12.09.2019
Bestattungen

Spielvereinigung Greuther Fürth eröffnet Fan-Friedhof

Über den Tod hinaus können die Fußballfans der Spielvereinigung Greuther Fürth ihre Treue zeigen. Neuerdings gibt es auf dem Fürther Friedhof ein Bestattungsfeld rund um das Kleeblatt-Emblem des Bundesliga-Zweitligisten. 
So etwas kennen bisher vor allem die Fußballfans von Schalke oder dem HSV: Als erster Bundesligaverein in Süddeutschland hat die Spielvereinigung Greuther Fürth jetzt einen Fan-Friedhof. Auf einen besonders passenden Grabschmuck müssen die Anhänger des Zweitligisten aber leider verzichten, hat Reporter Christoph Lefherz (efa) herausgefunden.

Für Anhänger der Spielvereinigung Greuther Fürth gibt es jetzt einen eigenen Friedhofsteil. In einigen Hundert Metern Entfernung zum Ronhof-Stadion hat die Stadt Fürth auf dem Friedhof erstmals in Süddeutschland ein spezielles Gemeinschaftsfeld für Fußballfans eingerichtet. 80 Urnen und sechs Särge von "Kleeblättern" können dort bestattet werden, erklärte bei der Einweihung der Leiter des Standesamts Fürth, Ralf Meyer. Wer sich im Fanbereich bestatten lassen möchte, muss kein Vereinsmitglied sein, stellte Meyer klar.

Die Felder sind derzeit mit frischem grünen Rasen bedeckt. In der Mitte des Bereichs steht auf einem zwei mal zwei Meter großen Sockel das Kleeblatt-Emblem. Auf den Sockel haben seine Ersteller, Schüler und Lehrer einer Fürther Schule, geschrieben: "In Ewigkeit dem Kleeblatt verbunden."

Warum es den Fan-Friedhof der SpVgg Greuther Fürth gibt

Die Bestattungskultur habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt, sagte Meyer. Die Menschen wünschten sich pflegefreie Gräber und Vielfalt. Dem Wunsch der Hinterbliebenen wolle man Rechnung tragen. Der Liegeplatz im Kleeblattbereich kostet jährlich 80 Euro für ein Urnengrab und 160 Euro für eine Erdbestattung. Der Vertrag laufe zunächst auf zehn Jahre. 

Jürgen Schmidt, Mitglied des Präsidiums der Spielvereinigung Greuther Fürth, sagte, das neue Grabfeld sei ein gutes Angebot für Familien, mit der Trauer fertig zu werden. Hier sei ein "gutes Gedenken" möglich. In dem traditionsreichen Verein sei es meist so, dass eine ganze Familie dem Team nahestehe. 

Zum Fürther Friedhof würden die Jubelschreie bei den Toren der Mannschaft herüberschallen und man sei "in allerbester Gesellschaft" in der Nähe von Vereinsgrößen wie Charly Mai (1928-1993), "Resi" Franz (1897-1970) oder dem ehemaligen Vereins-Präsidenten beerdigt, sagte Schmidt weiter. Er glaube, dass es durchaus viele Vereinsmitglieder gebe, die sich diesen Ruheort vorstellen könnten. Er wünsche sich aber, dass es noch lange dauere, bis der erste Fan hier liegt. "Denn wir haben unsere Fans ja lieber lebendig im Stadion".

Was die Kirche zum Fan-Friedhof sagt

Der evangelische Dekan Jörg Sichelstiel ist selbst Greuther Fürth Fan. "Menschen haben zu Fußball eine innere Verbindung", meint er und findet es gut, dass solche Bestattungsmöglichkeiten angeboten werden: "Ich komme auch gern und mache eine Urnenbeisetzung". Er wies außerdem darauf hin, dass auch das Fürther Emblem, das Kleeblatt, die Form eines Kreuzes habe. 

Friedhofsgärtner Harald Bartilla  bedauert, dass eine Gestaltung der Gräber mit Klee nicht möglich sei. Der Klee sei nicht winterhart. "Aber die Leute können ja individuell das Grab gestalten", erklärte er. Möglich seien eine Kleeblattskulptur, das Maskottchen oder ein Fanschal auf der Ruhestätte.

Nur fünf Vereine in Deutschland mit eigenem Grabfeld

Bisher haben der Hamburger SV, Rot-Weiß Essen, Borussia Mönchengladbach und Schalke Grabstätten für Fußballfans. Die seit 1903 bestehende Fürther Fußballmannschaft stieg in der Saison 1997/98 nach langer Zeit wieder in die zweite Bundesliga auf. In der Saison 2012/2013 spielte Fürth in der ersten Liga. 

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