Ökumenischer Kirchentag (ÖKT)
Schaut hin! ist das Leitwort für den 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt 2021. Der Sonntagsblatt-Newsticker berichtet über den ÖKT und stellt die wichtigsten Programmpukte vor.
Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021
Das Plakatmotiv - Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021

Ökumenischer Kirchentag: Einladung zum Evangelischen Kirchentag 2023 nach Nürnberg

Sonntag, 16. Mai 2021, 15.31 Uhr: Die Gastgeber der nächsten beiden großen Christentreffen - Katholikentag und evangelischer Kirchentag - haben zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags  in Frankfurt eingeladen nach Stuttgart und Nürnberg. Der katholische Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, warb für den Katholikentag im Mai 2022 in der "Welthauptstadt der heiligen Schrift", Stuttgart. Dort würden die Gäste unter dem Motto "Leben teilen" den "Dreiklang" des Miteinanders der Religionen, der Vielfalt an Kultur und der Kulturen wieder in ökumenischer Geschwisterlichkeit erleben, kündigte Fürst an.

Für das Jahr 2023 luden der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Bettina Limperg, evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages 2021, zum evangelischen Kirchentag nach Nürnberg ein. Bedford-Strohm sprach ein herzliches Willkommen aus in die Stadt "mit reicher Geschichte und pulsierendem Leben". Die Kirchentagsbesucher würden Gast in einer gesellschaftlich und religiös vielfältigen Stadt sein. Der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) in Nürnberg findet vom 7. bis 11. Juni 2023 statt. Mit einem kurzen, sehr bunten Video werben die Organisatoren seit der vergangenen Woche bereits im Internet für das Event.

Ökumenischer Kirchentag Frankfurt: Mut zur Ökumene zeigen

Sonntag, 16. Mai 2021, 15.29 Uhr. Bei Gottesdiensten im Olympischen Dorf in München im Rahmen des 3. Ökumenischen Kirchentags haben die Kirchenvertreter Mut zur Ökumene gemacht. Kardinal Reinhard Marx verwies auf den gemeinsamen Kern des christlichen Glaubens. Der Osterglaube "dass Jesus lebt und die neue Schöpfung schon jetzt angebrochen ist" sei orthodoxen, evangelischen und katholischen Christen gemeinsam. Und er schenke "in diesem tiefgreifenden Umbruch Hoffnung", sagte Marx am Samstagabend laut Mitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats in München.

Der Erzbischof von München und Freising verband das biblische Leitwort des Kirchentags "schaut hin" und mit dem Wort Jesu vom "Senfkornglauben". "Also macht die Augen auf, was da ist", rief Marx auf. "Wenn euer Glaube so klein wäre wie ein Senfkorn - das ist genug, er kann Berge versetzen!" Zur Ökumene gehöre "auch die Freundschaft, das Miteinander, das Bekenntnis der Wahrheit in der Liebe". Er ergänzte mit einer Analyse, die Pater Alfred Delp als Gefangener der Nationalsozialisten im Gefängnis kurz vor seinem Tod mit Blick auf eine künftige Ausrichtung der Kirchen verfasst hatte: "Wenn eine Kirche der Zukunft, wenn die Christen sich nicht abarbeiten an den Wunden der Welt, in der Diakonie, in der Hinwendung zu den Armen und Schwachen, dann wird es nicht der Weg in die Zukunft sein."

In dem parallel zum katholischen Gottesdienst veranstalteten evangelischen Gottesdienst im ökumenischen Zentrum im Olympischen Dorf forderte der Münchner Regionalbischof Christian Kopp Mut für eine experimentierfreudige Ökumene. Er wünsche sich "Handwerker und Erfinderinnen", die eine ökumenische Entwicklung mutig vorantrieben, sagte Kopp laut Manuskript am Samstagabend beim Gottesdienst in der Münchner Olympiakirche.

"Die Ökumene der Kirchen ist unsere Zukunft", betonte Kopp. Er forderte die Gemeinden im ältesten Ökumenischen Kirchenzentrum Bayerns auf, "auch einmal etwas auszuprobieren". Wenn Kirche heute "mutig Ökumene austeste", werde sie zum Hingucker und könne Menschen neu überraschen.

Das Kirchentags-Motto "Schaut hin" bezeichnete Kopp als "gutes Mantra". Bei allem genau hinzuschauen halte er für eine Grundregel für verantwortliches und erfolgreiches Handeln im Leben. Gerade in der Coronakrise sei das nötig, "damit die nicht zu kurz kommen, die nicht klar kommen mit der Nicht-Normalität der Pandemie", so der Theologe.

Anlässlich des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt feierten der Regionalbischof und Kardinal Reinhard Marx im Ökumenischen Kirchenzentrum im Olympiadorf zwei konfessionelle Gottesdienste mit gemeinsamem Beginn und Schluss.

 

Bundespräsident Steinmeier kritisiert "Quälend langsame" Missbrauchsaufarbeitung in Kirchen

Samstag, 15. Mai, 20 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Aufklärung von Fällen sexualisierter Gewalt in den Kirchen für unzureichend. Bei der Festveranstaltung des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt am Main sprach Steinmeier von einer "quälend langsamen Aufdeckung und Aufarbeitung abscheulicher Verbrechen an den Schwächsten unter uns, an Kindern und Jugendlichen". Diese Verbrechen seien in den Kirchen lange Zeit vergessen oder verschwiegen worden.

