Oper

Holocaust-Gedenktag

Die Komponistin Ella Milch-Sheriff und der Regisseur Itay Tiran beim Besuch der Wallhalla
Die israelische Komponistin Ella Milch-Sheriff hat eine neue Oper geschrieben. Am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) wird "Die Banalität der Liebe" im Theater Regensburg uraufgeführt. Im Fokus der Inszenierung (Itay Tiran) steht eine der einflussreichsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, die bis heute in Israel umstritten ist: Hannah Arendt. Zur Premiere wird eine Delegation von 50 Teilnehmern aus Israel erwartet.

Oper mit Flüchtlingen

»Carmen« im »Mixed Munich Arts«: Carmen (Cornelia Lanz) umgarnt Zuniga (Ahmad Shakib Pouya) – bewundert von Soldaten und den Schmugglern Dancaïro (Tom Amir, mit Stirnband) und Remendado (Yoed Sorek, ganz rechts).
Diese "Carmen" ist bemerkenswert, ja: ein Ereignis. Die Gruppen "Opera incognita" und "Zuflucht Kultur" zeigen mit Bühnenprofis und mit Flüchtlingen aus Irak, Syrien und Afghanistan, wie lebendig und aktuell klassische Oper sein kann. Diese "Carmen" ist ein kluger Kommentar zu Liebe und Freiheit und zugleich ein Projekt, das Brücken baut. In Hitlers Heizkraftwerk singt dabei ein jüdischer Kantor das Kaddisch – als Carmen tot ist und alles von vorn anfängt.

Parsifal bei den Bayreuther Festspielen

Klingsor im Parsifal 2017
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Was kann Richard Wagners Bühnenweihfestspiel – der Parsifal – den Menschen anno 2017 im Jahre des 500. Reformationsjubiläums sagen? Nun, nachdem man in die zweite Auflage der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg wohl bewusst nahezu alles Erdenkliche an religiösem Inhalt hineindeuten kann, kann man es ja auch mal mit etwas Evangelischem versuchen. Und auch wenn nach einigem Abklopfen nicht wirklich der klare Hinweis auf Luther zu finden ist – in einigen Punkten ist der aktuelle Bayreuther Parsifal im Einklang mit den Idealen des Reformators.

"Volkstheater" im Passionsspielort

Die »Geierwally« auf der Freiluftbühne an der Oberammergauer Laberbergbahn (Regie Abdullah Kenan Karaca).
Oberammergau ist ein besonderer Ort. Von Bergen umgebenes Bilderbuch-Bayern, Lüftlmalerei an Häusern und Höfen, dazu das Passionsspiel, das hier seit 1633 alle zehn Jahre stattfindet. Seit 30 Jahren heißt der Passionsspielleiter Christian Stückl (56). Unter seiner Ägide hat sich einiges verändert im Idyll. Sichtbar wurde das gerade wieder in Abdullah Kenan Karacas Freiluft-Inszenierung der "Geierwally", die gerade Premiere hatte.