Team Bavaria auf EM-Kurs
Vom 21. bis 25.8. findet in London die erste Europameisterschaft in G-Judo statt. Das 'G' steht für "Geistige Beeinträchtigung". Das Team Bavaria besteht aus sieben Judoka des Heilpädagogischen Zentrums in München und einem Athleten aus Rott am Inn. Ihre Chancen stehen gut, denn sie trainieren regelmäßig im Verein SF Harteck. Elke Zimmermann hat ihr letztes Training vor der Abreise besucht.
Letztes Training vor der EM in G-Judo in London

Beim letzten Training vor dem Wettkampf in London gibt Alwin Brenner ein paar letzte Tipps und Hinweise. Richtig Fallen ist wichtig und vielleicht ist ein bekannter, aber vergessener Griff entscheidend für den Wettbewerb.

Insgesamt ist der Trainer ganz ruhig. Seine Mannschaft war schon häufig erfolgreich – bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Carolin Anzinger ist Olympiasiegerin der Special Olympics World Games in Los Angeles 2015. Samuel Dietz, Träger des braunen Gürtels, arbeitet derzeit auf seinen 1. Dan hin und hat zuletzt bei einem internationalen Wettbewerb im italienischen Ravenna gewonnen.

Aber: Dabei sein ist alles. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen um die Welt und wenn der ein oder die andere von ihnen aufs Treppchen kommt, dann ist das natürlich super. Für Trainer Alwin Brenner zeigt das vor allem, wie wichtig Judo für die Entwicklung der jungen Leute ist. Als Sozialpädagoge im Augustinum München hat er bald erkannt, dass einige der Kinder viel Kraft hatten – und nicht wussten, wohin damit. Das Training zusammen mit Vereinsmitgliedern aller Klassen gibt ihnen Selbstvertrauen und Halt. Die Wettbewerbe krönen diese Arbeit. 

Auch der Coach wurde schon belohnt. 2012 wurde er zum Trainer des Jahres gewählt. Was das für ihn bedeutet und was Judo für die Kinder und Jugendlichen mit geistiger Beeinträchtigung bringt, erzählt er im Radio-Interview.

Alwin Brenner kommt selbst aus einer Judo begeisterten Familie. Mit 13 Jahren hat er mit dem Sport angefangen, an Wettbewerben teilgenommen und trägt heute den schwarzen Gürtel. Da war es naheliegend, bei seiner Arbeit als Sozialpädagoge im Heilpädagogischen Zentrum des Augustinum auch mit "seinen" Kindern und Jugendlichen Judo zu machen.

Was vor vielen Jahren als Test begann, ist heute ein Erfolgskonzept. Auch wenn nicht alle G-Judoka an Wettbewerben teilnehmen - der Sport fördert die Beweglichkeit und soziale Kompetenz.

Gelebte Inklusion ist, dass eine Gruppe beim SF Harteck zusammen mit nicht behinderten Sportlern zusammen trainiert und auch auf Kreisebene an Wettbewerben teilnimmt.

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