Die Missbrauchsfälle in der katholischen und der evangelischen Kirche sind eines der Themen, über die bei den rund 100 Veranstaltungen des Kirchentages diskutiert wird. Der am Donnerstag eröffnete Kirchentag findet wegen der Corona-Pandemie weitgehend digital statt. Die evangelische Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg sagte bei der Festveranstaltung, in den Kirchen gebe es vieles, "was unsere Glaubwürdigkeit auf manchmal skandalöse Weise infragestellt. Darüber müssen, und darüber werden wir reden", sagte sie, als sie zusammen mit dem katholischen Präsidenten Thomas Sternberg die Gäste begrüßte.

In weiten Teilen seiner Rede lobte der Bundespräsident das gesellschaftliche Engagement der Kirchen in Deutschland. "Wir brauchen die Kirchen, wir brauchen engagierte Christinnen und Christen, um gegen die zunehmenden Spaltungstendenzen in unserer Gesellschaft anzugehen", sagte der Bundespräsident, der zum Abschlussgottesdienst am Sonntag in Frankfurt erwartet wird.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte zuvor von den Kirchen weiteres Engagement gegen antijudaistische Vorurteile gefordert. Die Kirchen hätten eine große Verantwortung, gegen antijudaistische Stereotype vorzugehen, sagte Schuster bei einer am Mittwoch vorab aufgezeichneten und am Freitag ausgestrahlten Online-Podiumsdiskussion. Als Beispiel für christlichen Judenhass nannte er die Anschuldigung, Juden hätten Jesus ermordet.

Die leitenden Theologen der beiden Gastgeberkirchen, der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung und der Limburger katholische Bischof Georg Bätzing, verwiesen am Abend auf das Leitwort des Kirchentages "Schaut hin" und die Fragen, die sich daraus ergäben, etwa nach der Armutsbewältigung, der Generationen- und Klimagerechtigkeit.

Das Leitwort passe auch auf die konfessionellen Mahlfeiern am Samstagabend, fügte Bätzing hinzu. Denn die teilnehmenden Christinnen und Christen aus den verschiedensten Traditionen seien aufgerufen, zu kommen und zu sehen, wie die anderen Konfessionen feierten und "uns dabei besser kennenzulernen".

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron, sagte, das Kürzel ACK stehe auch für "authentisch, charismatisch und kollegial". Ziel der Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft auf dem ÖKT sei es, "den Reichtum der anderen zu entdecken".

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagten, sie seien gerne Gastgeber des ÖKT und dankbar, dass er nicht abgesagt worden sei. "Wir brauchen gerade in der bereits seit 14 Monaten währenden Corona-Krise ein Zeichen der Ermutigung und Orientierung", sagte Bouffier.

Nach Ansicht von Feldmann passt das ÖKT-Leitwort wunderbar zu Frankfurt. In der Stadt lebten Menschen aus 180 Nationen friedlich zusammen. Sie kümmerten sich gut umeinander und stellten das Gemeinsame in den Vordergrund.

 

Veranstaltungen und Anregungen

Wer den digitalen Kirchentag bislang verpasst hat, kann sich hier in der Mediathek umschauen. Dort stehen die Aufzeichnungen von allen Veranstaltungen des 3. ÖKT. Live-Veranstaltungen können Sie dort direkt nach Ende der Veranstaltung ansehen. Die Themenstunden aus dem ÖKT-Studio stehen ab Sonntag, 16. Mai als einzelne Stunden zum Abruf zur Verfügung. Alle Aufzeichnungen sind bis Ende 2021 in der Mediathek zu finden.

Aktivitäten für zu Hause

Wer gerne eine Aktivität zu Hause machen möchte, findet dazu ebenfalls Anregungen. Es gibt ein Mitmachheft für Kinder, die NutzerInnen können ihren CO2-Aussstoß messen und vieles andere. Hier geht es zur Rubrik Mitmachen.

Bedford-Strohm: Bibel als "Quarantänegeschichte"

Samstag, 15. Mai 2021, 17.23 Uhr: Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist die Erzählung über die Sintflut in der Bibel "die berühmteste Quarantänegeschichte der Welt". Am Ende der Geschichte über die Arche Noah stehe aber nicht das Verderben, sondern das Leben, sagte der bayerische Landesbischof in einer Online-Bibelarbeit des 3. Ökumenischen Kirchentags, der in diesem Jahr wegen der Pandemie überwiegend digital stattfindet.

Ihn berühre diese Geschichte sehr in diesen Tagen der Quarantäne, sagte Bedford-Strohm: "In diesen Kirchentags-Tagen, in denen wir die erhoffte physische Gemeinschaft Zehntausender in den digitalen Raum verlegen mussten. In denen unsere Nerven angespannt sind, in denen wir Erschöpfung und Verwundung spüren. In denen wir nicht wissen, wie es weitergeht."

Geschichten des Niedergangs würden genug erzählt - "Geschichten des Niedergangs der Welt, Geschichten des Niedergangs der Kirche, Geschichten des Niedergangs der Schöpfung", so Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist. Wenn sie aufrüttelten zum Handeln, sei das auch richtig und wichtig. "Aber sie dürfen nicht zur Totalperspektive werden und uns so am Ende nur noch lähmen und aus der Angst leben lassen", warnte der Ratsvorsitzende.

