14.01.2019
Nachhaltigkeit

Landesbischof Bedford-Strohm und BMW-Chef Krüger über Elektroautos

Elektroautos sollen Mobilität und Umwelt in Einklang bringen. Ob sie aber so viel nachhaltiger und ethischer sind als herkömmliche Fahrzeuge – das stellt der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit BMW-Chef Harald Krüger im Jahresbericht der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Frage.
Elektroauto

Angesichts von Klimawandel und Luftverschmutzung in den Städten wird es immer wichtiger, die Schadstoffemissionen im Verkehr zu reduzieren. Autos mit Elektromotoren und damit ohne Schadstoffausstoß sollen Abhilfe schaffen. Doch so umweltfreundlich wie sie vielfach präsentiert werden, sind die strombetriebenen Fahrzeuge nicht, warnte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

"Fakt ist, dass durch die Elektromobilität deutliche ökologische Belastungen entstehen", sagte der Theologe im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der BMW Group, Harald Krüger, das im Jahresbericht 2017/2018 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern erschienen ist.

Die Batterieproduktion für Elektroautos sei sehr umweltschädlich und zur Herstellung brauche man viele Rohstoffe, kritisierte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Das wichtige Metall Kobalt werde zudem unter fragwürdigen Bedingungen gewonnen.

Krüger: Zukunft gehört Elektroautos

BMW-Chef Krüger ist trotzdem überzeugt: "Die Zukunft gehört der emissionsfreien E-Mobilität." Die Ladezeiten der mit Strom betriebenen Fahrzeuge werden immer kürzer, unterstrich der Manager des Automobilherstellers mit Sitz in München. Zudem werden in vielen Städten mehr Ladestationen geschaffen.

In Norwegen haben laut Krüger bereits 65 Prozent aller verkauften BMW einen elektrifizierten Antrieb. In Deutschland seien es dagegen nur drei Prozent.

Insgesamt bewegt sich die Zahl der Elektroautos jedoch in einem relativ niedrigen Bereich: Einer aktuellen Unternehmensmittelung zufolge verkaufte BMW 2018 weltweit mehr als 2,49 Millionen Fahrzeuge, davon jeodch nur rund 140.000 Autos mit Elektroantrieb oder Plug-in-Hybridantrieb.

Bedford-Strohm: Weniger Auto fahren

Krüger verwies zudem auf die Bemühungen seines Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit. Seit 2006 habe BMW die Energie, die bei der Produktion eines Fahrzeugs verbraucht wird, um 37 Prozent gesenkt, betonte der evangelische Christ.

Bischof Bedford-Strohm kritisierte, zwar würden die Verbräuche sinken und die Produktionsbedingungen immer ökologischer. "Aber das große Problem ist doch, dass die Menschen immer mehr fahren, und auch vermehrt SUVs mit hohem Kraftstoffverbrauch." Die Erfolge bei der ökologischen Entwicklung der Motoren würden so zunichtegemacht.

Link-Tipp

Jahresbericht 2017/2018 der ELKB

Den kompletten Jahresbericht 2017/2018 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern können Sie im Internet lesen - und zwar unter diesem Link: jahresbericht.bayern-evangelisch.de. Dort finden Sie unter anderem Berichte über Aktivitäten der Landeskirche, Einblicke in den Haushaltsplan und die Finanzen der Kirche, wichtige Ansprechpartner sowie alle Jahresberichte der vergangenen drei Jahre.

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