus in Jerusalem. Eine aufgeklärte, eine warmherzige Frau. Eine mutige Frau. Frei von Feindbildern. Hatte sie von sich selbst geglaubt. Dann erlebt sie in ihrem Haus einen der Drohnenangriffe, Sirenen heulen. Und sie ist mit einem palästinensischen Handwerker allein zu hause. Bis eben ging es total entspannt und herzlich zu zwischen den beiden. Sie hat ihm Tee serviert. Und plötzlich sehen sie einander an und Zeruya Shalev spürt, wie sie plötzlich Angst bekommt vor diesem Mann. Eine tiefsitzende Abneigung rührt sich, wie ein Reflex: er ist Araber, er ist ein Feind. Vielleicht tut er mir was an? Wie kann ich mich schützen?

Mich hat das an eine eigene Begegnung erinnert. Es ist ein schöner warmer Tag im Mai vor fast zwanzig Jahren. Mit meinem Mann und meinen Kindern besuche ich das Dorf in Siebenbürgen, in dem ich aufgewachsen bin. Mit Maria, die nie weggegangen ist, betreten wir die leere Kirche.  Erinnerungen, Tränen, es tut weh. Alle sind weg. Hier wird nichts mehr gefeiert. Eine Stunde später warten wir vor der Kirche auf unser Taxi. Da kommt eine junge Frau mit ihren Kindern auf uns zu, offensichtlich eine Zigeunerin, wie man in dieser Gegend immer noch sagt. Einen roten langen Rock wie ihren tragen keine anderen Frauen in diesem Land. Ihr zehnjähriger Sohn zeigt mir seine Hände, an jeder Hand hat er sechs Finger. Die zeigt er mir wie eine Jahrmarktsensation. Er will ein wenig Geld von mir für diese Sensation. Und sagt, dass er kein Brot zu essen hat. Mein Kopf wird in einer Sekunde ein Tummelplatz von feindlichen Gedanken. "Nichts arbeiten und den erst besten anbetteln. Warum schickt sie ihr Kind nicht zur Schule? Warum kommen aus seinem Mund nur solche Dummheiten? Wird sich das jemals ändern?" Und aus mir bricht ein Satz hervor, aus irgendwelchen Untiefen…mein Blick verfinstert sich und wie eine Fremde höre ich mich sagen: "Geh zu deiner Mutter, sie soll dir Brot geben".

Dieser Tag im Mai konfrontiert mich mit Dingen, die ich meinte, schon lange überwunden zu haben. Ich habe eine Reise gemacht in meine Vergangenheit, in der ich als Kind zwar mit Roma, und Rumänen in einem Dorf gelebt habe, und doch fein säuberlich getrennt voneinander. In einer strengen Hierarchie der Wertvollen und weniger Wertvollen, der Klugen und Nichtsnutzigen. Am unteren Rand der Skala die Roma. Diese Welt gibt es noch in mir, das ist mir an jenem Tag im Mai bewusst geworden. Diese Welt der Vorurteile und Einteilungen hat all meine Überzeugungen von Toleranz überdauert. Diese Welt gibt es noch im aufgeklärten toleranten Europa – es ist die Welt tiefsitzender Vorurteile, der Klischees, die sich zwischen Menschen schieben. Die einzelne Person hat keine Chance, sie ist nur noch Teil einer verdächtigen und verachteten Gruppe. Vor allem jüdische und auch muslimische Menschen leiden darunter und, werden angepöbelt, angefeindet. Werden in ein Bild gepresst, das sie herabwürdigt.

Sobald wir es merken, dass in uns so etwas passiert, sind wir aber schon unterwegs auf der Brücke zur Liebe. Das Bewusstsein ist wach, es ist geschärft am alten Gebot aus der jüdischen Thora: "Du sollst dir kein Bildnis machen".  Nicht von Gott, nicht von dir selbst und von niemand anderem. Die Liebe braucht kein Bild, sie hat die Kraft, alle Bilder zu zerschlagen und zu überwinden.

Die liebe

ist eine wilde rose in uns,

unerforschbar vom verstand

und ihm nicht untertan

Aber der verstand

ist ein messer in uns

Der verstand

ist ein messer in uns,

zu schneiden der rose

durch hundert zweige

einen himmel[2]

Ich kenne keine Liebe, die das nicht braucht. Die messerscharfe Arbeit des Verstandes brauche ich in meiner Ehe, ich brauche sie mit meinen Söhnen, meinen Geschwistern und Verwandten, meinen Freundinnen, meinen Nachbarn. In allen Arbeitsbeziehungen. In der flüchtigsten Begegnung mit Menschen. Mach dir kein Bildnis. Schubladen auf! Er, sie ist wie du!