"Nein, die Welt geht nicht den Bach runter, sie geht nicht unter in der Flut der Krisen, sondern sie geht zu auf den neuen Himmel und die neue Erde, über der der Regenbogen steht", sagte er mit Anspielung auf das Ende der Sintflutgeschichte, in der ein Regenbogen als Zeichen des neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen auftaucht.

Für die evangelische Theologin Margot Käßmann ist dieser Bund der Auftrag an die Menschen, sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. In ihrer Bibelarbeit zur selben Geschichte sagte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende, Christen müssten sich aus ihrer Glaubenshaltung heraus in die Welt einmischen und ihren Beitrag für ein friedliches Miteinander und den Schutz der Erde leisten.

Schuster: Kirchen müssen gegen antijudaistische Vorurteile angehen

Freitag, 14. Mai. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat von den Kirchen weiteres Engagement gegen antijudaistische Vorurteile gefordert. Die Kirchen hätten eine große Verantwortung, gegen antijudaistische Stereotype vorzugehen, sagte der Würzburger Mediziner bei einer Online-Podiumsdiskussion auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main. Als Beispiel für christlichen Judenhass nannte er die Anschuldigung, Juden hätten Jesus ermordet.

"Über Jahrhunderte wurde von den Kanzeln ein vehementer Judenhass verkündet", sagte Schuster bei dem am Mittwoch vorab aufgezeichneten Gespräch. Dies habe in der Kooperation der Kirchen mit den Nationalsozialisten bei der Verfolgung der Juden gegipfelt. Nach der Schoah hätten sich die evangelische und katholische Kirche deutlich davon distanziert und ihre Schuld bekannt. "Die Kirchen haben sich in dieser Hinsicht wirklich gewandelt", sagte er bei dem Podium unter dem Titel "Was tun wir gegen Antisemitismus?".

Kirchentagspräsidentin Limperg: Deutschland ist Land der Ökumene

Freitag, 14. Mai 2021: Die evangelische Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT), Bettina Limperg, hat Deutschland als Land der gelebten Ökumene bezeichnet. Grund sei die relative Parität zwischen evangelischen und katholischen Christen im Land, sagte Limperg im RBB-Inforadio. So gebe es fast in jedem Dorf oder zumindest im Umkreis eine evangelische und katholische Kirche. Ein weiterer Grund für die gelebte Ökumene sei der im Vergleich zu anderen Ländern liberale Katholizismus in Deutschland, unterstrich Limperg, die auch Präsidentin des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe ist.

Allerdings gebe es auch Probleme und die Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sei nicht immer und überall selbstverständlich. Trotz der weitgehend säkularisierten Gesellschaft fühlten sich aber noch große Teile der Menschen in Deutschland einer der großen Kirchen zugehörig, so Limperg weiter.

Bischöfin Fehrs: "Mutig sein - auch in der Pandemie!"

Donnerstag, 13. Mai 2021: Auch in einer Pandemie sollen die Menschen ruhig mutig und zuversichtlich sein. Das sagte die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs beim ökumenischen Kirchentagsgottesdienst an Himmelfahrt in der St. Georgskirche. Fehrs gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit dem katholischen Weihbischof Horst Eberlein und Pastor Uwe Onnen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg.

"Wir möchten bitte getrost aufhören damit, nur das Problem zu beschreiben und ängstlich vor der Größe der Aufgabe zurückzuschrecken. Auch in einer Pandemie", sagte die evangelische Theologin und bezog sich auf das Kirchentagsmotto "schaut hin". Jeder könne versuchen, das Alte hinter sich zu lassen und neue Wege zu gehen. "Es heißt: Schau hin, was hast du selbst? Was ist schon da? Was kannst du tun?"

Gute Beispiele seien etwa das Bündnis #HotelsForHomeless, das Obdachlosen in der Hansestadt ihre Würde durch ein eigenes Zimmer zurückgibt. Und die Seemannsmission, die alle Hebel dafür in Gang gesetzt hat, damit kiribatische Seeleute zu ihren Familien zurückkehren können.

Eckart von Hirschhausen zum Kirchentag unter Coronabedingungen

Mittwoch, 12. Mai 2021: Keine großen Gottesdienste und überfüllten Hallen, sondern Couch-Konzerte und Online-Foren. Der 3. Ökumenische Kirchentag läuft bis Sonntag digital und dezentral ab. Das hat auch Vorteile, glaubt Eckart von Hirschhausen.

Ökumenischer Kirchentag: Zwei Gottesdienste im Olympiadorf

Mittwoch, 12. Mai 2021: Gottesdienste Tür an Tür: Im Rahmen des 3. Ökumenischen Kirchentages feiern Kardinal Reinhard Marx und der Münchner evangelische Regionalbischof Christian Kopp an diesem Samstag (15. Mai) jeweils konfessionelle Gottesdienste unter einem Dach - im Ökumenischen Kirchenzentrum im Olympischen Dorf in München, wie das Erzbistum am Dienstag mitteilte. Das Kirchenzentrum vereint eine evangelische und eine katholische Kirche, und sei seit fast 50 Jahren "Symbol für interkonfessionelle Zusammenarbeit".

