Kirche und Digitalisierung
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat eine stärkere Öffnung der Kirche für junge Menschen und mehr digitale Angebote gefordert. "Kirche ist für junge Menschen weithin nicht mehr relevant", mahnte der bayerische Landesbischof am Sonntag zum Auftakt der EKD-Synode in Bonn. Zugleich hob er die gewachsene Nähe von Protestanten und Katholiken im Jahr des 500. Reformationsjubiläums hervor.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Bedford-Strohm sagte, die Beteiligung junger Leute sei eine der zentralen Herausforderungen für die Kirche der Zukunft. Sie müssten deshalb stärker in Entscheidungen und Gremien eingebunden werden. Die Befunde über den "Traditionsabbruch" seien alarmierend. Die Kirche müsse sich fragen, wie sie die Lebenskultur junger Menschen besser aufnehmen und für Jugendliche zur Heimat werden könne, etwa durch Gottesdienste am Abend und mit "postmodernen Elementen".

Eine zentrale Rolle spiele die digitale Kommunikation: "Erschließt sich die Kirche die digitalen Räume nicht, verpasst sie einen entscheidenden Lebensraum junger Menschen", warnte Bedford-Strohm in seinem Bericht vor der Synode. Für "Digital Natives" sei Kirche weniger ein Ort als vielmehr ein Netzwerk mit virtuellen Formen von Gemeinschaft.

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