Christlich und islamisch gefärbter Judenhass

Vorurteile leben in jeder und jedem von uns. Gefährlich wird es, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, sie wahrzunehmen. Gefährlich wird es, wenn sie von Generation zu Generation weitergegeben werden wie unumstößliche Wahrheiten. Gefährlich wird es, wenn sie religiös begründet werden, von Kirchenkanzeln und aus Moscheen gepredigt werden. Der Israelsonntag hat so eine dunkle Geschichte. So ist Jahrhunderte lang gepredigt worden an diesem Sonntag: Israel sei blind, verstockt, habe sein Herz verschlossen – da sei es nur gerecht, dass Gott sich ein neues Volk erwählt, eine neue endgültige Liebe- nämlich die Christen.  Man konnte sich halbherzig und verkürzt auf den Apostel Paulus berufen, der doch selbst sagt, Israel sei verstockt. Man konnte sich auf den über die Stadt Jerusalem weinenden Jesus berufen, der den Untergang von Stadt und Tempel prophezeit. Aus diesen Tränen der Klage hat man Tränen des Zorns gemacht auf den christlichen Kanzeln. Und schon war die unheilvolle Mischung von Stolz und Hass entstanden, die Christen den Juden gegenüber zu gefährlichen Erzfeinden gemacht hat. An einem Israelsonntag im Jahr 1096 bricht der Feuersturm des ersten Kreuzzugs am Rhein aus. Von Xanten bis Worms verwüsten Christen jüdische Häuser und Synagogen, und schlagen und töten ihre jüdischen Nachbarn. Und seither ist der Strom dieser Pogrome über viele Jahrhunderte nicht abgerissen.

Heilige Schriften sind ambivalent wie der Mensch. Die Bibel ist es. Im Neuen Testament gibt es ganz grauenvolle Sätze über "die Juden" - sie seien Söhne des Satans heißt es im Johannesevangelium. Aber auch der Koran ist ambivalent. Islamwissenschaftler wie Abdel – Hakim Ourghi und Mouhanad Khorchide klären in ihren Büchern darüber auf: Was genau Dschihad bedeutet, dass die Krieger mit dem Paradies im Jenseits belohnt werden, dass "die Ungläubigen" mit dem Schwert getötet werden sollen. Dass sich die Hamas in ihrer Zerstörungswut gegenüber Israel genau darauf beruft. Den Islam als pauschal antisemitisch zu bezeichnen sei irreführend, sagen die Islamwissenschaftler. Aber dass der Islam und Judenfeindschaft nichts miteinander zu tun haben sollen, sei unwahr.  Ourghi ist mit 17 aus Algerien zum Studium hierher gekommen und war ein eingefleischter Judenhasser. So hatte er es von Kind auf gelernt, zu Hause, in der Schule, in der Moschee. Khorchide stammt aus dem Libanon, wohin seine Eltern aus Palästina geflohen waren. Auch er sagt: als Antisemit und Judenhasser wird kein Kind geboren. Die Religionsführer haben uns dazu gemacht. Und deshalb können wir uns davon befreien. Man darf und muss die heiligen Schriften hinterfragen, neu lesen. Denn Liebe braucht die Wahrheit, und sollte sie noch so unbequem und hässlich sein!

Habibi heißt auf Arabisch "mein Geliebter." Ein libanesisches Klagelied lenkt den Blick auf den leidenden Christus. Und damit auf alle Menschen, die Opfer von Hass geworden sind. Mein Geliebter, jeder, der dich sieht, würde weinen vor Schmerz.

Filigranarbeit der Liebe

Hörst du mir zu? Bist du da? Hallo, ist da jemand? Das größte Gebot für Jüdinnen und Christen beginnt mit diesem göttlichen Hallo! Höre Israel! Sei da! Ich werde herausgerufen. Muss vielleicht mit etwas aufhören, um ganz da zu sein. Und dann kann ich zuhören. Zugewandt hören. Dem anderen zugewandt. Seinem Wesen, seiner Geschichte, seiner Fremdheit. Und es kann sein, dass sie abnimmt, während ich zuhöre. Denn da entsteht ein Raum, ein Dazwischen, ein Energiefeld. Wie wenn ich die offenen Handflächen meiner beiden Hände vor meinem Körper langsam zusammenführe. Da spüre ich das Energiefeld deutlich. Im echten Zuhören spüre ich es auch. Das Ich und das Du fallen nicht auseinander. Da entsteht eine Verbindung im Zuhören, die hält. Wir brauchen Zeit, Gefühle, Gedanken, Nachfragen.  Es ist dieses Lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft. Hören ist die Filigranarbeit der Liebe.