Die Gottesdienste beginnen gleichzeitig um 19 Uhr. Marx will die Messe in der katholischen Pfarrkirche Frieden Christi feiern, Kopp ist Gastprediger bei der Abendmahlsfeier in der evangelischen Olympiakirche. Zuvor wollen beide Theologen gemeinsam die liturgische Begrüßung im Foyer des Zentrums gestalten, danach spenden sie auf dem Kirchenvorplatz gemeinsam den Abschlusssegen. Bei den Gottesdiensten werden Marx und Kopp zur biblischen Erzählung über den zweifelnden Apostel Thomas aus dem Johannes-Evangelium predigen.

Der 3. Ökumenische Kirchentag findet heuer nicht wie geplant zentral in Frankfurt a.M., sondern aufgrund der Corona-Pandemie dezentral und mit digitalen Angeboten statt. Er steht unter dem biblischen Leitwort "schaut hin", Eröffnungsgottesdienst ist an Christi Himmelfahrt (13. Mai). Am Samstag (15. Mai) sind alle Kirchengemeinden in Deutschland eingeladen, um 19 Uhr "ökumenisch sensibel" Gottesdienste in ihrer konfessionellen Tradition zu feiern.

Kirchen laden zu "ökumenischem Dämmerschoppen"

Mittwoch, 12. Mai 2021: Die katholische und die evangelische Kirche in Bayern bedanken sich bei allen Menschen, die sich für Ökumene stark machen. Jedes gemeinsame Projekt helfe, alte Gräben zu überwinden, teilten die beiden Kirchen am Dienstag mit.

Anlässlich des Ökumenischen Kirchentags, der vom 13. bis 16. Mai überwiegend digital stattfindet, laden das Landeskomitee der Katholiken in Bayern und der Landessynodalausschuss der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) alle in der Ökumene Engagierten am 14. Mai ab 18 Uhr zu einem digitalen "Dämmerschoppen" ein.

Bei dem Austausch über die gemeinsame Arbeit solle "deutlich werden, wie vielseitig die ökumenische Arbeit in Bayern aussieht." Ökumenisches Arbeiten sei in vielen Bereichen, gerade in den Gemeinden vor Ort, mittlerweile selbstverständlich.

Evangelische und katholische Christen hätten die gemeinsame Aufgabe, gerade auch in der Bewältigung der Corona-Krise Gottvertrauen öffentlich sichtbar zu machen und ein gesellschaftliches Zeichen gegen Entmutigung, Zwietracht und Frustration zu setzen, erklärte die Präsidentin der Landessynode der ELKB, Annekathrin Preidel. Gottvertrauen stärke und verbinde Menschen.

Ökumene bedeute Weitergehen und Vorankommen, ergänzte der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer. Daher unterstütze das Landeskomitee ausdrücklich "die positiven Entwicklungen, die unsere beiden Gemeinschaften einander weiter näherbringen". Viele Verletzungen seien mittlerweile geheilt worden - und dennoch "noch viel zu tun". 

 

Ökumenischer Kirchentag mit Bundespräsident, Bundeskanzlerin und zahlreichen Spitzenpolitikern

Freitag, 7. Mai 2021: Zum bevorstehenden 3. Ökumenischen Kirchentag haben sich zahlreiche Spitzenpolitikerinnen und -politiker angekündigt. Das christliche Großevent, das wegen der Corona-Pandemie vom 13. bis 16. Mai überwiegend digital stattfindet, ermögliche so den direkten Austausch zwischen Politik, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft "in einer vor der Bundestagswahl im September sicherlich einmaligen Konstellation und Dichte", teilte das Presse-Team des ÖKT mit.

So werde sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Angaben zufolge am Sonntag (16. Mai) direkt vor dem Schlussgottesdienst zu den Themen des ÖKT äußern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beteilige sich digital an einem Gespräch über die generationenübergreifenden Herausforderungen des Klimaschutzes. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nehme an dem Treffen von Katholik*innen und Protestant*innen teil.

Darüber hinaus seien mit Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) drei Kanzlerkandidat*innen präsent. Neben Scholz, der aktuell auch Bundesfinanzminister ist, werden auch Außenminister Heiko Maas (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Gast sein, hieß es. Neben dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet sollen auch die Ministerpräsident*innen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen an Veranstaltungen teilnehmen. Zum Programm.

Übersicht über Veranstaltungen zum Ökumenischen Kirchentag in Nürnberg

Dienstag, 4. Mai 2021: Das Dekanat Nürnberg sammelt vor dem 3. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2021 auf seiner Website Gottesdienste und Aktionen, an denen Nürnbergerinnen und Nürnberger persönlich teilnehmen können – oder die einen Bezug zur Stadt haben. Auf der Website nuernberg-evangelisch.de findet sich eine Liste von Veranstaltungen in Nürnberg, die unter Corona-Auflagen stattfinden dürfen, und stetig aktualisiert wird. Dazu zählen etwa der Himmelfahrtsgottesdienst "Schaut hin" im Garten der Lutherkirche oder die Übertragung des Abschlussgottesdienstes im ZDF in der Jugendkirche Lux mit den beiden Stadtdekanen Jürgen Körnlein und Andreas Lurz.

Darüber hinaus stimmen zwei Veranstaltungen des Ökumenischen Kirchentags auf den 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2023 in Nürnberg ein. Beim digitalen Stehtisch können die Besucherinnen und Besucher des Online-Formats am Samstag, den 15. Mai um 16 Uhr unter dem Motto "3 im Weggla" eine "fränkische Stunde" verbringen. Am Abschlusstag wird zudem in einem Videobeitrag die Staffelstabübergabe an den Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König (CSU) gezeigt.

