7.01.2020
Weiße Rose

Donauwörth erinnert an NS-Widerstandskämpfer Hans Leipelt

Die Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth erinnert an den 75. Todestag ihres Namensgebers. Hans Konrad Leipelt war am 13. Oktober 1944 vom Volksgerichtshof in Donauwörth wegen "Wehrkraftzersetzung und Volksverhetzung" zum Tode verurteilt worden. Er wurde am 29. Januar 1945 in München-Stadelheim ermordet.
Weiße Rose

Leipelt wurde 23 Jahre alt. Er studierte Chemie in München. Das sechste Flugblatt der Weißen Rose erhielt er am 18. Februar 1943, genau dem Tag, an dem Hans und Sophie Scholl der Gestapo übergeben wurden.

Als Leipelt von den Todesurteilen für die Geschwister Scholl und Christoph Probst erfuhr, setzte er ihren Widerstand unter dem Motto fort: "Und ihr Geist lebt trotzdem weiter!"

Er und seine Freundin Marie-Luise Jahn sammelten im Spätsommer 1943 für die mittellose Familie des ermordeten Weiße Rose-Beteiligten Professor Kurt Huber Geld. Sie wurden verraten und zusammen mit weiteren Mitstreitern verhaftet. Über Leipelt, der als "Halbjude" galt, wurde das Todesurteil verhängt. Jahn erhielt zwölf Jahre Zuchthaus. Weitere am Widerstand beteiligte Freunde aus dem Chemischen Institut des Nobelpreisträgers Heinrich Wieland wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Hans-Leipelt-Schule veranstaltet am 29. Januar ein Gedenken für Schüler um 11.30 Uhr und ein weiteres um 19 Uhr. Bei beiden Terminen spricht die Historikerin Angela Bottin. Die Weiße Rose Stiftung stellt außerdem die Wanderausstellung "Hans Leipelt und die Weiße Rose" zur Verfügung.

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