15.11.2020
Kirchentag 2021

Kirchentag 2021 steht wegen Corona auf der Kippe

Die Corona-Pandemie macht die Realisierung des 3. Ökumenischen Kirchentags unsicher. Die Stadt Frankfurt am Main sieht die Entscheidung bei den Veranstaltern. Diese wollen das Großereignis weiter vorbereiten und sagen: "Noch ist nichts entschieden".
Menschen heben ihre Hände zum Gebet (Symbolbild)

Die Vorbereitungen zum 3. Ökumenischen Kirchentag im Mai 2021 in Frankfurt am Main werden von der Unsicherheit der Corona-Pandemie überschattet. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) teilte am Mittwoch mit, dass ihn die Realisierung des Kirchentags freuen würde.

"Er wäre ein Zeichen der Hoffnung, nicht nur für Gläubige."

Die Entscheidung darüber, ob das Christentreffen stattfindet oder nicht, liege aber nicht bei der Stadt, sondern bei den Veranstaltern.

Kirchentag 2021

"Wenn die Verantwortlichen zu dem Schluss kommen, dass eine Durchführung nicht zu vertreten oder eine Verschiebung sinnvoll wäre, haben sie selbstverständlich unsere Unterstützung. Die Gesundheit steht über allem", sagte Feldmann.

Der Sprecher des Oberbürgermeisters, Olaf Schiel, erinnerte an das Beispiel der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Stadt und Organisatoren hätten an der Veranstaltung festgehalten, aber sie sei immer weitergeschrumpft, weil Teilnehmer wegen der Corona-Pandemie absagten. Zuvor hatten Aussagen des Frankfurter Kirchendezernenten Uwe Becker (CDU) Zweifel an der Zustimmung der Stadt gesät.

Großveranstaltung in Corona-Zeiten möglich?

Bei aller Freude über dieses Fest des Glaubens und des Miteinanders stelle sich die Frage, ob eine solche Großveranstaltung mit 30.000 oder mehr Teilnehmern in Zeiten von Corona zu verantworten sei, zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch) den Bürgermeister.

"Es ist eine superschwierige Situation", sagte Beckers Sprecherin Wiebke Reimann dem Evangelischen Pressedienst (epd).

In den nächsten Tagen werde die Stadt weitere Gespräche mit den Veranstaltern führen. Kirchentagssprecher Mario Zeißig erklärte: "Wir verstehen die schwierige Situation der Stadt Frankfurt." Auch die Veranstalter Deutscher Evangelischer Kirchentag und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken würden seit geraumer Zeit alle Möglichkeiten prüfen.

Veranstaltung in Planung

Es gehe darum "zu schauen, wie die Vorbereitung des Kirchentags unter den gegebenen Umständen möglich ist", sagte Zeißig dem epd. Ende der Woche würden die Verantwortlichen mit der Stadt sprechen. Die Präsidenten des Kirchentages, Bettina Limperg und Thomas Sternberg, würden darüber hinaus zeitnah mit den Leitungsgremien beraten.

"Noch ist nichts entschieden", betonte Zeißig.

Die gastgebenden Kirchen in der Region, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und das katholische Bistum Limburg, gaben keine Stellungnahme zur Realisierung des Kirchentags ab, sondern verwiesen auf die Veranstalter.

Der Ökumenische Kirchentag ist für den 12. bis 16. Mai nächsten Jahres in Frankfurt geplant. Erst vor zwei Monaten hatten die Organisatoren entschieden, dass wegen der Corona-Pandemie die Teilnehmerzahl auf 30.000 Menschen beschränkt werden soll.

Verschiebung unmöglich

Nun lässt die aktuelle Corona-Lage möglicherweise alle Pläne obsolet erscheinen, bei denen unter anderem auf weniger Veranstaltungen, Corona-Schnelltests, den Verzicht auf Privatunterkünfte sowie Zugangsbegrenzungen und hybride Veranstaltungen mit Übertragungen ins Internet gesetzt worden war.

Eine Verschiebung innerhalb des Jahres 2021, so hieß es bereits, sei aufgrund der anderweitig gebuchten Messehallen in Frankfurt nicht möglich. Somit dürfte zunächst ungewiss bleiben, wann der nächste gemeinsame Kirchentag von Katholiken und Protestanten stattfinden kann.

Im Jahr 2022 soll Ende Mai ein Katholikentag in Stuttgart gefeiert werden. Für 2023 lädt der Deutsche Evangelische Kirchentag Anfang Juni nach Nürnberg ein.

Am ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 hatten mehr als 200.000 Menschen teilgenommen, beim zweiten in München 2010 waren es mehr als 130.000.

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