Bedford-Strohm: Kirchentag als Zeichen für Ökumene

Sonntag, 2. Mai 2021: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wirbt vor dem 3. Ökumenischen Kirchentag für die Einheit der Christen. Es dürfe sich keine Konfession dadurch profilieren, dass sie die tatsächlichen oder vermeintlichen Schwächen der anderen herausstelle, schreibt der bayerische Landesbischof im evangelischen Monatsmagazin "chrismon" (Mai-Ausgabe): "Sonst bleiben die Spaltungen, sonst werden sie immer tiefer." Der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main vom 13. bis 16. Mai werde "ein kräftiges Zeichen für die Ökumene setzen", auch wenn er coronabedingt nur weitgehend digital stattfinden könne.

Durch die ökumenischen Feiern zum Reformationsjubiläum 2017 seien katholische und evangelische Christinnen und Christen einander vertrauter geworden, so Bedford-Strohm. Das helfe beiden Seiten heute, "so manche Hürde zu überwinden und uns nicht durch Hindernisse entmutigen zu lassen, etwa auf dem Weg zu wechselseitiger Gastfreundschaft bei Eucharistie und Abendmahl". Die Kirche solle in einer gespaltenen Welt ein Zeichen setzen: "Erst recht dann, wenn eine breite Öffentlichkeit ohnehin kaum noch zwischen einzelnen Konfessionen unterscheiden kann und will."

Programm Kirchentag 2021 ist online

Ursprünglich hatte der Ökumenische Kirchentag vom 12. bis 16. Mai Zehntausende Menschen in Frankfurt zusammenbringen sollen zu Vorträgen, Diskussionsrunden, Workshops, Gottesdiensten und Konzerten. Wegen der Pandemie wurde das Programm deutlich verkleinert, die Angebote sind überwiegend digital. Statt der ursprünglich geplanten mehr als 2.000 Veranstaltungen wird es nun etwa 80 geben, beginnend an Christi Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Sonntag.

Bei den Gottesdiensten mit Abendmahl oder Eucharistie am letzten Abend des Kirchentags sollen Christinnen und Christen gleich welcher Konfession an allen Mahlfeiern teilnehmen können, wenn sie dies mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Damit riskieren vor allem die katholischen Organisatoren einen Konflikt mit dem Vatikan. Bislang können evangelische und katholische Christen nicht gemeinsam Abendmahl feiern, das würde eine kirchliche Einheit voraussetzen. In Ausnahmefällen ist eine Teilnahme etwa von Ehepartnern evangelischer Konfession an der katholischen Eucharistie möglich

24-Stunden-Livestream: Spendensammlung zur Flüchtlingsrettung

Samstag, 1. Mai 2021: Spendensammlung zur Flüchtlingsrettung: Das evangelische Contentnetzwerk "yeet" und das ökumenische "ruach.jetzt"-Netzwerk produzieren zum 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) gemeinsam einen 24-Stunden-Livestream unter dem Titel "Füreinander". Zahlreiche, bekannte Gesichter aus der digitalen Kirche zeigen mit Talkshows, Andachten, Reportagen, einer Schreibwerkstatt und Konzerten, wie vielfältig die digitale Kirche ist, wie das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Ziel des Livestreams ist eine Spendensammlung für das zivile Seenotrettungsbündnis "United4Rescue". Zuschauer können über die Plattform "betterplace.org" spenden.

Zu sehen ist der Stream ab Samstag, 15. Mai, 9 Uhr auf der Internetseite "www.fuereinander.stream". Der 3. Ökumenische Kirchentag sollte ursprünglich vom 12. bis 16. Mai in Frankfurt am Main stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie findet er hybrid und dezentral statt. Er beginnt am 13. Mai mit einem zentralen Eröffnungsgottesdienst aus Frankfurt und endet am 16. Mai mit einem Abschlussgottesdienst. Am Kirchentagssamstag finden online viele Kirchentagspodien und Workshops statt, am Abend wird es konfessionelle Gottesdienste aus einer katholischen, einer evangelischen, einer freikirchlichen und einer orthodoxen Kirche geben.

Ökumenischer Kirchentag: Staffelübergabe an Deutschen Evangelischen Kirchentag

Samstag, 20. März 2021: Die Oberbürgermeister von Frankfurt am Main und Nürnberg haben am Freitag die Staffelübergabe vom Ökumenischen Kirchentag in diesem Frühjahr (13. bis 16. Mai) zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) 2023 in Nürnberg vorbereitet. Weil es beim ÖKT in Frankfurt wegen der Pandemie keine Abschlussveranstaltung geben werde, sei die Zeremonie einem Besuch von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in Nürnberg aufgezeichnet worden, heißt es in einer Mitteilung. Stuttgart als Ausrichter des Deutschen Katholikentags 2022 sei bei der vorgezogenen Staffelübergabe virtuell zugeschaltet gewesen.

