Es ist warm an diesem Donnerstag in Neumarkt. Sehr warm eigentlich. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – liegt über dem Innenhof des Evangelischen Zentrums eine Leichtigkeit, die man kaum in Worte fassen kann. Inmitten eines Fleckchens voller grüner Pflanzen wird geheiratet, die Traustühle in der Christuskirche sind gestellt und die Reihen mit kleinen Blümchen geschmückt. Alles ist hergerichtet. Alles wartet.

Sechs Paare haben sich für diesen Tag angemeldet – drei Trauungen, drei Segnungen. Die, die kommen, haben sich bewusst entschieden. Für diesen Rahmen. Für diese Einfachheit.

Ohne großen Aufwand – aber mit ganz viel Herz

Eine Braut, deren Beziehung gesegnet werden soll, lächelt beim Ankommen ein wenig verschmitzt. "Mein Mann wusste bis vor einer Stunde noch gar nicht, dass wir heute hierherkommen", erzählt sie. "Ich habe ihn vorhin damit überrascht."

  • "einfach heiraten" in der Christuskirche in Neumarkt.
  • Paare bei "einfach heiraten" in der Christuskirche in Neumarkt.
  • Paare bei "einfach heiraten" in der Christuskirche in Neumarkt.

    Für manche der Paare war eine klassische Hochzeit mit großem Festtag schlicht nicht machbar – keine Zeit, keine Kapazitäten, keine Kraft für monatelange Planung. Und doch wollten sie diesen Moment. Diesen Segen. Ein Paar bringt es auf den Punkt: "Es ist einfach so schön hier. Wir müssen uns um nichts kümmern. Alles ist da, schön dekoriert, nette Menschen, die sich um alles kümmern – und danach gibt es sogar noch Sekt und Häppchen. Das hat in unserer Situation einfach perfekt gepasst."

    Und dann ist da noch jenes Paar, das mit dem Oldtimer vorfährt – seit 40 Jahren im Familienbesitz und nun auch bei der Trauung dabei. Und die Jugendlichen, die bei der Segnung ihrer Eltern Fürbitten vorlesen. Und die Kinder, die ihre Eltern kurz vor der Trauung überraschen – einfach so, weil sie dabei sein wollen.

    Wenn aus einer einfachen Feier ein unvergesslicher Moment wird

    Der Sektempfang im Kreuzgang lädt danach zum Verweilen ein. Die Dekanatsjugend hat herzlich gedeckt: Häppchen, Kaffee, Kuchen. Und die Paare – sie bleiben. Länger, als vielleicht gedacht. Weil es schön ist. Weil es sich gut anfühlt.

    Für alle Haupt- und Ehrenamtlichen ist dieser Tag jedes Jahr aufs Neue eine besondere Erfahrung. Die Ansprache muss in zwanzig Minuten geschrieben sein, die Zeremonie dauert ebenso lang, die gute Organisation außenherum ist wichtig für die Atmosphäre – und doch entsteht dabei etwas Echtes, etwas Persönliches. Die Gesichter der Paare danach sprechen für sich. Glücklich. Gerührt. Froh.

    Wer an diesem Tag dabei war, geht beschenkt nach Hause. Mit dem Bild von Tränen, die aus Freude kommen. Von Händen, die sich halten. Und von einer Kirche, die genau da ist, wo Menschen sie brauchen – unkompliziert, herzlich und mit einem echten Segen im Gepäck.

    Unser Gastautor

    Tobias Markhof, Sozialpädagoge, ist seit Mai 2021 als Jugendreferent in der Kirchengemeinde Neumarkt tätig. Er begleitet den Jugendausschuss sowie den Vorsitz in Vorbereitung. Außerdem leitet er Kinder- und Jugendaktionen sowie Jugendfreizeiten.

    Zusätzlich übernimmt er sowohl für die Jugend wie auch für die Gemeinde die Aufgaben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Mit seiner anderen halben Stelle ist er Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Dekanatsbezirk Neumarkt.