Dieses Wunder des Hörens geschieht auch in dieser Zeit in Israel. Im Parents circle, im Elternkreis, den ein Rabbiner 1995 ins Leben gerufen hat. Es kommen Eltern zusammen von allen Seiten des israelisch-palästinensischen Konflikts. Juden, Palästinenser, Christen, Muslime. 600 Familien sind es heute etwa. Was sie verbindet, ist der höchste Preis, den sie alle persönlich bezahlt haben dafür, dass man sich so unnachgiebig und hasserfüllt bekämpft in dieser Gegend. Sie haben alle ein Kind verloren oder mehrere Angehörige. Durch die Gewalt von der anderen Seite- ein Selbstmordattentat, das Massaker vom 7. Oktober 2023, durch einen Gewehrschuss eines israelischen Soldaten. Verwaiste Eltern, verwaiste Geschwister. Und sie haben einen tiefen sehr mutigen Entschluss gefasst: Begegnung statt Rache, Liebe statt Hass auf die anderen. Sie treffen sich, um einander zuzuhören. Mütter, Väter, Brüder, Schwestern. Menschen, die sich überhaupt nicht kennen, die noch nie einem Palästinenser bzw. Israeli begegnet sind. Sie waren ohne Gesicht bisher, ohne Geschichte füreinander. Sie waren die anderen. Und jetzt treffen sie sich regelmäßig in kleinen Gruppen. Eine erzählt, die anderen hören zu. Und in diesem Energiefeld entsteht das Wunder. Hör! Hör mir zu. Bist du da? Ist da jemand? Sie beginnen, den Schmerz der anderen zu spüren. Es ist ja derselbe Schmerz, den sie empfinden als Mutter, Vater, Schwester, Bruder. Sie weinen miteinander. Sagen einander: es tut mir so leid. Und die Menschen, die sie verloren haben, werden lebendig und spürbar mit Namen und Gesicht und man kann sie liebgewinnen, ohne sie gekannt zu haben. Das Wunder des Zuhörens.

Einmal im Jahr, am israelischen Jom Hazikaron, dem Erinnerungstag für die gefallenen Soldaten und Terroropfer, veranstalten die Leute vom Parents circle eine Gedenkfeier für die Toten beider Seiten. In diesen Zeiten das mutigste, was Menschen tun können.

Und wie die Jüngerinnen und Jünger Jesu gehen sie zu zweit, immer einer von jeder Seite, um die Botschaft der Versöhnung zu verbreiten. Sie halten Vorträge. Gehen in Schulen. Erzählen die Geschichten ihrer Kinder, und auch die Geschichte der Gewalt, die sie aus dem Leben gerissen hat. Auf den Tag genau – und es ist immer, als wäre es jetzt. Und sie erzählen, wie sie selbst danach gelitten haben und in Hass und Wut und Trauer fast erstickt sind. Diese Zusammentreffen sind ihr Lichtblick geworden. Auch wenn es immer schwerer wird in diesen Zeiten roher Gewalt, Menschen einzuladen in diesen Kreis. Und auch wenn sie der einzige Club auf der ganzen Welt sind, der keine neuen Mitglieder will.

Diese Menschen wagen das noch nicht dagewesene. Das Neue, das nur durch Liebe entstehen kann. Und das brauchen auch wir in diesem großen Konflikt, der auch unser Land spaltet. Mich richten sie auf, in ihrer Nähe spüre ich, wir schön es ist, ein Mensch zu sein.

"New day" Ein neuer Tag – mit diesem Lied ist die junge israelische Sängerin Yuval Raphael zum Eurovision Songcontest im Mai angetreten. Am 7. Oktober vor bald 2 Jahren war diese junge Sängerin selbst dabei, als aus einem herrlichen Musikfestival eine grausame Tötungsmaschinerie der Hamas wurde. Sie hat überlebt.

Yuval Raphael singt von Liebe, von Verlust und Schmerz, von diesem Neubeginn. Hören, zuhören. Gott, mir selbst, dem anderen Menschen. Das ist die Filigranarbeit der Liebe.

 

[1] Aus der Sammlung Coleman Barks (Hrsg.): The Book of Love – Poems of Ecstasy and Longing; HarperOne, 2005, ISBN: 978-0060750503.

[2] aus: Reiner Kunze. gedichte, S. Fischer Verlag Frankfurt am Main 2001, S.9