Der Frankfurter Kirchentag gehe mit seinem Hybrid-Konzept neue Wege, stellte Feldmann fest. Der Ökumenische Kirchentag werde zu den Menschen nach Hause kommen und gleichzeitig in Frankfurt sichtbar bleiben. Diese Antwort auf die Herausforderungen durch Corona werde neue Formate und Beteiligungsformen etablieren, die auch den Katholikentag in Stuttgart und den nächsten Evangelischen Kirchentag in Nürnberg bereichern könnten, sagte Feldmann.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) zeigte sich überzeugt, dass vom Evangelischen Kirchentag in seiner Stadt 2023 Impulse für gesellschaftliche und politische Debatten ausgehen könnten. Die Vorfreude vor allem auf die Menschen, die die Stadt besuchen sei groß, sagte König.

ÖKT Frankfurt mit einem barrierefreien Angebot

27. April 2021: Der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) Mitte Mai in Frankfurt bietet auch in seiner digitalen Form ein barrierefreies Angebot an. Der Service umfasse Deutsche Gebärdensprache, die Untertitelung von Veranstaltungen sowie ein Angebot und Material in Leichter Sprache, teilte der ÖKT am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Die Website "oekt-barrierefrei.de" enthalte außerdem kurze Erklärvideos, zum Beispiel zur Registrierung, zur Teilnahme an Workshops oder zur Verwendung von Mitwirkungstools. Das Christentreffen vom 13. bis 16. Mai findet pandemiebedingt digital und dezentral statt.

"Kirchen- und Katholikentage gehören zu den inklusivsten Großveranstaltungen in Deutschland", erklärte Stephan Menzel, Vorstand des Vereins 3. Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021: "Um Begegnung und Teilhabe möglichst vieler Menschen sicherzustellen, gilt es Barrieren nicht nur in den Köpfen abzubauen. Es müssen auch entsprechende technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt werden."

Mit mehr als 80 Programmpunkten werde der Großteil des Ökumenischen Kirchentags in Deutscher Gebärdensprache angeboten, hieß es weiter. Auch gehörlose und schwerhörige Menschen könnten das Event dank Untertitelung miterleben. Deutsche Untertitel werden den Angaben zufolge in 38 und englische in 28 Veranstaltungen eingeblendet - zum Beispiel in den Bibelarbeiten und den Gottesdiensten "Kommt und seht!" am Samstagabend.

Eine Bibelarbeit in Leichter Sprache richte sich als Angebot an Menschen, denen das Verständnis komplexer Text- und Satzstrukturen Mühe bereitet. Außerdem würden alle biblischen Texte des ÖKT in Leichter Sprache zugänglich gemacht und auch liturgische Entwürfe entsprechend gestaltet. Die barrierefreien Angebote des ÖKT würden auch durch die Förderung der Aktion Mensch ermöglicht.

"Digital und dezentral": Bundesweiter Ökumenischer Kirchentagssonntag als Erfolg verbucht

Dienstag, 9. Februar 2021: Der erste bundesweite Ökumenische Kirchentagssonntag am 7. Februar ist von den Veranstaltern als gelungene Einstimmung auf den kommenden Ökumene-Kirchentag bezeichnet worden. Er habe "digital und dezentral funktioniert", erklärte Mario Zeißig, Sprecher des Ökumenischen Kirchentages, in Frankfurt am Main in Bezug auf den bundesweiten Ökumenischen Kirchentagssonntag.

Auch der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt vom 13. bis 16. Mai soll wegen der Corona-Pandemie weitgehend digital und dezentral stattfinden. Neben den rund 125 Gottesdiensten, die dem Frankfurter Planungsteam gemeldet worden seien, habe es deutschlandweit noch etliche weitere eigenständige Gottesdienste in Gemeinden und Pfarreien vor Ort gegeben.

Etwa die Hälfte aller Angebote sei in digitaler oder hybrider Form erfolgt, ein Großteil davon als ökumenische Gottesdienste, sagte Zeißig. Neben Livestreams und YouTube-Videos habe es auch Andachtsformate auf Instagram und Zoom-Gottesdienste gegeben.

"Der Ökumenische Kirchentagssonntag hat gezeigt, dass unsere Gemeinden interessiert sind und vielfältig auch digitale Begegnungsmöglichkeiten nutzen. Das gibt uns zusätzlichen Schwung für die laufenden Planungen", sagte Zeißig.

Knapp die Hälfte aller Gottesdienste sei ökumenisch gefeiert worden. Das zeige auch, dass sich Gemeinden und Pfarreien schon jetzt gemeinsam auf den Weg zum 3. Ökumenischen Kirchentag machten.

Die evangelische Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, erklärte in ihrer Gastpredigt im Frankfurter Dom: "Wir wollen mit dem 3. ÖKT der Mitmenschlichkeit viele Gesichter geben, wir wollen hinschauen und nicht wegsehen." ÖKT-Präsident Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sagte den Angaben zufolge in der Frankfurter St. Katharinenkirche:

"Das grausame Virus, das inzwischen mehr als 60.000 Menschen allein in Deutschland und über 2,3 Millionen weltweit getötet hat, hat einen Strich durch alle Planungen gemacht. Und doch werden wir von Frankfurt aus ein starkes ökumenisches Zeichen senden und vom 13. bis 16. Mai die digitalen Möglichkeiten dafür voll ausnutzen."

Vorbereitet wird der 3. Ökumenische Kirchentag gemeinsam vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Am ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 hatten mehr als 200.000 Menschen teilgenommen, beim zweiten in München 2010 waren es mehr als 130.000.

