1.04.2018
Osterbotschaft

"Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden" - diese Erkenntnis verbindet uns heute noch mit Jesu Jüngern. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm vergleicht in seinem Ostergruß Damals und Heute. Wir sehen zerbombte Städte und die Folgen von Krieg und Terror, aber Christen in aller Welt eint die Hoffnung, dass Gewalt nicht das letzte Wort haben wird.

Heute predigte Heinrich Bedford-Strohm in seinem Amt als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Berliner Dom. Hier setzte er noch einen weiteren Schwerpunkt: "Arme und Schwache dürfen nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden." Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi bedeute für jeden und jede ein neues Leben, so Bedford-Strohm in seiner Predigt über das Loblied der Hanna (1. Sam 2,1).

Bei Armut gehe es nicht nur um Geld: "Vielleicht ist das Schlimmste ja das ‚Ausgeschlossen werden‘. Dass ich in meinem Menschsein reduziert werde auf die Erfüllung einer bestimmten Funktion, ohne die ich nichts wirklich wert bin. Dass ich danach beurteilt werde, ob ich den gesellschaftlichen Normen entspreche. Dass Sein oder Nichtsein davon abhängt, ob ich die Erwartungen der Mitmenschen erfülle. Wenn das so ist, dann kann man die Radikalität der Ostererfahrung gar nicht stark genug betonen", so Bedford-Strohm: "Wenn Jesus wirklich lebt und heute in uns wirkt, dann ist der Weg aus dem Dunkel der Ausgrenzung tatsächlich gewiesen. Denn die Liebe Jesu Christi, das radikalste Gegenprogramm zur Ausgrenzung, das man sich vorstellen kann, hat am Ende gesiegt"
 
Jeder Mensch müsse spüren und erfahren, dass er Teil dieser Gesellschaft sei, "dass er gewollt ist, dass er gebraucht wird, dass er einfach sein darf, dass er eine Würde hat", sagte der Ratsvorsitzende im Berliner Dom. "Dass alle Menschen in unserer Gesellschaft, auch die Schwächsten und Verletzlichsten, in diesem Gefühl leben können, das ist die große Aufgabe in Politik und Gesellschaft der nächsten Jahre."
 
Bedford-Strohm erinnerte auch an den vor 50 Jahren (05.04.1968) erschossenen US-Bürgerrechtler Martin Luther King. Die Botschaft, die dieser in einem fiktiven Brief des Apostels Paulus an die Amerikaner formuliert habe, sei nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland heute so aktuell wie damals:

"Ihr müsst eure mächtigen wirtschaftlichen Ressourcen nützen, um die Armut aus der Welt zu vertreiben. Gott will nicht, dass ein Volk im Überfluss und Reichtum lebt, während andere nur die Armut kennen."

Die Osterbotschaft "Christ ist auferstanden", wecke in ihm nicht nur die Freude über den Sieg des Lebens über den Tod, sondern auch "darüber, dass die Welt nicht so bleiben muss wie sie ist", so Landesbischof Bedford-Strohm.

 

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efs