17.01.2019
Kirche und Mode

Modedesigner Harald Glööckler fordert offenere Kirche

Man nennt ihn auch den "Prince of Pompöös", Harald Glööckler, einer der bekanntesten deutschen Modedesigner. Ohne Prunk und Pracht geht bei ihm gar nichts - aber auch nicht ohne Gott. In seinem neusten Buch "Kirche öffne dich!" steht die Religion im Mittelpunkt.
"Kirche, öffne dich!", fodert der Modedesigner Harald Glööckler schon im Titel seines Buchs. Warum das wichtig ist, erklärt er im Interview. Ein Beitrag von Elke Zimmermann.

Was man ihm heute nicht ansieht: Für Harald Glööckler war die Kirche als Kind im schwäbischen Maulbronn ein Zufluchtsort. Sein Vater war gewalttätig, war grob zur Mutter und so floh Harald Glööckler regelrecht in die nahegelegene Kirche, die für ihn ein friedlicher und sicherer Ort wurde.

Das schlimme Elternhaus hat ihn dann schnell weg in eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in ein Modekaufhaus in Mühlacker gebracht. Hier wurde die Basis für sein heutiges Konzept gelegt:

"Jede Frau ist eine Prinzessin"

Er wollte eine schönere, pompösere und bessere Welt schaffen. Er sollte der Prinz sein und alle Frauen die Prinzessinen. Das ist Glööcklers Mission. Dabei getragen hat ihn immer sein christlicher Glaube.

Warum der Paradiesvogel jetzt ein Buch über die Kirche schreibt? Zunächst wurde er gefragt, ob er das könne. Denn ihn hatten Verlagsvertreter bei einem Vortrag für Kirchenkritiker gehört und herausgefordert. Außerdem hatte er zum Reformationsjubiläum 2017 im Auftrag der Deutschen Bibelgesellschaft schon einen Buchschuber für die neue Lutherbibel gestaltet.

Dieses Mal hat er den Text selbst geschrieben: "Kirche öffne dich" ist der Titel und es ist eben kein Buch über Kirche, das ein Theologe geschrieben hat. Die Fragen sind: "Brauchen wir die Kirche? Wenn ja, kann sie besser werden oder wie soll das aussehen?"

Hierzu hat Harald Glööckler sehr genaue Ideen: "Vor allem muss die Kirche sich besser verkaufen. Sie hat die beste Botschaft der Welt." Mit Schaudern erinnert er sich an die Kindergottesdienste in seiner lutherischen Gemeindekirche. "Eigentlich eine schöne Kirche. Und da dachte ich immer 'Ach, da wäre ein Kronleuchter schön. Da ein bisschen Gold'. Und dann wurde mir erzählt, Luther hätte das alles abgeschafft."

Außerdem findet er die Gottesdienste viel zu langweilig und – er fordert mehr Offenheit von den Kirchenvertretern. Denn als Kind hat er sehr gespürt, wie unterschiedlich die Erwachsenen mit den Gemeindemitgliedern umgegangen sind. Aber bei aller Kritik: Ohne Glaube wäre alles nichts, findet Glööckler.

"Für mich ist Gott eine große Energie"

"Kirche öffne dich" – hier überrascht der Modeprinz Harald Glööckler mit tiefsinnigen Gedanken und neuen Ideen. Lesen lohnt sich.

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