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Die Synagoge in Bayreuth ist die älteste in Deutschland noch aktiv genutzte Synagoge und allein deshalb schon etwas Besonderes. Wie es dazu kam, dass sie von den Nazis nicht komplett zerstört wurde und welche Schätze sie birgt, erfahren Sie hier:
Die Synagoge in Bayreuth birgt wahre Schätze und Kunstwerke. Felix Gothart, der erste Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, zeigt uns seinen Lieblingsplatz. Ein Film von Maike Stark. Kamera: Magdalena Jäger.

Die Nähe zum Opernhaus hat die Synagoge davor bewahrt, in der Reichspogromnacht am 9. November 1938, von den Nazis angezündet zu werden. Sie hatten Angst, dass das Opernhaus mit abbrennt. Demoliert wurde die Synagoge und ihre Einrichtung trotzdem, jedoch nicht komplett zerstört.

Felix Gothart ist der erste Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth und stellt uns seinen Lieblingsplatz vor. Schon die Eingangstüre ist etwas Einzigartiges: Sie ist aus kleinen Pyramiden gefertigt, die einen Davidstern darstellen. Und auf dem Dachboden befindet sich ein ganz besonderer Schatz.

Vor der Sanierung des Gebäudes hatte Felix Gothart immer gehofft, dass noch irgendetwas von den Kultusgegenständen, die die Nazis zerstört und geraubt hatten, gefunden werden würde. Und so bat er die Zimmerleute, ein paar Bretter des alten Holzbodens hochzuheben und tatsächlich entdeckten sie um die 8.000 alte Schriften. 

"Ein wahrer Schatz: die einzige Genisa, die in Deutschland gefunden und geborgen wurde. Dazu muss man wissen, dass im Judentum, Schriften die den Namen Gottes enthalten, nicht weggeschmissen werden, sie werden an einem Platz niedergelegt, wo sie dem natürlichen Verfall ausgesetzt sind, oder beerdigt."

Die Genisa in Bayreuth ist die einzige, die in einer bestehenden Synagoge in Deutschland gefunden und geborgen wurde. Gerne zeigt Felix Gothart interessierten Menschen diese Schätze, sobald Corona vorbei ist und wieder Führungen in der Synagoge angeboten werden dürfen.

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