24.07.2020
Bayerisches Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz

Lebenshilfe fordert mehr und schnellere Barrierefreiheit

Die Lebenshilfe Bayern begrüßt zwar die Vorgaben des neuen Bayerischen Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz (BayBGG) für die öffentliche Verwaltung, fordert aber mehr Barrierefreiheit in allen öffentlichen Bereichen.
Barrierefrei Barrierefreiheit Symbol Rollstuhl

Barrierefreiheit dürfe nicht nur für Behörden gelten und müsse schneller umgesetzt werden, sagte die Landesvorsitzende Barbara Stamm in Erlangen. Barrieren sollten überall abgebaut oder gleich vermieden werden.

Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ausbauen

Auch Kliniken und Praxen, Kitas und Schulen, Sport- und Kulturstätten oder der öffentliche Nah- und Fernverkehr müssten barrierefrei erreicht und genutzt werden können, betonte die ehemalige Landtagspräsidentin.

Es müsste zudem im Interesse der Privatwirtschaft liegen, dass Kaufhäuser, Restaurants oder Kinos sowie Wohnungen oder Arbeitsstätten für möglichst viele Menschen ohne Barrieren, Schranken und Hürden erreichbar seien, sagte Stamm weiter.

Kritik: "leicht verständliche Sprache" erst ab 2023

Die Lebenshilfe hatte außerdem bereits in ihrer Stellungnahme zu den geplanten Änderungen im BayBGG kritisiert, dass "leicht verständliche Sprache" in der öffentlichen Verwaltung erst ab 2023 gelte und es sich bei vielen Vorgaben nur um Soll-Bestimmungen handele.

Man bedauere sehr, "dass diese berechtigten Einwände keinen Eingang in die nun beschlossene Fassung gefunden haben", heißt es weiter. Das neue BayBGG tritt am 1. August in Kraft.

Der Lebenshilfe-Landesverband setzt sich nach eigenen Angaben seit über 55 Jahren als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Der Verband hat heute 160 Mitglieds-Organisationen, die rund 40.000 Menschen mit Behinderungen unterstützen, fördern und begleiten.

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