Kirche und Corona
Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine Gesundheits-, sondern auch eine Vertrauenskrise. Das bekommen alle gesellschaftlichen Akteur*innen zu spüren – auch die Kirchen, wie eine Umfrage zeigt.
Eine Frau betet in einer Kirche, die Hände vor dem Gesicht gefaltet

Die Corona-Krise hat vieles ins Wanken gebracht. Auch das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen ist zum Teil erschüttert. Das jedenfalls legt eine Umfrage nahe, die der Versicherer HDI erhoben hat. Das Meinungsforschungsinstituts YouGov hat untersucht, wie die Deutschen verschiedene Akteur*innen der Corona-Pandemie bewerten. Das berichtet die "Welt"

Kirchen sind versetzungsgefährdet

In einer repräsentativen Umfrage vergaben 3700 Befragte den jeweiligen Institutionen Schulnoten – von sehr gut (1) bis ungenügend (6). Besonders schlecht schneiden dabei die Kirchen und religiöse Einrichtungen ab. Mit einer 4,1 erreichen diese nicht einmal mehr die Note ausreichend. Das überrascht, schließlich waren Gottesdienste trotz gewissen Einschränkungen fast die ganze Zeit über möglich. Vielerorts wurden auch digitale Formate ausprobiert.

Geholfen hat es offenbar nichts. In der Umfrage belegen die Kirchen den letzten Platz, noch hinter Gewerkschaften (3,7), Arbeitsgeber*innen (2,7), Handwerker*innen (2,7) und Lebensmittelversorger*innen (2,1). Das Robert-Koch-Institut erreicht immerhin noch die Durchschnittsnote befriedigend (3,0).

Pfarrer: Kirche muss wieder Menschen dienen

Über die Gründe macht die Umfrage keine klare Aussage. Der schwäbische Pfarrer Nicolai Opifanti hat kürzlich im Sonntagsblatt-Talk darauf hingewiesen, dass Kirchen sich vor allem wieder auf den Aspekt des Dienens, des Dienst an den Menschen, besinnen sollten. Kirche müsse wieder mehr zuhören, forderte Opifanti, der als Pfarrer aus Plastik einen sehr erfolgreichen Instagram-Account betreibt.

 

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