29.04.2020
Corona-Krise

Diakonie-Präsident fordert, dass erst Pflegekräfte dann Profifußballer getestet werden sollen

Statt Covid-19-Tests für Profi-Fußballer fordert der bayerische Diakonie-Präsident Michael Bammessel Tests für Beschäftigte und Bewohner in sozialen Einrichtungen. Was er zudem von den Krankenkassen erwartet.
Michael Bammessel Diakoniepräsident Bayern
Michael Bammessel Diakoniepräsident Bayern

Statt Covid-19-Tests für Profi-Fußballer fordert der bayerische Diakonie-Präsident Michael Bammessel Tests für Beschäftigte und Bewohner in sozialen Einrichtungen. Bammessel reagierte auf Medienberichte, wonach Spieler der Bundesliga getestet werden sollen.

"In den Einrichtungen der Altenhilfe gibt es hingegen bis heute keine flächendeckenden Tests - im Gegenteil", sagte Bammessel in Nürnberg.

Schutzbedürftige und Pflegekräfte müssten Vorrang vor Bundesligaspielen haben, sagte der Diakonie-Präsident, der sich selbst als Fußballfan bezeichnete.

Wo Menschen lebten, die zu den sogenannten Risikogruppen gehörten, brauche es entsprechende Verfahren. Er verwies auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für ein regelmäßiges Screening.

Corona: Kosten für regelmäßige Tests sollen Krankenkassen übernehmen

In Einrichtungen der Altenhilfe werde aber oft erst dann ein Covid-19-Test durchgeführt, wenn es bereits einen Verdachtsfall gebe. Häufig müssten die betreffenden Mitarbeiter sehr lange auf die Ergebnisse warten und solange in Quarantäne, betroffene Bewohner und Bewohnerinnen müssten für Tage isoliert werden.

"Die Kosten für die regelmäßigen Tests in Sozialeinrichtungen müssten von den Kassen übernommen werden", forderte Bammessel. Denn aus Sicht der Kostenträger seien präventive Tests günstiger als erkrankte Bewohner oder Mitarbeitende.

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