Mit seiner Solo-Tour "An Evening of Francis Rossi's Songs from the Status Quo Songbook and more…" kommt Francis Rossi 2026 für zehn exklusive Konzerte nach Deutschland. Am 17. Mai macht er dabei auch Station in Erlangen in der Heinrich-Lades-Halle.
In einem besonderen, intimen Format präsentiert der Frontmann von Status Quo nicht nur die großen Klassiker seiner Band, sondern auch eigene Songs, persönliche Geschichten und humorvolle Einblicke hinter die Kulissen seines Lebens. Im folgenden Interview spricht Rossi offen über seine Karriere, seine Verbindung zu Deutschland, seine musikalische Entwicklung – und über das, was ihn heute antreibt.
Sie kommen mit Ihrer neuen Show nach Deutschland – "An Evening of Francis Rossi's Songs from the Status Quo Songbook and more…". Ein ziemlich langer Titel, oder?
Francis Rossi: Ja, der ist wirklich lang – fast wie ein Songtext. Ein Freund und Promoter aus England hat ihn vorgeschlagen. Im Grunde geht es um die Songs von Status Quo und meine eigenen. Aber er wollte unbedingt noch "and more" hinzufügen. Und ich stehe jeden Abend da und denke: Was ist eigentlich dieses "mehr"?
Was erwartet die Fans bei diesen Shows?
Ich habe vor etwa fünf Jahren damit angefangen. Anfangs war es eher eine Gesprächsshow – mit Fragen und Antworten. Dann wurde ich gebeten, ein paar akustische Songs zu spielen. Daraus hat sich etwas entwickelt. Die Shows sind gewachsen – von kleinen Räumen mit 150 Leuten hin zu immer größeren. Es ist etwas sehr Persönliches geworden.
Sie treten auch in Deutschland auf – einem Land, das Sie gut kennen. Was verbinden Sie mit dem deutschen Publikum?
Deutschland war immer einer unserer Lieblingsorte. Schon früh sind wir dort aufgetreten. Ich erinnere mich an viele Dinge – nicht nur an Konzerte, sondern auch an das Leben dort. Die Menschen sind sehr organisiert, sehr diszipliniert. Einmal bin ich bei Rot über die Straße gegangen, und ein älterer Mann sagte zu mir: "Die Kinder schauen zu!" Das hat Eindruck gemacht.
Haben Sie besondere Erinnerungen an Bayern?
Viele! Ich erinnere mich an Auftritte in der Nähe von München und an typische Situationen. Einmal wurde ich sogar darauf hingewiesen, nicht ständig "Deutschland" zu sagen, weil ich ja in Bayern sei. Das war lustig. Ich habe gelernt, dass regionale Unterschiede dort wichtig sind.
Sie sprechen in der neuen Show auch sehr persönliche Themen an. Gibt es Momente in Ihrem Leben, die besonders prägend waren?
Eigentlich war alles prägend. Aber diese Solo-Shows haben mir etwas Neues gezeigt. Früher wollte ich immer größer werden – Stadien, riesige Tourneen. Jetzt stehe ich auf der Bühne und kann die Leute direkt sehen, ihre Reaktionen spüren. Das ist etwas völlig anderes. Fast wie ein Erwachen.
Was bedeutet Musik für Sie heute – Handwerk oder etwas Tieferes?
Beides. Ich hätte ein besserer Musiker werden können, wenn ich früher mehr geübt hätte. Aber in den letzten Jahren habe ich etwas Neues entdeckt. Ich habe ein Album gemacht, das ich früher nie gemacht hätte. Musik ist für mich inzwischen auch etwas Spirituelles geworden.
Sie haben gesagt, dass Sie heute anders arbeiten als früher. Inwiefern?
Früher musste ich immer darauf achten, was die Band oder die Fans erwarten. Wenn man sich zu sehr verändert, sagen die Leute sofort: "Das ist nicht mehr Status Quo." Heute mache ich einfach das, was ich selbst will. Ich habe nicht mehr unbegrenzt Zeit – also probiere ich Dinge aus.
Wenn Sie Ihrem jüngeren Ich einen Rat geben könnten – was würden Sie sagen?
Lerne mehr. Hab keine Angst davor, was andere denken. Und experimentiere mehr. Ich habe viele Fehler gemacht – Alkohol, Drogen, falsche Entscheidungen. Aber ehrlich gesagt: Ich würde nichts ändern. Denn all das hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin.
Gibt es etwas, das Sie bereuen in Ihrem Leben?
Natürlich gibt es Dinge, die schwierig waren. Aber ich bin heute glücklich. Wenn man etwas verändert hätte, wäre vielleicht alles anders gekommen – und vielleicht schlechter. Deshalb akzeptiere ich meinen Weg.
Ihre Musik ist bekannt für starke Harmonien. Wie wichtig ist das für Sie?
Sehr wichtig. Ich wollte immer klingen wie die Everly Brothers. Als Rick Parfitt zur Band kam, hat das perfekt funktioniert – unsere Stimmen passten einfach zusammen. Diese Zweistimmigkeit war ein großer Teil unseres Sounds.
Sind Sie ein religiöser oder spiritueller Mensch?
Ich bin katholisch aufgewachsen, aber ich habe vieles hinterfragt. Ich glaube, dass es etwas gibt – eine Art höhere Kraft oder Bewusstsein. Aber ich glaube nicht an Religionen im klassischen Sinne. Für mich ergibt vieles daran keinen Sinn. Wenn es einen Gott gibt, dann sind wir entweder alle okay – oder keiner.
Gibt Ihnen Musik etwas Spirituelles?
Ja, absolut. Wenn ich spiele oder Songs schreibe, ist das ein besonderer Moment. Alles andere wird unwichtig. Es ist fast wie eine Verbindung zu etwas Größerem. Ich habe wieder entdeckt, wie sehr ich das liebe.
Was treibt Sie heute noch an?
Ich brauche die Bühne. Ich brauche das Publikum. Ich will, dass die Leute mich mögen – das ist ehrlich gesagt ein Teil meiner Persönlichkeit. Vielleicht sogar eine Art Sucht. Aber eine gute.
Ein letztes Wort an Ihre Fans in Deutschland?
Ich freue mich riesig, wiederzukommen. Deutschland war immer etwas Besonderes für mich – und ich kann es kaum erwarten, wieder dort zu spielen.
Karten gibt es hier.