Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung
Zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung teilt Sozialministerin Caroline Trautner erschreckende Zahlen. Mission EineWelt unterstützt Projekte in Tansania zur Aufklärung über die negativen Folgen der FGM-Praxis.
Frau hält Hände vor ihren Gesicht und auf dem Kopf

Mission EineWelt hat dazu aufgerufen, Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung in Corona-Zeiten weiter zu unterstützen. Weibliche Genitalverstümmelung (englisch: Female Genital Mutilation, FGM) sei eine "schwere Menschenrechtsverletzung", sagte die Direktorin des evangelischen Partnerschaftszentrums in Bayern, Gabriele Hoerschelmann, mit Blick auf den Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar

Aufklärung über die schmerzhaften körperlichen und traumatisierenden psychischen Folgen der Praxis sei wichtig, sagte Hoerschelmann. In vielen besonders stark von FGM betroffenen Regionen in Nord- und Westafrika, im Nahen Osten und in einigen Ländern Asiens konzentrieren sich die ohnehin schwachen Gesundheitssysteme auf die Bekämpfung der Corona-Krise.

Mission EineWelt unterstütze Projekte in Tansania, der Partnerkirche der bayerischen Landeskirche, Projekte der Evangelisch-Lutherischen Kirche (ELCT), um über die negativen Folgen der FGM-Praxis aufzuklären. Sie wollten traditionelle Vorstellungen hinterfragen, Rechte von Mädchen und Frauen stärken, und langfristig Mädchen- und Frauenbeschneidung abschaffen.

Trautner: Verletzung der Menschenwürde

Weibliche Genitalbeschneidung verletzt nach Aussage der bayerischen Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) die Menschenwürde. Dennoch seien immer mehr Mädchen und Frauen auch in Deutschland davon betroffen, teilte Trautner mit Blick auf den Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar mit. Im vergangenen Jahr hätten laut Studien 67.000 betroffene Frauen in Deutschland gelebt, bis zu 15.000 Mädchen seien von "dieser grausamen Menschenrechtsverletzung" bedroht.

Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

"Keine Frau und kein Mädchen soll von diesem abscheulichen Eingriff betroffen sein, der fürchterliche seelische und körperliche Schmerzen bereitet, die oft ein Leben lang anhalten - und der sogar zum Tode führen kann", sagte Trautner.

Daher sollen in Bayern "zeitnah" erste Präventionsprojekte starten. Dabei soll es um Aufklärung, Beratung und Unterstützung in Familien gehen, damit der Eingriff gar nicht erst stattfindet.

Im Rahmen des bayerischen Gewaltschutz- und Präventionskonzepts werde seit 2020 ein Schwerpunkt daraufgelegt, Mädchen und Frauen in Bayern besser zu schützen und Betroffenen zu helfen.

Die Grünen im bayerischen Landtag appellierten am Freitag an die Staatsregierung, "zügig mehr Hilfsangebote für Betroffene zu schaffen". Auch in Bayern sei der Bedarf an Beratung und Unterstützung hoch, sagte Gülseren Demirel, Sprecherin für Integration, Asyl und Flucht der Landtags-Grünen. Im Jahr 2020 seien schätzungsweise 12.600 Frauen von Genitalverstümmelung betroffen, 3.300 Mädchen seien als gefährdet angesehen worden. Das bayerische Sozialministerium hatte am Donnerstag angekündigt, in Bayern sollten "zeitnah" erste Präventionsprojekte starten. Dabei soll es um Aufklärung, Beratung und Unterstützung in Familien gehen, damit der Eingriff gar nicht erst stattfindet.

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