Kirchentag Hesselberg
Wie der bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg gefeiert werden soll: Ein Überblick.
Bayerischer Kirchentag

Der geplante Fernsehgottesdienst vom Hesselberg anstatt des Bayerischen Kirchentags kann am Pfingstmontag (24. Mai) nicht wie geplant stattfinden. Wegen der Erkrankung wichtiger Mitarbeiter müsse der Bayerische Rundfunk (BR) die für 10 Uhr geplante Fernseh- und Radioübertragung absagen, teilten die Kirchentags-Veranstalter in Wassertrüdingen mit. Der Kirchentagsgottesdienst soll allerdings nicht komplett ausfallen: die Landeskirche selbst strahlt am Pfingstmontag ab 10 Uhr über ihren Youtube-Kanal einen "Flickenteppich"-Gottesdienst aus, mit Live-Elementen vom Hesselberg und vorproduzierten Einspielern.

Kirchentag-Geschäftsführer Diakon Matthias Hellmuth sagte dem Sonntagsblatt, das Motto bleibe trotz der neuen Form: "Feste des Glaubens - 70 Jahre Bayerischer Kirchentag". Auch Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm werde am Pfingstmontag live auf dem Hesselberg sein, ebenso der Münchner Pfarrer Steve Kennedy Henkel, der die Predigt hält, sowie der christliche Liedermacher Andi Weiss am Klavier. Als neue Elemente hinzu kommen im Vergleich zum geplanten BR-Fernsehgottesdienst Einspielfilme aus verschiedenen Regionen Bayerns, erläuterte der Kirchentags-Geschäftsführer.

Kirchentag Hesselberg wird digital gefeiert

Noch im Dezember hatten die Veranstalter verschiedene Szenarien vorbereitet, um auf alle Eventualitäten wegen der Corona-Pandemie und geltender Hygienevorgaben vorbereitet zu sein. Nun kommt die kleinste geplante Lösung zum Tragen: Auf dem Kirchentags-Hang, auf dem sich sonst bis zu 10.000 Gäste tummeln, sollen sich maximal 100 Personen verteilen. Dass der Bayerische Kirchentag als größte kirchliche Freiluft-Veranstaltung Süddeutschlands heuer nicht wie gewohnt stattfinden kann, ist doppelt bitter: Das Evangelische Bildungszentrum Hesselberg und der Kirchentag feiern dieses Jahr ihr 70-jähriges Bestehen.

Wegen der coronabedingten Absage im Jahr 2020 und einem ausgefallenen Kirchentag 1959 steht dieses Jahr allerdings erst die 68. Auflage des Christentreffens an. Vor 70 Jahren eröffnete der damalige bayerische Landesbischof Hans Meiser auf dem 689 Meter hohen Berg die neu gegründete Landvolkshochschule, daraus entwickelte sich auch der Kirchentag. Der Berg hat jedoch eine dunkle Vergangenheit: In der NS-Zeit fanden dort zwischen 1933 und 1939 die "Frankentage" mit bis zu 100.000 Zuhörern statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hesselberg bewusst zu einem Ort der christlichen Bildung gemacht.

Für die diesjährige digitale Ausgabe des Kirchentags zeichnet sich nach Angaben der Veranstalter nun die Online-Abteilung der Landeskirche verantwortlich. Das Team um Kirchenrat Christoph Breit werde zusammen mit Veranstaltungstechnikern vor Ort den Live-Stream produzieren, hieß es.

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