Ökumenische Kirchentag wird digital und dezentral

Sonntag, 29. November 2020: Der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) im kommenden Jahr in Frankfurt am Main wird voraussichtlich angesichts der andauernden Corona-Pandemie ein deutlich anderes Gesicht haben als zunächst geplant. Digitale und dezentrale Formate würden derzeit für die vom 13. bis 16. Mai 2021 geplante Veranstaltung erarbeitet, sagte die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Julia Helmke, vor der online tagenden Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Auf allen Ebenen werde nun "gründlich und ernsthaft, mit Kreativität und Mut, aber auch nüchtern, realistisch und mit Demut" geprüft, was dies bedeutet und wie wir unter diesen Bedingungen neu und anders denken können", erklärte Helmke. Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt habe Anfang November "erhebliche Anfragen an das Gesamtveranstaltungskonzept" formuliert. Es sei deutlich, dass analoge Großveranstaltungen im kommenden Jahr in Frankfurt zunächst nicht möglich sein werden.

Kirchenpräsident Volker Jung, kündigte ein drittes Konzept für den ÖKT an, das nach der zunächst vorgesehenen Reduktion der Planungen für mehr als 100.000 Gäste auf 30.000 Teilnehmende entwickelt werde. Er sei sicher, dass es auch mit digitalen, partizipatorischen und dezentralen Formaten möglich sei, den Themen der Zeit ein öffentliches Forum zu geben. Jung schloss aber nicht aus, dass die Veranstaltung auch noch abgesagt werden könnte. Dies werde aber letztlich das Präsidium nach der Vorlage eines neuen Konzeptes entscheiden.

Die hessen-nassauische Beauftragte für den ÖKT, Miriam Küllmer-Vogt, erläuterte, dass es bei dem Kirchentag weder einen "Abend der Begegnung" mit Zehntausenden Teilnehmenden in der Frankfurter Innenstadt noch Gemeinschaftsquartiere für Gäste geben werde. Jetzt sei es wichtig, für die neuerliche Umplanung Kraft zu schöpfen.

Der 3. Ökumenische Kirchentag soll vom 12. bis 16. Mai 2021 stattfinden. Er wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Einladende Kirchen sind die EKHN sowie das Bistum Limburg. Nach 2003 in Berlin und 2010 in München soll der ÖKT in Frankfurt zum dritten Mal stattfinden.

Ökumenischer Kirchentag steht unter Motto "Schaut hin"

Mittwoch, 10. Oktober 2020. "Schaut hin" lautet das Leitwort für den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021. "Schauen bedeutet mehr als sehen", sagte Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg bei der Bekanntgabe in Frankfurt am Main. Das Motto stammt aus dem Markusevangelium (Mk 6,38). Der Kirchentag wird vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt stattfinden.

Thema auf der Präsidiumssitzung sei auch der Umgang mit der AfD auf Kirchentagspodien gewesen, teilte Limperg mit. Beim evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund hatte der Ausschluss von Partei-Funktionären von den Podien für Diskussionen gesorgt. Es sei für 2021 noch keine konkrete Entscheidung getroffen worden, sagte die Präsidentin des Bundesgerichtshofs.

Ökumenischer Kirchentag 2021: Neues probieren

In Fragen der Ökumene wollen die Veranstalter des Kirchentags nach eigenen Worten auch eine Perspektive bieten. "Wir wollen Neues miteinander probieren", versprach der Limburger Bischof Georg Bätzing. "Wir wollen das Ziel, gemeinsam am Tisch des Herren zu sein, wirklich in den Blick nehmen." Die Frage des gemeinsamen Abendmahls ist eine der zentralen Fragen der Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken. Das Bistum Limburg ist der katholische Gastgeber des Kirchentags, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die evangelische Gastgeberin.

Die EKHN wolle beim Ökumenischen Kirchentag "drei Ausrufezeichen" setzen, sagte der Kirchenpräsident Volker Jung. "Wir wollen ein Ausrufezeichen für eine solidarische und gerechte Gesellschaft setzen." Wichtig sei auch ein "Ausrufezeichen für mehr Klimaschutz und die Umwelt". Hier sei es besonders wichtig, nicht mehr nur hinzusehen, sondern auch mehr zu tun. Schließlich müsse es 2021 auch um ein "Ausrufezeichen für eine Kirche der Zukunft" gehen. Dies ist nach Jung eine "Kirche, die offen für neue Perspektiven ist, die ökumenisch denkt, glaubt und lebt, die Analoges und Digitales verbindet, die andere Kulturen und Religionen sensibel im Blick hat und sich den vielen Zweifelnden in Glaubensfragen neu zuwendet."

Biblische Leitwort des Kirchentags

Das biblische Leitwort ist eine Richtschnur für die Programmgestaltung. Vier Themenbereiche sollen beim Kirchentag 2021 im Fokus stehen: "Glaube, Spiritualität und Kirchen im 21. Jahrhundert", "Perspektiven des Zusammenlebens", "Klimawandel" und "Herrschaft, Macht und Kapital". Limperg sagte, das letztgenannte Thema springe einen in Frankfurt nahezu an. Die Stadt ist für ihr Bankenwesen bekannt und unter anderem der Sitz der Europäischen Zentralbank. Allen vier Themen beschäftigten sich mit Gerechtigkeit, betonte sie.

Für ihn sei das Motto ein Appell für die katholische Kirche in Deutschland, sagte der Limburger Bischof Bätzing. Am 1. Advent soll ebenfalls in Frankfurt der "synodale Weg" beginnen, in dem katholische Laien und Bischöfe über Reformen in ihrer Kirche diskutieren. Dabei gehe es darum, auf Themen wie den Missbrauchskandal zu schauen. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, sagte, die katholische Kirche werde sich bis Mai 2021 durch den "synodalen Weg" verändert haben. Sternberg ist neben Limperg Präsident des Ökumenischen Kirchentages.

Neben der EKHN und dem Bistum Limburg arbeiten auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die katholischen Bistümer Mainz und Fulda sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen an den Vorbereitungen mit. In Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gab es 2003 in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, 2010 folgte der zweite in München. Zum dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 werden mehr als 100.000 Gäste erwartet.

Ökumenischer Kirchentag 2021

Der 3. Ökumenische Kirchentag kommt vom 12. bis 16. Mai 2021 nach Frankfurt. Er möchte sich den Fragen der Zeit stellen, mit aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigen, über verschiedene Perspektiven des Zusammenlebens austauschen und Glaubensfragen diskutieren.

Logo Ökumenischer Kirchentag 2021

Veranstaltungen ÖKT Frankfurt 2021

ÖKT Frankfurt 2021: Diese Veranstaltungen lohnen sich - Blick in das Programm

Wir haben das Programm des ÖKT 2021 in Frankfurt angeschaut - hier kommen unsere Tipps und Empfehlungen für das Programm.

  • Thema Sexueller Missbrauch
    Bei der Veranstaltung "Macht ist nicht gleich Autorität" kommen in einem Livestream am Samstag, 15. Mai, 11.00 Uhr Betroffene und Menschen aus Hilfs- und Beratungsstellen zu Wort, gefolgt vom Podiengespräch "Tatort Glaubensraum", bei dem sich u.a. der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz Stephan Ackermann und der Sprecher des Beauftragtenrates der EKD zum Schutz vor sexualisierter Gewalt Christoph Meyns kritischen Rückfragen stellen.
     
  • Thema Rechtsextremismus
    Die Gefahren des Rechtsterrorismus in Deutschland werden insbesondere durch die anhaltenden Fragen rund um die NSU-Morde und weiterer rechtsextremer Straftaten beleuchtet. Neben einem Diskussionsformat ist hier mit der Aufführung der NSU Monologe durch die Bühne für Menschenrechte auch eine künstlerische Form der gesellschaftlichen Aufarbeitung geplant, als Teil des Kulturprogramms In die Nacht am Samstagabend ab 22.30 Uhr. Vorbereitet wurde diese Veranstaltung durch die gastgebenden Kirchen der Region, durch die auch ein anschließendes Publikumsgespräch zum Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 initiiert wurde.
     
  • Thema Meinungsfreiheit
    Zwischen Meinungsfreiheit und Hate Speech
    bewegen sich aktuell sehr viele Online-Kommentare, insbesondere bezüglich der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, aber auch zu Themen wie Migration, Klimaschutz oder Geschlechtergerechtigkeit. In einer gleichnamigen Veranstaltung soll deshalb die Gesprächskultur im Netz selbst Gegenstand der Kontroverse sein, u.a. mit Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, sowie Julia Horchert, Ressortleiterin Netzwelt beim SPIEGEL.
     
  • Thema Suizid und Sterbehilfe
    Zum Programm gehören auch Veranstaltungen zum Thema "Abschied in Würde" – Verantwortung und Schutz am Lebensende. Hier gibt es Raum für den Austausch zu unterschiedlichen theologischen, ethischen und medizinischen Positionen zum assistierten Suizid. Die Diskussion wird am Samstag, 15. Mai, 11.00 Uhr live im ZDF übertragen, u.a. mit der Moraltheologin Kerstin Schlögl-Flierl, Mitglied des Deutschen Ethikrates, und dem Präsidenten der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie.
     
  • Thema Abendmahl
    Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen beim Thema Eucharistie und Abendmahl werden in einem Gespräch  am Samstag ab 12.00 Uhr verdeutlicht.
     
  • Thema Klimaschutz
    Warum der Klimaschutz alle Generationen braucht ist Thema einer zentralen Veranstaltung auf dem Hauptpodium am Samstag. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer über aktuelle Fragen. Das Beste daran: Das Publikum kann im Vorfeld Fragen stellen: Über Twitter und Facebook können unter dem Hashtag #oekt Fragen formuliert werden, die dann auf dem Podium beantwortet werden.
     
  • Thema Digitalisierung
    Eine Stunde zur Digitalen Gesellschaft gibt es am Samstag von 10 bis 11 Uhr. Diskutiert werden soll über Apps, Algorithmen und Aufbrüche. Eingeladen sind Sven Hilbig von Brot für die Welt, die Podcasterin Jana Kaufmann-Päschel, der netzpolitik-Redakteur Ingo Dachwitz und Bloggerin Julia Probst. Das Gespräch mit dem großen Podium wird live übertragen.
     
  • Kulturangebot
    Ein Highlight im Kulturangebot ist die Uraufführung des ökumenischen Oratoriums "EINS" am Freitagabend von 20 bis 22 Uhr. Gespielt wird die Komposition von Bernhard Kleißig, Referent für Popularmusik. Das Oratorium ist an die Apostelgeschichte angelehnt und taucht in die Zeit der Urchristen. Die digitale Aufführung kann über Livestream angesehen werden.

    Das gesamte Programm findet sich unter diesem Link.

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